Enricos Reisenotizen

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Am Podersdorfer Campingplatz

Am Campingplatz in Podersdorf

 Schon bei der Buchung bei Gebetsroither musste ich feststellen, dass die Plätze am See nur mehr rar gesät waren und konnte so gerade noch einen Wohnwagen von Dienstag auf Samstag ergattern.

Stattlicher Preis für die paar Tage: 500 Euro! Ok, es ist ja Hauptsaison. Bezugsfähig am Anreisetag ab 16:00 Uhr, raus am Abreisetag um 10:00 Uhr, also eigentlich noch zwei Tage weniger.

Wir packten also gemächlich am Dienstag alle unsere Sachen, schnappten unseren Enkel und fuhren auf „Gut Glück" los und hofften auf Verständnis der Gebetsroither Betreuer, um vielleicht früher den Wohnwagen zu beziehen. Sie wussten ja, dass wir aus Wien anreisten. Und so viele Wechsel sollten unter der Woche hoffentlich nicht stattfinden.

Gegen 12:00 trafen wir in Podersdorf ein. Freundlicher Empfang bei den Damen der Campingplatz-Rezeption, die mir in kürzester Zeit alles erklärten und aushändigten. Früher den Wohnwagen beziehen? Oh, das glauben sie nicht, aber das kann nur der zuständige Herr der Firma Gebetsroither freigeben. Also machte ich mich hoffnungsvoll zum Meeting-Point auf, um das abzuklären. Kein Mensch da. Wahrscheinlich waren die Leute gerade dabei die Wohnwagen herzurichten, was mich auch hoffen ließ und schließlich gabs ja eine Telefonnummer.

Am Campingplatz in Podersdorf. Rechts die Reihe der Gebetsroither Wohnwagen
Am Campingplatz in Podersdorf. Rechts die Reihe der Gebetsroither Wohnwagen

Um es kurz zu machen: Mein Anruf erfreute den Herrn nicht. Bezug ist um 16:00 Uhr, vielleicht eine Stunde früher, mehr sicher nicht. Ziemlich herrischer Ton, - ich spürte, ich hatte etwas Ungebührliches verlangt. Punkt.

Nächster Fehler: Wir waren dann wirklich um 15:00 Uhr da. Das wurde auch nicht gerne gesehen. Schnell wurde uns der Wohnwagen erklärt – mit dem Hinweis: Gekocht wird aber im Vorzelt, nicht im Wohnwagen! Wer kocht schon im Wohnwagen? Ich war über die Barschheit so baff, dass ich nicht mal eine Frage stellte. Kochen im Mobilheim war bei früheren Aufenthalten nie ein Problem gewesen.

Im Vorzelt wartete dann ein abgenudelter Elektroherd mit 2 Platten auf einem etwas wackeligen Gestell auf mich. Mit etwas Geduld wurden beide Platten heiß. Schön wäre es allerdings schon gewesen, wenn beide Kontroll-Lichter funktioniert hätten und wenn man an den Knöpfen noch irgendeine Bezeichnung erkennen würde. Aber ein Camper lässt sich von solch Kleinigkeiten nicht aus der Ruhe bringen.

Die Kochstelle im Vorzelt - mit zweitem Kühlschrank!
Die Kochstelle im Vorzelt - mit zweitem Kühlschrank!

Im Wohnwagen Bettzeug für 3 Personen. Stimmt, wir waren nur zu Dritt angemeldet, allerdings sind 5 Personen im Mietpreis inbegriffen und wenn es kühl wird, ist oft eine Decke mehr eine Wohltat. Ich will mir gar nicht vorstellen, was es bedeutet hätte, wenn ich nach weiteren Decken und Polstern gefragt hätte. Immerhin waren diese auch auf der Inventarliste vermerkt. Ob ich bei meinem nächsten Urlaub vielleicht diese zusammen mit dem Betreuer kontrollieren sollte?

So schön ist es in Podersdorf
So schön ist es in Podersdorf

Wettermäßig hatten wir großes Glück. Zwei Tage war es richtig schön heiß und nur ein laues Lüftchen wehte. Was mich dazu veranlasste, eine Seitentür des Vorzeltes zu öffnen, um ein bisschen Durchzug zu erreichen. Dieses war noch nicht lange geöffnet, als ich die forsche Stimme unseres Betreuers hörte: „Na, von der Seitn möchte ich euch gar nicht sehen". ???? Große Fragezeichen tauchten bei mir auf. „Was meinen Sie?" „Na, ihr könnt's des Zelt ja net umbauen, des ist laut Geschäftsbedingungen verboten." Umbauen? Meine Fragezeichen wurden noch größer. „Aber ich hab doch nix umgebaut, ich hab nur den Zipp von der einen Seitentür aufgemacht, damit es durchziehen kann." „Eben, und das ist nicht erlaubt. Wann i wieda vorbei kumm, will ich die Tür nur mehr geschlossen sehen. Geschäftsbedingungen nachlesen."

Hab ich jetzt zu Hause gemacht:
Paragraph 10. Vorzelte: Es ist nicht erlaubt Teile des Zeltes und die Sturmsicherung zu entfernen.
Ich hab weder eine Sturmsicherung entfernt bzw. was ist eigentlich damit gemeint? Die Hakenbefestigungen des Zeltes im Boden?? Die haben bei der Seitentür ebenso wie bei der Eingangstür sowieso gefehlt. Ich frag mich, ob es überhaupt dann erlaubt war, bei Regen und bei dem Sturm, der eine Nacht herrschte, die Seitenfenster zum Schutz herunter zu lassen. – Weil wie hieß es so schön: Am Zelt darf nix verändert werden….

Dennoch die Tage waren trotzdem erholsam und so kam die Stunde unserer Abreise, die wir – trotz Kleinkind – pünktlich um 10:00 Uhr hinbekommen haben.

Da erlebten wir allerdings noch einmal eine Novität: Sämtliche Häferl, Gläser, Teller, Kochtöpfe wurden herausgenommen und genauestens begutachtet, ob sie gut gesäubert waren. Mit Glück haben wir diese Kontrolle bestanden, allerdings wurde bekrittelt, dass die Teller noch feucht und daher nicht ordnungsgemäß abgetrocknet waren. Diese Kontrolle ist mir in 20 Jahren Gebetsroither in der Form noch nie passiert – sie wurde auch nur bei uns so penibel durchgeführt, unsere Nachbarn, die mit uns abreisen mussten, wurden etwas gütiger entlassen. Ob das wohl am deutschen Kennzeichen des Autos meines Partners lag?

Teller- und Gläserkontrolle - durch das Wohnwagenfenster fotografiert
Teller- und Gläserkontrolle - durch das Wohnwagenfenster fotografiert

Und dann kam der letzte große Auftritt: Die Kontrolle der chemischen Toilette. Sie wurde für nicht ausreichend gereinigt empfunden und mein Partner musste zur Nachbesserung noch einmal antreten. Dann durften wir gnädiger Weise die Heimreise antreten.

Fazit: Bei einem Preis von 125 Euro die Nacht und 50 Euro Reinigungsgebühr werde ich es mir in Zukunft verkneifen, diese Unterkunftsmöglichkeit noch einmal zu buchen.

In Podersdorf bei Gebetsroither wohl auf keinen Fall, obwohl der Campingplatz sehr schön ist (siehe anderen Bericht) und die Betreiber des Platzes auch sehr freundlich und zuvorkommend und der See für Kleinkinder einfach optimal ist.

Vielleicht versuchen wir es ja noch einmal in Kroatien und dann in der Nachsaison. Da sind die Preise akzeptabel und die Betreuer sehr freundlich und zuvorkommend. Seit fast 20 Jahren sind wir hier an unterschiedlichen Campingplätzen unterwegs gewesen und waren immer sehr zufrieden. 

Für einen Urlaub in Podersdorf werde ich eben eine andere Unterkunft suchen müssen….

Endlich wieder Etliekmek!
Das Meer der Wiener

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