Enricos Reisenotizen

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Kultur und Wandern im Altvater-Gebirge und Umgebung ...

Blick zum Altvater - Praděd Blick zum Altvater - Praděd

Einladung zu einer Wander-Pressereise. Wandern? Warum eigentlich nicht? Außerdem gibt es da noch einen Programm-Punkt der mich reizt: Olmütz …. 

 Ich freu mich – endlich geht es wieder los. Neues kennen lernen, darüber berichten – und auch noch ein bisschen etwas für die Kondition tun. Herz, was willst du mehr?

Das Wandern ist der Dagmars Lust? Wenn die Hütte auftaucht - auf jeden Fall ...
Das Wandern ist der Dagmars Lust? Wenn die Hütte auftaucht - auf jeden Fall ...

Ungefähr eine Woche vorher flattert dann auch das genaue Programm in meine Mailbox. Super. Erster Programmpunkt Olmütz. Leider nur ein kurzer Stopp, was ich gleich zu bedauern beginne. Aber so ist es nun auf Pressereisen. Meistens bekommt man von den Schönheiten nur ein Häppchen serviert und muss/sollte sich dann in die schönsten Ecken am besten noch einmal alleine hinbegeben. Was ich mir auch in diesem Fall wieder einmal dringend vornehme.

Die Dreifaltigkeitssäule in Olmütz - nur eine der vielen Sehenswürdigkeiten
Die Dreifaltigkeitssäule in Olmütz - nur eine der vielen Sehenswürdigkeiten

Einen kleinen Ausblick über die wunderschöne Barockstadt, die auch in der habsburgischen Monarchie eine große Rolle spielte, findet ihr hier.

Quargel und Bier - das lob ich mir
Quargel und Bier - das lob ich mir

Danach geht es gleich weiter in die Minbrauerei Tvarg. Die ist einen Besuch wirklich wert, denn hier kann man nicht nur einen Bierzapfkurs machen (dem richtigen „ozapft is" beim nächsten Gartenfest steht also nichts mehr im Wege), sondern man kann sich auch durch die verschiedenen Biersorten und Quargelzubereitungen durchkosten. Ja, richtig gelesen.

Gebackene Quargel oder als Aufstrich - beides köstlich
Gebackene Quargel oder als Aufstrich - beides köstlich

Auch hier hat man begonnen, die Olmützer Quargel wieder herzustellen und ob paniert, „abgetrieben" wie von Oma, oder als Beilage in einer Knoblauchsuppe – Quargel schmecken super. Wahrscheinlich braucht man ein gewisses Alter um diese böhmische Käsespezialität köstlich zu finden. In meiner Jugend haben sie mich durch ihr charakteristisches „Odeur" eher verjagt, aber nun finde ich sie echt gut.

Bier zapfen will gelernt sein - hier kann man es lernen
Bier zapfen will gelernt sein - hier kann man es lernen

Mehr über die Minibrauerei Tvarg gibt es bei ask-enrico hier und wer sich genauer über Quargel informieren möchte, klickt einfach hier. Ihr wollt auch Rezepte? Bitte sehr.

Die Papiermanufaktur
Die Papiermanufaktur

Wir reisen gestärkt weiter nach Velké Losiny. Hier in der alten Papiermanufaktur erzeugt man auch heute noch Büttenpapier wie vor vielen Jahren davor.

Papier schöpfen
Papier schöpfen

Beim Rundgang durch das Museum und die Papiermanufaktur lernen wir nicht nur die Papierherstellung vergangener Zeiten kennen, sondern wir können bei dem Prozess dann auch noch live zu schauen. Jetzt wird klar, warum schon einzelne Bögen so teuer sind. Aber es ist eben etwas ganz Besonderes: das handgeschöpfte Papier.

Therme Losiny (Foto © Therme Losiny)

Doch wir müssen weiter - uns erwartet eine entspannende Stunde im Thermalpark Velké Losiny, bevor wir nach Šumperk in unser Hotel zurückkehren.

Hier starten wir zu unserer Wanderung
Hier starten wir zu unserer Wanderung

Nach einer erholsamen Nacht steht heute die erste Wanderung am Programm und ich habe ein bisschen ein mulmiges Gefühl. Früher sehr sportlich bin ich in letzter Zeit doch eher zum Couch-Potato verkommen. Gut, dass ich wenigstens noch in der Woche vorher meine alten Wanderschuhe ausprobiert habe.

Den neuen Schuhen sei Dank - keine Blasen, keine Schmerzen
Den neuen Schuhen sei Dank - keine Blasen, keine Schmerzen

Was haben die gedrückt! Nun bin ich zwar mit neuen Schuhen ausgestattet, mit diesen auch kurz probegewandert, aber ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal viereinhalb Stunden gewandert bin. Dabei muss ich sagen, dass Sabina von Czech Tourism ein Einsehen mit uns „Freizeitsportlern" hatte und die ursprüngliche Route von fast 23 km auf 13 km kürzte. Dadurch gingen uns zwar die „Verlorenen Steine und die „Hohe Heide" verloren – wahrscheinlich auch der Wasserfall, aber ich war doch sehr froh.

Blick in die Umgebung
Blick in die Umgebung

Unser Guide, Pavel Juřík hat den Weg sehr gut ausgesucht. Wir starten vom Skigebiet Červenohorské Sedlo, lassen jedoch die Skilifte links liegen, gehen über die Bundesstraße und folgen einem leicht ansteigenden Pfad. Das ist für mich ok. Geradeaus oder leicht ansteigend. Das ist mein Revier – nur steil sollte es nicht werden!

Unsere kleine Gruppe beim
Unsere kleine Gruppe beim "Aufstieg"

Pavel erzählt uns einiges über das Altvatergebiet, das im Winter sehr schneesicher und im Sommer ein Eldorado für Wanderer und Radfahrer ist. Wir haben noch genügend Luft und Kondition um die Umgebung zu genießen, am Wegesrand die eine oder andere Heidelbeere zu pflücken (wobei die Sträucher schon ziemlich „abgeerntet" sind), und auf die Blindschleiche zu achten, die unseren Weg kreuzt.

Kurz zeigte sie sich, doch dann war sie wieder weg ...
Kurz zeigte sie sich, doch dann war sie wieder weg ...

Ich kann mich wieder einmal nicht an den knorrigen Resten von abgestorbenen Bäumen sattsehen, die immer wieder aus den Sträuchern hervorblitzen und fotografieren wieder viel zu viel. In Zeiten analoger Fotografie wäre ich wahrscheinlich allein dadurch schon lange bankrott.

Ich kann mich kaum satt sehen an den knorrigen
Ich kann mich kaum satt sehen an den knorrigen "Freunden" ...

So dauert es gar nicht zu lange und wir sehen von Weitem schon unser erstes Etappenziel durch die Bäume blitzen: Die Schweizerhütte (Švýcárna). Eine kleine Pause tut sicher gut und ich gestehe: ich kann ein kleines Hüngerchen nicht verleugnen. Kurz vor der Hütte gibt die Umgebung die Sicht auf den Praděd und seinen Aussichtsturm frei. Dort wollen wir dann anschließend auch noch hin – sieht ganz schön weit aus…

Angekommen - bei der Schweizerhütte, unserem Mittagsstopp
Angekommen - bei der Schweizerhütte, unserem Mittagsstopp

Jetzt wird aber einmal gegessen – es ist fast ein richtiges Skifahrer-Hüttenessen. Ich entscheide mich für Heidelbeerknödel (sind unseren Germknödel mit Powidlfülle ähnlich) und als Getränk gibt es eine Art Himbeerlimo, die ich in unseren Breiten als Skiwasser bezeichnen würde. Köstlich. Mir schmeckts. Und das alles so ganz ohne schlechtes Gewissen. Immerhin muss ich ja schon einiges an Kalorien beim Aufstieg verbrannt haben. Mehr über die Švýcárna-Hütte findet ihr hier.

Köstlich: Die Heidelbeerknödel und das Skiwasser
Köstlich: Die Heidelbeerknödel und das Skiwasser

Nach einem guten Espresso machen wir uns weiter auf den Weg.

Sollen wir noch hoch zum
Sollen wir noch hoch zum "Altvater"?

Bald danach stehen wir bei einer Abzweigung und müssen eine Entscheidung treffen: machen wir den Abstecher hoch zum „Altvater" und seinem Aussichtsturm oder beginnen wir unseren „Abstieg"?

Schlapp, aber stolz es geschafft zu haben - beim Altvater
Schlapp, aber stolz es geschafft zu haben - beim Altvater

Wir entscheiden uns für den Abstecher zum Praděd und nehmen den 2 km langen Anstieg in Angriff. Es geht jetzt wieder ein bisschen mehr bergauf, aber Schritt für Schritt geht es langsam voran bis ich doch ein wenig müde, mit leicht zittrigen Knien beim Altvater stehe und erstmals nach einem Selfie lechze.

Für Pavel war es ein kleiner Spaziergang
Für Pavel war es ein kleiner Spaziergang

Immerhin brauche ich einen Beweis, dass ich wirklich da war. Übrigens: Man kommt hier hoch auch mit dem Auto, aber das wäre wirklich ein Stilbruch. Der Weg ist asphaltiert und gut ausgebaut, wir treffen auch viele Jungfamilien, die hier mit dem Kinderwagen unterwegs sind.

Hier oben gibt es neben der Aussichtsplattform auch ein Restaurant und wer will kann im Hotel übernachten. Ich umrunde das Gebäude und sehe, dass an der Rückseite die Pistenbullys für die Wintersaison schon bereit stehen.

Langsam machen wir uns auf den Weg hinunter und ja, meine Knie zittern schon ein wenig. Schließlich kommen wir aber alle wohlbehalten, müde aber glücklich beim Parkplatz vom Hotel Vz Ovčárna in Karlova Studánka an, wo unser Fahrer bereits auf uns wartet.

Das Endziel unserer ersten Wanderung
Das Endziel unserer ersten Wanderung

Nun geht's nach Jeseník, wo wir im Hotel Slovan die Nacht verbringen und auch zu Abend essen.

Das Kurhotel im Spa Jeseník
Das Kurhotel im Spa Jeseník

Wer allerdings in Jeseník urlaubt, kommt am Spa Jeseník und dem Balneopark nicht vorbei und dieser muss nun noch besichtigt werden. Das Spa ist nicht nur für die gute Luft, sondern auch für die Anwendungen von Vincenz Priessnitz bekannt, doch darüber erzähle ich hier mehr.
Leider ist es schon ziemlich spät und dunkel, bald sehen wir überhaupt nichts mehr.

Blick aus unserem Hotelfenster auf das Rathaus
Blick aus unserem Hotelfenster auf das Rathaus

Zurück im Hotel behandle ich noch meine Knie mit reichlich Salbe – schließlich bringt der nächste Tag ja auch die nächste Wanderung.

Am nächsten Tag fühle ich mich frisch und erholt und bin überrascht, dass mir weder meine Knie schmerzen, noch dass ein Muskelkater mich plagt. Also auf zum Frühstück und dann los zur nächsten Wanderung.

Es schaut gar nicht so steil aus ...
Es schaut gar nicht so steil aus ...

Heute soll es von Staré Město bis zum Aussichtsturm Dalimilova und dann zur Berghütte Paprsek gehen. Auf Grund der gestrigen Erfahrungen bin ich übermütig und starte forsch in den Tag, was sich allerdings bald ein wenig rächen sollte. Heute ist der Weg zwar kürzer, lächerliche nicht ganze 7km stehen am Programm, aber bald wird klar, dass es heute steiler bergan geht.

Manchmal eine kleine Pause ...
Manchmal eine kleine Pause ...

Wir gehen über Wiesen bergauf, die den Weg kaum erkennen lassen, aber Pavel kennt sich natürlich gut aus. Treffen auf Schwammerlsucher, die uns ihre „Beute" zeigen, ich schaue mich immer wieder in der Gegend um und versuche eher zurück denn nach vorne auf den Berg, der noch vor mir liegt, zu schauen. 

Ja, es ist ziemlich anstrengend und ich schwitze. Dieser Ausflug kommt mir anstrengender vor als unsere gestrige Wanderung. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass ich doch noch müde bin. Endlich ist unser Ziel vor Augen: Der Aussichtsturm.

Das Ziel ist nahe ...
Das Ziel ist nahe ...

Eine kleine Pause ist angesagt – wir klettern dann aber doch auch noch hoch hinauf auf den Turm und sind fasziniert, als uns die Drohne eines Kollegen dann hoch oben besucht. Weiter geht's dann durch eine Art Zauberwald Richtung Berghütte Paprsek, wo wir zu Mittag essen.

Die paar Stufen schaffen wir auch noch ...
Die paar Stufen schaffen wir auch noch ...

Hier ist jede Menge los. Terrasse und Innenräume sind bis auf den letzten Platz besetzt und wir haben viel Glück, dass wir eine Reservierung in einem Nebenraum haben. Hier muss auch im Winter buntes Treiben herrschen. Einige Skilifte führen hier herauf und ich bin mir sicher, dass es hier auch bei Eis und Schnee sehr schön sein muss.

Bei der Hütte ist eine Menge los an diesem schönen Tag ...
Bei der Hütte ist eine Menge los an diesem schönen Tag ...

Bei einer Linsensuppe und nochmaligen Heidelbeerknödel, einem Kofola (muss man probiert haben) treten wir noch müder als vorher die Rückreise nach Wien an.

Schön wars, Freunde. Ich komme wieder wandern. Vielleicht auch einmal Skifahren im Winter. Mal sehen, was meine Knie so dazu sagen. Und wenn die bei zu viel Sport streiken, dann geht's einfach nochmal nach Olmütz, nach Šumperk, nach Velké Losiny ins Spa oder nach Jeseníky. Die Auswahl ist groß….

Der Besuch erfolgte im Rahmen einer Pressereise auf Einladung der Tourismusorganisation Mittelmähren, der Tourismusregion Jeseníky und Czech Tourism Wien.

Wandern in Lunz am See

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