Oper Dortmund - Enricos Reisenotizen

Enricos Reisenotizen

Reisen, Reisen, Reisen, andere Länder und Menschen kennen lernen. Wir berichten über unsere ganz persönlichen Reiseerlebnisse und laden Sie ein mit uns neue Destinationen zu entdecken

Tränen bei Madama Butterfly

Die Oper Dortmund eröffnete die neue Spielsaison mit einer fulminanten Premiere der Madame Butterfly von Giacomo Puccini…
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Echnaton von Philip Glass an der Oper Dortmund

Das Opernhaus Dortmund überrascht und fasziniert mich immer wieder – diesmal mit einer Oper von Philip Glass und einer wunderschönen Inszenierung.

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So feiert man in Dortmund die Saison-Eröffnung der Oper

Ein neuer Intendant, ein neuer Stil: Vergangenes Wochenende wurde mit 2 Premieren und einem Fest (nach dem MusiCircus von John Cage) die neue Spielsaison eingeleitet.

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Die Blume von Hawaii

Die Oper Dortmund startet ins neue Jahr mit einer sehr amerikanischen Fassung der Blume von Hawaii …

Aufführungen von Operetten von Paul Abraham sind auf österreichischen Bühnen rar geworden, auch bei den vielen Sommerfestivals ist mir kein Ort bekannt. Daher finde ich es schön, dass hier Dortmund in die Bresche springt.

Die Handlung

Die Handlung der Operette ist schnell erklärt, wenn auch ziemlich verwirrend. Neben den politischen Verwicklungen, die durch die amerikanische Besetzung der Insel entstanden sind, gibt es natürlich auch zahlreiche „menschliche" zu lösen, die wiederum fast alle auch politisch verstrickt sind. Die Einwohner von Hawaii freuen sich auf die Rückkehr ihrer Prinzessin aus Paris, die den Prinzen Lilo-Taro heiraten und dann zur Königin gekrönt werden soll.

Der umschwärmte Prinz in der Blume von Hawaii (Foto © Oper Dortmund)
Der umschwärmte Prinz in der Blume von Hawaii (Foto © Oper Dortmund)

Das bringt jedoch den amerikanischen Gouverneur auf die vielzitierte Palme, der diesem Unterfangen weder politisch noch privat zustimmen kann. Schließlich will er seine Tochter mit dem Prinzen verheiraten. Auf diese hat jedoch John Buffy, sein Sekretär, ein Auge geworfen. Doch damit der Schwierigkeiten nicht genug. Auf der Schiffspassage nach Hawaii verlieben sich Prinzessin Layla, die sich als Sängerin Suzanne Provence ausgibt und der Kapitän des Schiffes auch noch ineinander – das Kuddlmuddl wird also mit der Ankunft des Schiffes in Hawaii nicht kleiner, aber – zu guter Letzt - bekommen alle den passenden Partner. Es geht also rund, - in der Geschichte und auch auf der Bühne.

Die Inszenierung

Durch die vielen Verwicklungen in der Handlung kann ich mich mit der „Erweiterung" derselben von Regisseur Thomas Enzinger nicht so richtig anfreunden. Er kreiert zwei Doppelrollen: Der Komponist Paul Abraham erzählt/träumt die Geschichte und tritt gleichzeitig als Gouverneur von Hawaii auf, Jim Boy, ein afroamerikanischer Sänger und zugleich Partner von Suzanne Provence - hört dem Komponisten bei seinen Erzählungen zu und tritt am Ende als Arzt der Heilanstalt auf, in der Paul Abraham im wahren Leben untergebracht war.

Die Prinzessin alias Sängerin Suzanne  Provence wird ebenfalls umschwärmt (Foto © Oper Dortmund)
Die Prinzessin alias Sängerin Suzanne Provence wird ebenfalls umschwärmt (Foto © Oper Dortmund)

Kurz wird auch des traurigen Schicksals von Abraham gedacht. An seine Flucht vor den Nazis, die ihn schließlich nach New York führt, wo sich bereits erste Schübe seiner Geisteskrankheit zeigen und er nie richtig Fuß fassen kann. Seiner Rückkehr 1956 nach Deutschland, seiner Unterbringung in einer Heilanstalt.

Emily Newton als Suzanne Provence (Foto © Oper Dortmund)
Emily Newton als Suzanne Provence (Foto © Oper Dortmund)

Dieser Kunstgriff von Enzinger führt zwar dazu, einen Moment in der stürmischen Geschichte inne zu halten und das „Bühnenspiel" sozusagen als Traum von außen zu sehen, allerdings passt er für mich weder zur turbulenten Handlung noch zur bunten Inszenierung.

Das Bühnenbild und die Kostüme

Bereits der Vorhang ist ins Spiel miteinbezogen – man tritt in den Zuschauerraum, blickt zur Bühne und glaubt, gleich an Bord gehen zu können: Ein Riesendampfer liegt am Hafen…

Die Blume von Hawaii (Foto © Oper Dortmund)
Die Blume von Hawaii (Foto © Oper Dortmund)

Dann geht es sehr bunt und sehr amerikanisch weiter: es glitzert und funkelt. Inmitten der Bühne befindet sich eine – nein, eigentlich zwei – Showtreppen, über die Sänger und Tänzer auf- und abgehen, laufen, jagen. Ich bewundere die Kondition, dabei auch noch singen zu können ohne ins Schnaufen zu kommen stelle ich mir herausfordernd vor.

Emily Newton als Prinzessin Layla (Foto © Oper Dortmund)
Emily Newton als Prinzessin Layla (Foto © Oper Dortmund)

Zusätzlich dreht sich die Konstruktion auch noch (sehr oft). Palmen hängen von der Decke, die Kostüme sind grellbunt – alles passt ein wenig mehr zur Bar in Monte Carlo als zu Hawaii, aber man muss ja schließlich nicht jedes Klischee bedienen.

Kitsch ist angesagt – aber wer sagt denn eigentlich, dass Kitsch nicht sehr gut zu der Story passt und Kitsch auch mal so richtig schön sein kann? Ich mag es ...

Die Darsteller

Die Kondition der Darsteller ist bewundernswert. Es wird getanzt und gesungen und „Trepp auf, Trepp ab" gelaufen, - toll. Wunderbar auch die vielen Tanzeinlagen, die Ramesh Nair choreografierte. Es swingt so richtig auf der Bühne.

Die Showtreppen (Foto © Oper Dortmund)
Die Showtreppen (Foto © Oper Dortmund)

Vor allem Karen Müller als Bessie Worthington sorgt für gute Stimmung und Lebenslust. Sie spielt hervorragend und stellt bei den vielen Tanzeinlagen auch mit den Profitänzern ihre Frau – einfach eine starke Performance und Präsenz. Da macht es gar nichts, wenn die Stimme in manchen Passagen vielleicht nicht ganz glockenhell rüberkommt.

Ein Wirbelwind:Karen Müller als Bessie Worthington   (Foto © Oper Dortmund)
Ein Wirbelwind:Karen Müller als Bessie Worthington (Foto © Oper Dortmund)

Verena Barth-Jurca als Raka überzeugt stimmlich und darstellerisch. Ich würde mich freuen, sie einmal in einer größeren Rolle zu sehen. Prinz und Prinzessin – Marc Horus und Publikumsliebling Emily Newton – liefern solide Leistungen ab, ebenso wie Fitz Steinbacher als Kapitän Reginald Harold Stone und Mark Weigel als Paul Abraham. Ian Sidden als Kaluna wirkte auf mich ein wenig blass, während Gaines Hall als Jim Boy spielerisch wie sängerisch beeindruckte.

Es wird getanzt (Foto © Oper Dortmund)
Es wird getanzt (Foto © Oper Dortmund) (Foto © Oper Dortmund)

Nochmals seien das hervorragende Tanzensemble und die Choreografie hervorgehoben. Man kommt einfach nicht umhin, mit zu wippen und die Füße (zumindest leicht) zu bewegen – und so soll es bei Operette und Musical ja auch sein.

Ausgezeichnet auch Philipp Armbruster, der die Dortmunder Philharmoniker mit „Dampf", aber auch der nötigen Feinheit, durch die Operette führte.

Für wen wird sie sich entscheiden? (Foto © Oper Dortmund)
Für wen wird sie sich entscheiden? (Foto © Oper Dortmund)

Mit einem Wort: ein bunter Abend, voll von schönen Melodien zwischen Jazz, Musical und Operette, ein bisschen Kitsch, ein wenig Wehmut und Besinnung – was will man mehr?

Die Blume von Hawaii von Paul Abraham ist noch zehn Mal in der Oper Dortmund zusehen und zwar am 5.2., 8.2., 11.2.,24.2., 18.3.,30.3.,8.4.,5.5. und 26.5.2017.

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Komm Zigan – Operettengala in Dortmund

Eigentlich war ich nie ein großer Operettenfan, Musical ja, aber Operette? Zu kitschig, zu leicht verdaulich schien mir am Anfang das Metier. Doch nach einigen Besuchen in Mörbisch muss ich gestehen, dass ich diesem Genre doch einiges abgewinnen kann. Es wird doch nichts mit meinem Alter zu tun haben?

Operettengala in Dortmund (Foto © Oper Dortmund)

Daher konnte ich auch nicht der Einladung der Oper Dortmund zu der Operettengala widerstehen. Über das Haus und einige äußerst gelungene Aufführungen – auch von Musicals, besonders aber von Opern –habe ich ja schon euphorisch berichtet, aber wie sieht es nun bei der Operette aus?

Operettengala in Dortmund (Foto © Oper Dortmund)

Fangen wir einmal mit jenen Punkt an, der mir nicht so gut gefallen hat, dann können wir mit den durchaus positiven und erwähnenswerten Höhepunkten abschließen: Es spielten die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Philipp Armbruster. Technisch brillant, aber im ersten Teil der Gala für mich als Wienerin zum Teil ohne Herz.

Operettengala in Dortmund (Foto © Oper Dortmund)

Kein Schmelz und wenig Charme bei der Csárdásfürstin, der Zigeunerliebe, etwas besser, aber noch nicht in Höchstform, so auch beim Bettelstudent. Ausgezeichnet dafür bei den Piraten von Penzane – alles was schnell und zackig gespielt werden soll, erfreute mein Herz, den leicht kitschigen Ausdruck der „österreich-ungarischen" Melodien vermisste ich.

Einmalig die Piratentruppe und ihr Chef (Foto © Oper Dortmund)

Vielleicht sollten diese durch die Interpretation auch entstaubt und entkitscht werden, aber gerade der Kitsch und das leicht „Schmalzige" ist für mich das Schöne an diesen Opern, wir Wiener brauchen das eben.

Fritz Steinbacher brachte den österreichischen Schmelz ins Programm (Foto © Oper Dortmund)

Nach der Pause folgte dann unter anderem der Auftritt von Fritz Steinbacher mit „Komm, Zigan" aus Gräfin Mariza und da war er plötzlich wieder: der unvergleichliche Schmelz. Ein Lächeln ging über mein Gesicht. Auch das Orchester schien plötzlich weicher und mit mehr Herz zu agieren. Fritz Steinbacher gelang es dann auch noch die Titel aus dem Walzertraum und der Czárdásfürstin ganz nach meinem Geschmack zu gestalten und auch seine Kollegen „wienerisch" mitzureißen. Bravo!

Operettengala in der Oper Dortmund (Foto © Oper Dortmund)

Und ich schwöre, ich habe erst später im Programm nachgelesen, dass er ein Österreicher ist.

Ebenfalls ein großes Lob an den Solo-Geiger! Kompliment! So muss die Melodie klingen, das stellen wir uns – zumindest in Wien - unter Pusztaklängen vor!

Ein ausgezeichneter Sänger und Conférencier (Foto © Oper Dortmund)

Ausgezeichnet auch der Chor, dem man Spiel und Sangesfreude anmerkte. Großen Applaus auch für Herrn Kammersänger Hannes Brock, der charmant, witzig und unterhaltsam durch den Abend führte.

Das Dortmunder Publikum war jedenfalls begeistert – ich schließlich auch – und so klatschten wir uns, fast in Radetzkymarschmanier des Neujahrskonzertes, noch die Hände wund und erfreuten uns an den Zugaben.

Operettengala in Dortmund (Foto © Oper Dortmund)

Fazit:
Auch wenn Operette in Dortmund gespielt wird, solltet ihr den Besuch des Hauses keinesfalls scheuen.

Auf das Diwanpüppchen kann man sich schon freuen ... (Foto © Oper Dortmund)

Tipp: 
Als nächste Operette steht die „Blume von Hawai" von Paul Abraham ab 21. Jänner 2017 am Programm. Tamara Weimerich und Morgan Moody gaben mit dem Titel „Ich hab ein Diwanpüppchen" schon eine kleine Kostprobe bei der Operngala. Meine Empfehlung: hingehen, ansehen und anhören!

Theater Dortmund
441 37 Dortmund, Theaterkarree 1-3
Tel: +43 231 50 25 547, Ticket-Hotline: +43 231 50 27222
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.theaterdo.de

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Nach Dortmund der Oper wegen?

Jaaa, und warum denn nicht? Schließlich sind ja Musical-Reisen zu Starlight-Express nach Bochum oder zum König der Löwen auch angesagt …

Ich muss gestehen, ich mag die Oper in Dortmund, wobei in ihren Hallen ja nicht „nur" Oper aufgeführt wird, auch Ballett, Musical und Operette sind hier zu Hause.

Faust (Margarethe) von Charles Gounod (Foto: Theater Dortmund)

Aber nachdem ich hier einmal eine hervorragende Carmen genossen habe, liebe ich dieses Haus. Allein die Architektur des Hauses macht Spaß immer wieder einen Abstecher nach Dortmund zu machen.

Das Theater Dortmund bei Nacht

Es ist ein modernes Haus, von weiten sieht es ein bisschen wie eine Schildkröte aus und von manchen Blickwinkeln erinnert es mich an Fotos von Sidney. Im Inneren dominieren die Farben Orange und Schwarz, manche Gänge sind mit Spiegelwänden ausgestattet und ein Blick in den „Innenhof" zeigt Grün.

Theater Dortmund - die Bar

Der Zuschauerraum wirkt mit den vorgebauten Logen ein bisschen wie der Regierungssaal des Senats in Star Wars, nur dass hier die Logen nicht zu fliegen beginnen.

Im Zuschauerraum im Theater Dortmund

Die neue Opernsaison startete diesmal mit Charles Gounod's Faust (Margarethe). Ein nicht zu oft gespieltes Werk, und zugegebener Maße auch für mich eine Premiere.

Faust (Margarethe) von Charles Gounod (Foto: Theater Dortmund)

Doch schon beim ersten Blick auf das Bühnenbild (Bühne: Magdalena Gut) bin ich von der Aufführung fasziniert und es bleibt so bis zum Schluss. Obwohl sich die Bühne recht einfach gestaltet zeigt, ist es – vor allem durch eine hervorragende Lichtregie – grandios, welche Stimmungen nur durch den Einsatz der Beleuchtung (und teilweise auch durch die Nebelmaschine) erzeugt werden können und wie sich die Bühne vor den Augen der Zuschauer verwandelt. Einfach toll.

Blick in den Orchestergraben

Hervorragend klingen auch die Dortmunder Philharmoniker unter der musikalischen Leitung von Motonori Kabayashi an diesen Abend, die die Gefühlsmelange der Musik von kraft- über gefühlvoll bis zur Verzweiflung richtig in Szene setzen.

Blick in den Orchestergraben

Überragend auch Karl-Heinz Lehner als Méphistophélès. Er kann einfach alles, was der Teufel können muss, um seine Opfer zu umgarnen – selbst wenn er dazu eine Krankenschwester spielen muss, um den alten Faust zu betreuen und ihn auf die „schiefe Bahn" zu ziehen.

Faust (Margarethe) von Charles Gounod (Foto: Theater Dortmund)

Ausgezeichnet auch Eleonore Marguerre als Marguerite – sehr berührend, fast schon schockierend in ihrer Verzweiflung im letzten Akt, großartig in der „Schmuckszene".

Faust (Margarethe) von Charles Gounod (Foto: Theater Dortmund)

Hervorzuheben ist aber auch – neben der gesanglichen Leistung – das schauspielerische Können von David N. Koch als alten Faust: fast möchte man als Zuschauer auf die Bühne laufen, um den alten Mann vor dem Sturz zu bewahren. Ist er doch – in der Regie von John Fulljames immer auf der Bühne präsent, quasi um seinem verjüngtem Ich bei den Taten zuzusehen.

Lucian Krasznec (Doktor Faust), Ileana Mateescu (Siébel), Almerija Delic (Marthe) und Ian Sideden (Wagner) stehen ihren Kollegen in nichts nach.

Eine gelungene Aufführung – die Reise nach Dortmund lohnt sich!

Theater Dortmund
441 37 Dortmund, Theaterkarree 1-3
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