Enricos Reisenotizen

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Donauinsel, Lobau und Radfahren

Die Donauinsel - entspannen in Wien trotz Lockdown

Ich weiß, keiner kann es mehr hören, aber wir stecken noch immer im Lockdown (und ich fürchte nach den Öffnungsschritten dann bald wieder). Jedoch: kochen macht noch immer Spaß, essen auch – also ist Sportliches angesagt. 

Da mich mein Internist auch bald wieder auf das Rad zwingen wird (warum bloß gibt es da immer nur diese Zimmerräder und keine Laufbänder?) und der Sporthändler meines Vertrauens mein Rad wieder picobello hergerichtet hat, habe ich mich diesmal für einen Radausflug entschieden.

Die Jedleseer Brücke führt auf die Donauinsel
Die Jedleseer Brücke führt auf die Donauinsel

Start war in der Hopfengasse, über Boschgasse und Überfuhrstraße auf die Donauinsel. Die Jedleseerbrücke führte mich dann auf die Insel und zu einem Abstecher zum Kirschblütenhain. Wer Zeit und Lust hat, sollte dort nun schnell vorbei schauen. Die Kirschen sind gerade dabei aufzublühen und es sieht einfach wunderbar aus. Man kann sich an all diesen rosa Bällchen kaum satt sein.

Der Kirschblütenhain gleich bei der Jedleseer Brücke
Der Kirschblütenhain gleich bei der Jedleseer Brücke

Mein Weg sollte mich aber in die andere Richtung zur Lobau führen. Im Moment ist zwar auf der Donauinsel jede Menge los, aber wie es so schön heißt: Es verteilt sich. Man hat also genügend Platz um für sich auch allein zu sein. Die Insel ist jetzt herrlich. Bäume und Sträucher treiben aus und zeigen wie viele unterschiedliche Grünschattierungen es in der Natur gibt, manches blüht auch schon, und hin und wieder duftet es auch. Ja genau. Es duftet, nein es stinkt nicht.

Es sind japanische (?) Kirschen. Sie sehen fast aus wie kleine Röschen ...
Es sind japanische (?) Kirschen. Sie sehen fast aus wie kleine Röschen ...

Die ersten Bienen und Hummeln sind unterwegs. Leider – wie ich auf der Rückfahrt bemerkte – auch schon die erste Generation von Mücken und die sind lästig wie eh und je. Daher Maske (schützt auch davor) oder zumindest Mund zu.

Mein Großvater hätte viel für so ein
Mein Großvater hätte viel für so ein "Fischerboot" gegeben ...

Kennt ihr die Fischerboote an der Donau? Ich wusste gar nicht, dass doch so viele noch „in Betrieb" sind. Ob wirklich noch gefischt wird oder sie vielleicht doch nur ein anderes „Wochenendhäuschen am Wasser" sind, habe ich nicht feststellen können. Die Netze sind jedenfalls noch gespannt und „arbeitsbereit" bei den meisten.

Das Netz ist noch bereit ...
Das Netz ist noch bereit ...

Wer auf der Donauinsel entlang radelt oder spaziert, lernt auch das moderne Wien kennen. Sei es der Milleniumstower oder die UNO-City. Viel Glas ragt hier in den blauen Himmel – und doch: auch das gefällt mir.

Der Blick zur Uno-City
Der Blick zur Uno-City

Blickt man nicht über die Neue Donau, sondern über den Hauptfluss fühlt sich beobachtet: immerhin schaut ein großes Auge beim Radfahren zu. Keine Angst, es ist nicht der Hinweis auf den österreichischen Geheimdienst, sondern ein Kunstwerk: Das Auge Picassos stammt von Robert Adrian X und gilt als eine seiner signifikantesten Arbeiten im öffentlichen Raum. Seit 1993 blickt es schon von der Außenwand des Umspannwerks am Wiener Handelskai auf den Donaustrom.

Picassos Auge wirft einen Blick auf die Radfahrer
Picassos Auge wirft einen Blick auf die Radfahrer

Davor liegt im Moment anscheinend der schnelle Twin City Liner vor Anker. Er wartet sicher genauso ungeduldig wie ich darauf, wieder reisen zu können. Meine Sehnsucht nach dem Meer wird jedenfalls immer stärker – es tut echt gut, wenigstens hier am Wasser entlang zu fahren.

Der Wasserspielplatz auf der Donauinsel
Der Wasserspielplatz auf der Donauinsel

Am Wasserspielplatz wird auch bereits gewerkt, schließlich soll ab Mai geöffnet werden. Anscheinend ist die Stadt Wien optimistisch, doch Öffnungsschritte setzen zu können. Wenn jetzt dann auch noch Sommertemperaturen Einzug halten, wird hier in der Nähe der Brigittenauer Brücke sicher wieder jede Menge los sein. Am besten man nimmt die U1 und steigt bei der Station „Donauinsel" aus. Dann den Ausgang „Donauinsel" nehmen. Zu Fuß sind es dann noch rund 7 Minuten flussabwärts.

Der alte Getreidespeicher hat sich zu einem tollen Hotel gemausert
Der alte Getreidespeicher hat sich zu einem tollen Hotel gemausert

Vom anderen Donauufer grüßt kurze Zeit später das Hilton Vienna Danube Waterfront. Der ehemalige Getreidespeicher liegt heute stolz am Ufer und punktet nicht nur durch sein Aussehen und die Nähe zur Messe Wien und auch zur inneren Stadt, sondern mit Außenpool, Fitnessstudio und Spa – ach, da kommen mir doch gleich wieder Urlaubsträume in den Sinn.

Holzarbeiten im Gang ...
Holzarbeiten im Gang ...

Die Lobau rückt näher und damit wird es rund ums Wasser auch ein kleines bisschen wilder. Wie man an den „gefällten" Bäumen erkennen kann, sind hier Biber zuhause. Doch auch eine Schwanfamilie hat es sich häuslich eingerichtet.

Darf ich vorstellen? Familie Schwan im Hintergrund
Darf ich vorstellen? Familie Schwan im Hintergrund

Ich komme wieder einmal aus dem Staunen nicht heraus: Wien hat eine Watersports Arena. Anscheinend kann man hier Kanu und Wildwasser fahren trainieren. Doch im Moment scheint die Anlage noch im Stand-by-Modus zu sein. Dennoch: es könnte interessant sein, hier einmal im Vollbetrieb vorbei zu kommen. Damit aber keine Missverständnisse aufkommen: als Zuschauer natürlich, nicht als aktiver Sportler.

Zuschauen ja - trainieren? Lieber nicht ...
Zuschauen ja - trainieren? Lieber nicht...

Mir tut aber auf jeden Fall jetzt schon einmal der „Allerwerteste" etwas weh und ich beschließe umzukehren. Bei meiner Rückfahrt merke ich wieder mal, dass der Wind wieder einmal mir entgegen bläst. Es ist also egal, ob ich skate, radfahren oder walke, ob ich die erste Strecke Richtung Lobau oder Richtung Schleuse Nußdorf wähle: kaum mach ich mich auf den Heimweg kommt mir der Wind entgegen. Ok, das sollte Kondition bringen…

Hier weht anscheinend immer ein Wind ...
Hier weht es anscheinend immer ...

Ich habe nun den Weg ganz nah beim Wasser gewählt, genieße die Sonne, interessante Wolkenformationen und den Ausblick auf die Neue Donau. Außerdem möchte ich noch kurz schauen, wie es auf der Copa Kagrana aussieht. Hier wird ebenfalls schon fleißig gehämmert, geschraubt und gesägt. Wobei ich annehme, dass die fetten Mercedes nicht die Handwerker hierher gebracht haben.

An der Copa Kagrana und am Wörthersee ...
An der Copa Kagrana und am Wörthersee ...

Von der Ferne blinzelt die Moschee durch die Bäume und ich traue meinen Augen nicht: der erste Schwimmer zieht ebenfalls bereits seine Längen in der Neuen Donau. Auch wenn das Wetter wirklich schön ist, fröstelt es mich ein bisschen beim Zuschauen.

Tapfer, tapfer ...
Tapfer, tapfer ...

Von der Ferne blinzelt die Moschee durch die Bäume und ich traue meinen Augen nicht: der erste Schwimmer zieht ebenfalls bereits seine Längen in der Neuen Donau. Auch wenn das Wetter wirklich schön ist, fröstelt es mich ein bisschen beim Zuschauen.

Also noch einmal Gas geben bzw. fest in die Pedale getreten und nach Hause geradelt. Immerhin war ich fast 3 Stunden unterwegs und freue mich jetzt auf Kaffee und Kuchen. Man gönnt sich ja sonst nix. Ich wünsche daher noch einen schönen Lockdown, vielleicht treffen wir uns ja bei der nächsten Tour…
Classic & contemporary in gugging.!
Am Egon Schiele Weg in Tulln

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