Naturhistorisches Museum - Enricos Reisenotizen

Enricos Reisenotizen

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Making Of …. The Moon

Im Naturhistorischen Museum dreht sich in der Langen Nacht der Museen und auch danach alles um den Mond. Ich war beim Making Of der Mondinstallation des britischen Künstlers Luke Jerram mit dabei…

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Wo sind die Sterne denn geblieben?

Wer von Euch hatte schon einmal die Gelegenheit, die Milchstraße am nächtlichen Himmel zu sehen? Niemand? Ich kann mich eigentlich auch nicht daran erinnern, sie jemals entdeckt zu haben. Aber wieso ist dies eigentlich so? Und sieht man – zumindest über Wien – nicht immer weniger Sterne?

Bei einem Pressegespräch am Donnerstag versuchten Experten im Digitalen Planetarium des Naturhistorischen Museums in Wien auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, vor den Folgen der übermäßigen Beleuchtung zu warnen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Die Lichtglocke über Wien (Foto © Kuffner Sternwarte)
Die Lichtglocke über Wien (Foto © Kuffner Sternwarte)

Über den Großstädten der Welt liegen Licht-Glocken und verhindern dadurch das Dunkel der Nacht. Straßen werden beleuchtet, Reklametafeln und Schaufensterbeleuchtung sowie die Strahler, die Sehenswürdigkeiten, aber auch Hotels und andere Gebäude erhellen, sorgen dafür dass die Nacht zum Tag gemacht wird.

Sieht ja auch alles sehr schön aus und wer kann etwas gegen beleuchtete Straßen haben? Noch dazu wo einige Medien und Politiker ständig vor allen möglichen Gefahren und der Kriminalität in der Stadt warnen. Wer will da schon dunkle Wege und Straßen? Doch anscheinend machen wir doch zu viel des Guten. Wobei die Experten nicht nur auf die monetären Einsparungen hinwiesen.

Blick von oben auf den Stephansdom und die beleuchtete Innenstadt von Wien (Foto © Kuffner Sternwarte)
Blick von oben auf den Stephansdom und die beleuchtete Innenstadt von Wien (Foto © Kuffner Sternwarte)

Unsere „Überbeleuchtung" hat auch schwerwiegende Auswirkungen – nicht nur auf Pflanzen und Tiere, nein auch auf den Menschen direkt.
Durch das künstlich freigesetzte Licht, das die Umwelt oft auch unnötig aufhellt, wird auch der biologisch wertvolle Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen gestört. Der Lichtsmog, den man daran erkennt, dass man selbst am klaren Nachthimmel immer weniger Sterne sieht, kann nicht nur dazu führen, dass Zugvögel von ihren Routen abkommen, auch der Mensch kann schlechter schlafen, das Immunsystem wird geschwächt, manche Studien sprechen auch davon, dass diese Situation sogar Krebs auslösen kann. Natürlich leiden auch Insekten, Fledermäuse und viele andere Tiere darunter.

Blick auf die Innere Stadt von Wien (Foto © Kuffner Sternwarte)
Blick auf die Innere Stadt von Wien (Foto © Kuffner Sternwarte)

Nur um es klar zu formulieren: Keiner fordert, dass die Städte ins andere, dunkle Extrem kippen sollen. Aber brauchen wir wirklich Schaufenster die ganze Nacht über beleuchtet? Sollten wir nicht darauf achten können, dass die Straßenbeleuchtung wirklich nur die Straße beleuchtet und nicht den Himmel? Müssen wir jedes Hotel, jedes Firmengebäude anstrahlen wie unsere Sehenswürdigkeiten nur um damit zu zeigen, dass Geld bei diesem Unternehmen keine oder nur eine geringe Rolle spielt?

Die Lichtglocke über Wien wurde im Auftrag der MA 33 erstmals mit einem Helikopterflug gemessen und damit 85% des Streuvolumens sämtlicher Lichtquellen quantitativ erfasst und den jeweiligen Verursachern zugeordnet. In Kombination mit bodengebundenen Licht-Messnetzen erlaubt der Helikopter-Spiralflug nun erstmals die Erfassung eines Energie- und CO2-Budgets des Lichtstroms einer Weltstadt.

Doch welche Einsparungs- bzw. Verbesserungspotentiale wurden ausgemacht? Was sollte sich ändern, um den negativen Konsequenzen der Lichtüberflutung Einhalt zu gebieten?

NGOs, darunter BirdLife Österreich haben einen Forderungskatalog erstellt und differenzieren dabei nach der Herkunftsquelle des künstlichen Lichts:
Nur noch etwa ein Drittel der Lichtglocke von Wien wird durch die öffentliche Straßenbeleuchtung verursacht. Im Zuge ihrer Modernisierung wird auf sogenannte Full-Cut-Off-Lösungen gesetzt, die den Straßenverkehr nicht blenden, aber auch kein Licht direkt in die Atmosphäre abstrahlen. Sie lenken das Licht genau dorthin, wo es benötigt wird – auf die Straße. Damit übernimmt die Stadt Wien nicht nur in Österreich eine Vorreiterrolle.

Die Lichtglocke über Wien (Foto © M. Reithofer, Kuffner Sternwarte)
Die Lichtglocke über Wien (Foto © M. Reithofer, Kuffner Sternwarte)

Das zweite Drittel der Lichtglocke Wiens wird durch Auslagenbeleuchtung erzeugt und dient ausschließlich zu Werbezwecken nach Geschäftsschluss. Hier lautet die Forderung der NGOs möglichst schnell eine verpflichtende Abschaltung (z.B. um 23:00 Uhr) durchzusetzen. Da ab dieser Zeit sowieso wenige Konsumenten unterwegs sind, sollte diese Maßnahme wohl kaum zu Aufmerksamkeitsdefiziten führen.

Das letzte Drittel ist direkt nach oben gelenktes Licht, zum Beispiel zur Beleuchtung von Sehenswürdigkeiten. Um diese auch weiterhin „ins rechte Licht rücken zu können" sind intelligente Konzepte gefragt, die allerdings auch finanzierbar sein müssen und möglichst wenig zur schädlichen Lichtglocke beitragen sollten. Allerdings wird eine Bewilligungspflicht für die „Baustellen-Strahler" aus dem Baumarkt, die jeder Laie heutzutage montieren kann wie er will, solange er den Straßenverkehr nicht blendet, gefordert.

Blick auf die Innenstadt von Wien mit dem Stephansdom  (Foto © M. Reithofer, Kuffner Sternwarte)
Blick auf die Innenstadt von Wien mit dem Stephansdom (Foto © M. Reithofer, Kuffner Sternwarte)

Um weiter zur Meinungsbildung beizutragen und auf die Gefahren der Lichtverschmutzung hinzuweisen zeigt das Digitale Planetarium im Wiener Naturhistorischen Museum die sehenswerte Show „Verlust der Nacht" – ein sechsminütiger Kurzfilm – vor allen Planetariums-Shows (mit Ausnahme von „Dinosaurier und das Abenteuer des Fliegens" und den Live-Shows)

Hier können Sie das Video „Lichtverschmutzung und der Verlust der Nacht" vom Helikopterflug über Wien sehen (© Michael Jensen, kuffner-sternwarte.at):


Cover Bild: Die südliche Milchstraße (Foto © ESA/A. Fuji)

Wie steht Ihr zu diesem Thema? Könntet Ihr spät nachts auf beleuchtete Schaufenster, Hotels und Firmengebäude verzichten?

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Major Tom to Ground Control…

Wer kann sich noch an die 1.Mondlandung erinnern? Immerhin jährt sich das Ereignis heuer zum 45. Mal und trotz aller Verschwörungstheorien: Die Amerikaner waren ja doch dort!
Anlässlich dieses Geburtstags weilte ein „echter" NASA-Astronaut in Wien und berichtete bei einem Vortrag im Naturhistorischen Museum von seinen „Abenteuern" Im Weltall. 

Alvin Drew war mehr als 612 Stunden im All und bei den Space Shuttle Missionen STS-118 mit der Endeavour 2007 und STS 133 mit der Discovery 2011 dabei. Obwohl der Vortragssaal mit –überraschend vielen jungen – Besuchern voll gefüllt war, hätte ich mir für diesen Vortrag noch viel mehr Besucher gewünscht. Ein humorvoller, entspannter Astronaut plauderte über seinen Einsatz (unterstützt von Power Point und einem Video) über seine Missionen und obwohl es meistens nach sehr viel Spaß und guter Laune klang, kam hin und wieder doch auch der Ernst der Missionen durch. Das wäre doch mal ein lohnenswerter Ausflug für alle Englisch-Klassen von Wien gewesen, wurde der Vortrag doch in Englisch gehalten. Nach fast einer dreiviertel Stunde, die „gemeinsam" auf der Raumstation verbracht wurde, kehrte man dann gemeinsam mit dem Space Shuttle wieder auf die Erde zurück und Alvin Drew stellte sich den Fragen der jugendlichen Besucher. Man sah ihm an, dass es ihm Spaß machte diese zu beantworten und mit den Jugendlichen zu diskutieren.

Leider war nach 1 ½ Stunden Schluss, wobei ich mir sicher bin, dass die Besucher und Alvin noch lange weiter diskutiert hätten, wäre mehr Zeit gewesen. Schade. Aber schließlich mussten auch noch Autogramme geschrieben werden und eine lange Schlange bildete sich um die begehrte Unterschrift zu erhalten. 

Ein gelungener Vortrag, der sich noch mehr Zuhörer verdient hätte, denn wann kann man schon einem „echten" Weltraumfahrer bei seinen Erzählungen zuhören…

Ground Control to Major Tom: „Könntest Du nicht wieder einmal vorbeischauen?"

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