Landesgalerie Burgenland - Enricos Reisenotizen

Enricos Reisenotizen

Reisen, Reisen, Reisen, andere Länder und Menschen kennen lernen. Wir berichten über unsere ganz persönlichen Reiseerlebnisse und laden Sie ein mit uns neue Destinationen zu entdecken

Ausstellungseröffnung „Bildhauer der Wotruba Schule"

Ich liebe das Burgenland und freue mich, dass dieses Bundesland nicht nur das „Meer der Wiener" - den unvergleichlichen Neusiedler See - zu bieten hat, sondern auch immer höchst besuchenswerte Kulturveranstaltungen.

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Blaues Gold – Wasser in der Kunst

Am letzten Mittwoch zog es mich wieder einmal ins Burgenland: Eine Ausstellungseröffnung (eigentlich gleich zwei) in der Landesgalerie in Eisenstadt waren angesagt…

Ich habe ja keine Ahnung, warum manche Wiener die Ausflüge ins Burgenland scheuen: in knapp einer Stunde ist man mit dem Auto in Eisenstadt und was hier an Ausstellungen geboten wird, ist immer wieder eine kleine Reise wert. Und die Dauer der Autofahrt ist ungefähr genauso lang, wie wenn ich von Floridsdorf nach Hietzing fahre, ok vielleicht ein bisschen länger, aber dafür staut es sich weniger, wenn man einmal die Tangente überwunden hat …

Das animierte Standbild "Moai" von EGOn Griessmann

2017 ist das Jahr des Wassers und auch die Landesgalerie Burgenland nimmt mit ihrer Ausstellung „Blaues Gold – Wasser in der Kunst" darauf Bezug. Die Beziehung des Wassers zum Menschen ist ja – wie auch von der Kuratorin Mag. Margit Fröhlich angesprochen wurde – vielfältig: Wir trinken Wasser, wir schwimmen, wir waschen uns, duschen, planschen, plätschern, tauchen, rudern und so weiter …

Bei der Eröffnung ...

An den vielen Wortschöpfungen sieht man schon, wie wichtig dieses Element für uns ist. Hier in Mitteleuropa vielfach als Selbstverständlichkeit hingenommen, müssen in vielen anderen Gebieten der Erde oft lange Fußmärsche auf sich genommen werden um das lebensnotwendige Wasser zu finden und zu bekommen.

Im Hintergrund die Radierung von Johannes Haider: Der Ast fällt in den See, 2008

Wasser kann aber auch zerstörerisch wirken, man denke nur an die Fluten, Überschwemmungen und Tsunamis. Wasser ist ja auch ein faszinierendes Element durch seine unterschiedlichen Aggregatszustände – als Flüssigkeit, Dampf, Eis – und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich viele Künstler ebenfalls mit dem Wasser auseinander setzen.

Nach der offiziellen Eröffnung wird geschaut, diskutiert und getratscht

Wer nun die Landesgalerie besucht, wird gleich beim Eintritt vom großen, Zigarette rauchenden Moai von Paul Mühlbauer begrüßt. Er erzählt uns, ebenso wie die animierten Standbilder von EGOn Griessmann von den fernen Osterinseln, deren Bewohner einen engen Bezug zum Wasser, zum Meer hatten. Die genaue Bedeutung der riesigen Steinfiguren ist noch immer nicht endgültig erforscht, wahrscheinlich muss noch einige Geduld bis zur Lösung des Rätsels aufgebracht werden, genauso wie beim animierten Standbild „Aquarium", das ebenso wie Moai in einer gemeinsamen Arbeit zwischen Mühlbauer und Griessmann entstand. Übt euch in Geduld – und werdet mit Unerwarteten belohnt.

Eines meiner Lieblingsbilder von Nadja-Dominique Hlavka

Nehmt euch aber auch genügend Zeit, um euch in der Galerie umzuschauen: Meine Lieblingswerke sind die beiden Bilder von Nadja-Dominque Hlavka: Sickerwasser und Wasserhimmel, in die man sich so richtig hineindenken und genießen kann.

Eines meiner Lieblingsbilder von Nadja-Dominique Hlavka

Mystisch schön, zart, zerbrechlich und doch kraftvoll. Und doch ist es fast unfair, nur einige wenige herauszugreifen.

Die Bilder von Wolfgang Horwath

Ziemlich monumental das Werk von Johannes Haider: Der Ast fällt in den See – expressionistisch und von zurückhaltender Farbigkeit, nur Schwarz und das Blau des Wassers dominieren seine Radierung, aber auch die Sternzeichen Krebs, Skorpion, Fisch und Wassermann von Wolfgang Horwath sind beeindruckend.

Blick in die Ausstellung

Am besten ihr reist nach Eisenstadt und schaut es Euch selbst an. Wer bei der Eröffnung dabei war, kam aber auch noch zu weiteren kulturellen und kulinarischen Genüssen.

Blick in die Ausstellung

Die Vorträge der Kuratorinnen wurden von wunderschönen Musikdarbietungen zum Thema Wasser unterbrochen – hier ein winzig kleiner Ausschnitt:

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Die Grammelpogatscherl waren wie immer ein Gedicht und den Zweigelt vom Weingut Ewald Gabriel kann ich ebenfalls wärmstens empfehlen.

Ein ausgezeichneter Tropfen ...

Doch damit ist ein Besuch in der Landesgalerie noch nicht beendet. Auch in der Dauerausstellung hat sich einiges geändert und so lud uns Kuratorin Mag. Theresia Gabriel auf einen künstlerischen Ausflug durch das Burgenland ein.

Blick in die neue Dauerausstellung in der Landesgalerie Burgenland

In den hinteren Räumen der Landesgalerie kann man bei einem malerischen Streifzug von Neusiedl bis Jennersdorf erleben, wie Künstlerinnen das Burgenland sehen.

Auch Bilder von Gottfried Kumpf sind in der neuen Dauerausstellung in der Landesgalerie zu sehen

Natürlich freute ich mich wieder Werke von Gottfried Kumpf zu sehen, aber auch das realistische Bild eines Stiefels von SR Elfriede Ettl oder die Bäuerin aus Zickenbergen von Hermann Serient haben mich ebenso beeindruckt wie die Eisenstädter Bergkirche von Feli Niering oder die Bilder von Uta Prantl-Peyer und Katharina Prantl.

Die Kuratorinnen Mag. Theresia Gabriel (l.) und Mag. Margit Fröhlich eröffneten gemeinsam mit Kulturlandesrat Helmut Bieler die Ausstellung „Blaus Gold. Wasser in der Kunst“ in der Landesgalerie Burgenland. ©KBB Weiß

Es lohnt sich also wieder einmal einen Ausflug ins Burgenland zu unternehmen…

Blick in die Ausstellung

Die Landesgalerie Burgenland ist vom 12.1.-30.6.2017 und vom 1.9.-17.12. 2017 von Dienstag bis Samstag von 9:00 bis 17:00 Uhr und Sonn- und Feiertag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. In den Sommermonaten Juli und August ist auch Montag geöffnet. 27.3.-6.4., 29.5.-9.6. und 28.8.-7.9.2017 ist die Landesgalerie geschlossen.

Blick in die Ausstellung
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Lachsalven in Eisenstadt

Selten habe ich so viele vergnügte Gesichter bei einer Ausstellungseröffnung gesehen und lautes Gelächter gehört – La Razzia macht es möglich. Am Donnerstag eröffnete in Eisenstadt, im Projektraum der Landesgalerie die Ausstellung „Trotzphase" ihre Pforten – für gute Laune war von Beginn an gesorgt.

La Razzia im Projektraum der Landesgalerie Burgenland

Herrlich war die Darbietung von Christoph Dostal, der den Unterschied zwischen österreichischen und amerikanischen Galeristen, nach einer Erzählung von Doris Schamp, zu Beginn der Ausstellungseröffnung verdeutlichte. Das haben Sie leider schon verpasst – hier ein kleiner Ausschnitt:

​Der Weg nach Eisenstadt lohnt sich, zu sehen sind Cartoons, Grafiken, Entwürfe für einen Red Bull-Werbespot (!), Bilder, Installationen und Objekte der Künstlerin Doris Schamp – La Razzia – die gerade von einem einjährigen Aufenthalt in Los Angeles ins heimatliche Burgenland (sie stammt aus Oberpullendorf) zurück gekehrt ist.

Zwischen den Zeilen lesen

Selten hört man lautes Gelächter beim Besuch einer Ausstellung, hier müssen Sie damit rechnen. Man platzt einfach laut heraus, wenn man wieder einen neuen Cartoon sieht. Ein bissiger Humor steckt in den Zeichnungen und Bildern der Künstlerin, ihre „Hühnermenschen" sind in menschliche Alltagssituationen verstrickt, auf einen Augenblick darin reduziert, der Humor gibt dem ganzen Bild eine „überraschende" Wendung, der Betrachter erhält einen neuen Zugang auf die Situation, die er zuvor so vielleicht noch nicht gesehen hat. Einfach köstlich.

Entwürfe für den Nationalpark Hohe Tauern

Doris Schamp kann aber auch nachdenklich sein und durchaus Gesellschaftskritik (auch an den USA, wie ihre Werke, die in Amerika entstanden sind, beweisen) üben – es geschieht aber nie mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern immer mit einem – teilweise hinterhältigen und schwarzen – Humor. Egal ob sie sich mit der EU oder mit Hamburgern beschäftigt.

Ein Hamburger ist ein Hamburger …

Doch es gilt der Rat: Scheuen Sie nicht den Weg nach Eisenstadt. Gute Laune wird garantiert und Sie werden merken, wie sich Ihre Mundwinkel nach oben ziehen, egal ob Sie wollen oder nicht.
Bis 29. September ist die Ausstellung im Projektraum der Landesgalerie Burgenland zu sehen, im Dezember ist eine weitere Ausstellung im AKH geplant.

Christoph Dostal und Doris Schamp

Vielleicht sehen wir La Razzia ja auch einmal im MAK? Verdient hätte es sich die Gewinnerin des Internationalen Cartoonwettbewerbs in Aachen 2013. Hier belegte Ihre Arbeit „Money must be funny" den ersten Platz unter 283 KünstlerInnen aus 44 Nationen, die insgesamt 937 Arbeiten eingereicht hatten. Warten Sie dennoch nicht – machen Sie einen Ausflug nach Eisenstadt.

Sie malen sich ihre Zukunft aus: v.l.:Christoph Dostal, Schauspieler; Doris Schamp, Künstlerin; Dr. Rudolf Götz, Kurator; Erwin Preiner, Nationalratsabgeordneter, Mag. Gert Polster, Direktor Landesmuseen Burgenland

Öffnungszeiten:

18.7.-31.8.2014: Montag bis Samstag von 9:00 bis 17:00 Uhr. Sonn- und Feiertag von 10:00 bis 17:00 Uhr.
1.-28.9.2014: Dienstag bis Samstag von 9:00 bis 17:00 Uhr. Sonn- und Feiertag von 10:00 bis 17:00 Uhr. Montag ist der Projektraum geschlossen.

La Razzia – Doris Schamp

18.7.-28.9.2014 Trotzphase. Doris Schamp. Karikaturen.

Landesgalerie Burgenland, Projektraum
7000 Eisenstadt, Esterházyplatz 5 (vis á vis Schloss Esterházy)
Tel: + 43 2682-719-5500
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.landesgalerie-burgenland.at 

Websites von Doris Schamp: www.larazzia.at und www.dorisschamp.at

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