Enricos Reisenotizen

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Wallfahrt nach Mariazell

Die Gnadenkapelle in der Basilika von Mariazell

Die Bezeichnung Wallfahrt ist vielleicht für unseren Besuch ein bisschen übertrieben, Ausflug wäre wahrscheinlich der geeignetere Ausdruck… 

Doch es ist in unserer Familie Tradition: einmal im Jahr geht die Reise nach Mariazell, dem größten Marien-Heiligtum in Österreich.

Hoch thront die Basilika über dem Ort
Hoch thront die Basilika über dem Ort

Mariazell hat eine lange Geschichte: Immerhin berichtet die Legende, dass ein Mönch vom Benediktinerkloster St. Lambrecht im Jahre 1157 in die Gegend ausgesandt wurde, um die Seelsorge der hiesigen Bevölkerung zu übernehmen. Eine selbst geschnitzte Marienstatue aus Lindenholz begleitete ihn auf seinem Weg.

Die Kapelle mit dem Gnadenbild, das silberne Gitter spendeten Franz Stephan und Maria Theresia
Die Kapelle mit dem Gnadenbild, das silberne Gitter spendeten Franz Stephan und Maria Theresia

Magnus, so der Name des Mönches, war fast schon am Ziel, als ihm ein riesiger Felsblock den Weg versperrte. Hilfesuchend bat er die Jungfrau Maria um Hilfe und siehe da, der Fels spaltete sich und er konnte seinen Weg fortsetzen. Am Ziel angekommen, stelle der Mönch die Statue auf einen Baumstrunk und begann eine Zelle zu bauen, die als Kapelle und als Unterkunft für ihn dienen sollte. Damit wurde auch der Name des Ortes begründet: Maria in der Zelle.
Weitere Hilfesuchende wandten sich an die Gottesmutter, darunter auch der Markgraf von Mähren und dessen Gattin. Von der Krankheit geheilt, sandten sie aus Dankbarkeit Mittel zur Erbauung einer Kirche.

Blick zum Hochaltar
Blick zum Hochaltar

Die Magna Mater Austriae, die große Mutter Österreichs, besuchen nicht nur Pilger aus den Nachbarländern, sondern auch viele berühmte Persönlichkeiten:
Ludwig I. von Ungarn und seine Gemahlin Elisabeth stifteten die gotische Gnadenkapelle, Maria Theresia und ihr Gemahl finanzierten anlässlich des jährigen Bestehens der Wallfahrtskirche das wertvolle Silbergitter.

Das prächtige Eingangstor der Basilika
Das prächtige Eingangstor der Basilika

Mariazell war das Nationalheiligtum der Donaumonarchie, fast alle Habsburger pilgerten nach ihrer Krönung hierher. Otto Habsburg musste wegen des Einreiseverbots nach Österreich seine Regina 1951 in Lothringen heiraten, die Silberne und die Goldene Hochzeit wurde aber in Mariazell gefeiert, Karl Habsburg heiratete hier 1993 Francesca Thyssen-Bornemisza.

Silberne Engel im Inneren der Basilika
Silberne Engel im Inneren der Basilika

Papst Johannes Paul II. war hier ebenso zu Besuch wie Bartholomäus I., Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel und Papst Benedikt XVI.
Nach gut zwei Stunden kommen wir in Mariazell an. Bereits von weitem ist die Basilika mit ihren Türmen zu sehen. Stolz thront sie über der kleinen Stadt. Der Ort ist trotz Corona gut besucht, dennoch lässt sich der Abstand des Babyelefanten überall gut einhalten.

Ein Blick auf den Hauptplatz im Advent
Ein Blick auf den Hauptplatz im Advent

Ich suche einen Parkplatz in der Nähe der Basilika und werde auch fündig. Drei Stunden kann man hier in der Kurzparkzone um 3,60 Euro sein Auto abstellen.

Wir steigen langsam den Weg zu Basilika über die Treppen hinauf. Allein das Gebäude beeindruckt schon von außen. Beim Eintritt in die Kirche gilt Maskenpflicht. Im Inneren wird gerade eine Messe gefeiert. Wir suchen einen Sitzplatz und warten das Ende ab. Heute interessieren uns nicht die Schätze der Schatzkammern, wir wollen heute einfach nur „Danke" sagen. Still stehen wir kurz vor der Gnadenkapelle und sprechen unser Gebet. Dann gehen wir noch vor zum Hauptaltar, bewundern seine Gestaltung, wie auch die Orgel und die wunderbare Deckengestaltung, die Silberengel und vieles mehr.

Auch die Orgel ist gewaltig
Auch die Orgel ist gewaltig

Schließlich verlassen wir die Basilika, um in der Kerzengrotte einige Lichter für unsere Liebsten anzuzünden. In Mariazell ist es nicht mehr möglich in der Kirche Kerzen anzuzünden, wie dies in vielen Kirchen in Österreich möglich ist. Die Rußentwicklung der vielen Lichter verursachte zu großen Schaden und sorgte immer wieder für Renovierungsmaßnahmen, sodass man sich entschloss hinter der Basilika eine eigene Grotte dafür zu gestalten.

Der Blick zur Decke lohnt
Der Blick zur Decke lohnt

Der Rundgang hat doch einige Zeit gedauert, sodass wir ein leichtes Hungergefühl verspüren und in Mariazell auf ein Mittagsmahl einzukehren, gehört ebenfalls zu unserem Ritual.

Der Blick zur Basilika von der Terrasse der Pirker Steirischen Gourmet Snack-Bar
Der Blick zur Basilika von der Terrasse der Pirker Steirischen Gourmet Snack-Bar

Diesmal besuchen wir Pirkers Steirische Gourmet-Snack-Bar und lassen uns Schlutzkrapfen mit Steinpilzfüllung schmecken. Dazu gibt es einen Steirer Almrausch und hinterher noch eine Melange. Die Preise hier sind akzeptabel, die Mitarbeiter sind sehr freundlich, es herrscht allerdings Selbstbedienung, aber der wunderschöne Ausblick von der Terrasse auf die Basilika ist es allemal wert hier einzukehren. Die Schlutzkrapfen sind ebenfalls empfehlenswert (wenn ich auch gerne noch mehr Steinpilze in der Füllung gehabt hätte).

Die Apotheke zur Gnadenmutter - ein Fixpunkt unseres Besuches
Die Apotheke zur Gnadenmutter - ein Fixpunkt unseres Besuches

Zwei Besuche stehen noch auf unserer Liste: die Mariazeller Apotheke „Zur Gnadenmutter" und Pikers Lebzelterei. Bei beiden muss man einfach vorbeischauen.

Diesmal hab ich nur die "Probierfläschchen" mitgebracht

In der Apotheke am Ende des Hauptplatzes erstehen wir wie immer einen Mariazeller Kräuterlikör. Früher gab es davon nur eine Sorte und Schluss. In den letzten Jahren wurde das Sortiment aber ziemlich erweitert. Ich kann mich wieder einmal nicht entscheiden und entschließe mich daher für zwei kleine – dafür aber – verschiedene Fläschchen. Und dann muss natürlich auch noch etwas für die Gesundheit und eine Lavendelseife mit. Eigentlich könnte ich von diesem Angebot alles Mögliche brauchen – egal ob Leber oder Darm, Niere oder Schnupfen, Wohlbefinden oder Magenkrämpfe – für jedes Leiden gibt es ein Elixier, Tropfen, Kügelchen, Salben, Tees. Ein Traum für jeden Hypochonder und für alle, die es werden wollen. Da meine Ärztin meinen hohen Blutzuckerspiegel bemängelt hat, nehme ich auch da noch ein kleines Fläschchen mit. Wie heißt es so schön? Wenn's nix nutzt, schad's nix.

Für jedes Leiden gibt es ein Kraut - oder eine Tinktur ...
Für jedes Leiden gibt es ein Kraut - oder eine Tinktur ...

Zu guter Letzt muss auch noch ein Mariazeller Lebkuchen mit auf den Weg. Obwohl es den Pirker auch am Hauptplatz gibt (halb Mariazell scheint ja dieser Familie zu gehören) war ich im Shop in der Grazer Straße 10, der im Hotel Mariazellerhof untergebracht ist. Erstaunlich was hier alles mit und aus Lebkuchen angeboten wird. Natürlich ist auch Honig ein Thema. Ich entscheide mich schnell für Lebkuchenstangen mit unterschiedlichen Füllungen und einem kleinen Glas Honig.

Lebkuchen vom Pirker - gut dass es in Wien am Stephansplatz eine Filiale gibt
Lebkuchen vom Pirker - gut dass es in Wien am Stephansplatz eine Filiale gibt

Und schon geht's wieder ab nach Wien. Wir genießen noch bei strahlendem Sonnenschein die Fahrt und kommen gut gelaunt zu Hause an.
Mariazell, wir kommen nächstes Jahr wieder – und dann machen wir auch noch eine Runde durch die Stadt und besuchen die Schatzkammern. Versprochen.

Mariazell im Winter
Mariazell im Winter

Wer sich nicht so weit weg begeben kann oder will: Produkte der Lebzelterei Pirker und auch der Apotheke Zur Gnadenmutter kann man auch über das Internet bestellen:
www.lebkuchen-pirker.at
https://www.zurgnadenmutter.com

Am Hauptplatz im Advent (vor Corona)
Am Hauptplatz im Advent (vor Corona)

Weitere Tipps über Mariazell und das Mariazeller Land findet ihr hier:
https://www.steiermark.com/de/urlaub
https://www.mariazell.at/

Ins Land
Ins Land "eini schauen" und den schönen Tag genießen ...
Alles Wissenswerte über die Basilika ist hier zu finden:

https://www.basilika-mariazell.at/
und bald auch noch auf https://ask-enrico.com

Lesung Alena Mornštajnová im Tschechischen Zentrum
Im Dino- und Märchenpark

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