Enricos Reisenotizen

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Die Gelsen, die Gelsen

Die Gelse - hier in groß

Im Haus für Natur im Museum Niederösterreich drehte sich letzten Dienstag alles um diese kleinen Biester …

Stechen, Kratzen, Beißen – mit den Waffen der Natur – heißt die sehenswerte Sonderausstellung (mehr darüber auf askEnrico hier), die derzeit in St. Pölten zu sehen ist. Interessante Vorträge, die sich mit Themen rund um die Ausstellungen drehen, sind auch dieses Mal im Rahmenprogramm vertreten – und damit waren diesmal die kleinen Blutsauger an der Reihe.

Vorher noch einen kleinen Ausflug in die Sonderausstellung
Vorher noch einen kleinen Ausflug in die Sonderausstellung "Stechen, Kratzen, Beißen" - Mit den Waffen der Natur

Da ich diese kleinen Biester so überhaupt nicht mag und sie mir nicht nur einige schlaflose Nächte, sondern auch schon eine Menge Stiche versetzt haben, wollte ich mir den Vortrag zum Theme „Gelse, Plage oder Notwenigkeit" nicht entgehen lassen.

Naturvermittler Manfred Rosenberger eröffnet die Diskussion mit Dr. Karin Bakran-Lebl und Prof. Dr. Horst Aspöck
Naturvermittler Manfred Rosenberger eröffnet die Diskussion mit Dr. Karin Bakran-Lebl und Prof. Dr. Horst Aspöck

Wer schon dieses „sssssss" in der Nacht bei seinen Ohren gehört hat und sich selbst deshalb mehr als einmal geohrfeigt hat und dann am nächsten Morgen trotzdem mit etlichen juckenden Stellen aufgewacht ist, wird sie wahrscheinlich eher als Plage empfinden. Aber dennoch: Gelsen sind auch zu etwas gut, wie uns Dr. Karin Bakran-Lebl erzählte.

Es gibt viele Gelsenarten ...
Es gibt viele Gelsenarten ...

Schließlich sind sie (oder noch mehr ihre Larven) ein wichtiger Teil der Nahrungskette und – was ich nicht wusste – sie reinigen auch die Gewässer. Auch daran muss man denken, wenn man das ssss wieder hört.

Mag er jetzt die Larven oder die erwachsenen Gelsen lieber?
Mag er jetzt die Larven oder die erwachsenen Gelsen lieber?

Natürlich muss man die Blutsauger (es sind nur die Weibchen) deshalb aber nicht mögen, trotzdem sollten wir uns einsetzen, dass nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird. So stimmten alle Experten mehr oder weniger überein, dass die neueste Technik die Plagegeister mit Bakterien zu vernichten, doch nicht so zielsicher und unbedenklich ist, wie man uns glauben lassen will. Nicht nur Gelsen werden damit vernichtet, auch andere Mücken und Fliegen.Und das bringt wieder die Nahrungskette durcheinander bzw. unterbricht sie.
Vielleicht sollten wir wirklich mehr Gelassenheit gegenüber unserer Umwelt und auch den Gelsen gegenüber entwickeln.

Frau Dr. Karin Bakran-Lebl bei ihrem Vortrag
Frau Dr. Karin Bakran-Lebl bei ihrem Vortrag

Die Vortragenden gaben aber auch einige Tipps und räumten mit etlichen Vorurteilen und Gerüchten auf und diese will ich euch nicht vorenthalten:
• Es gibt nicht nur eine Gelsenart – allein in Österreich gibt es 50 verschiedene Arten und weltweit noch viel, viel mehr. Wer sie nicht in seiner Nähe „züchten" möchte, sollte seine Regentonnen abdecken und zumindest im Auge behalten – für manche Arten reicht auch ein wenig Wasser im Blumenuntertopf und schwupp di wupp schon sind die Larven im Wasser und bald darauf die Gelsen da….
• Wenn ihr die Au oder ein Gelsengebiet besucht – auf die Kleidung achten. Wer seine Haut nicht mit Stoff schützt, braucht sich über Stiche nicht beklagen. Richtige Kleidung bringt mehr als jeder Spray und sonstiger Chemieeinsatz!
• Ein frisch gewaschener Mensch ist für Gelsen weniger anziehend als ein schmutziger – daher möglichst nicht ungewaschen in die Au oder ein Gelsengebiet.
• Gelsen lieben z.B. den Duft von Limburger Käse – und ähnlich stinken Schweißfüsse!
• Geruch, Wärme und CO2 ziehen die Gelsen an
• Die Mär vom süßen Blut ist falsch, Gelsen erkennen kein Diabetes, eher ist es der Geruch von Schweiß, der sie anzieht (siehe oben)
• Alkohol hilft vielleicht den Juckreiz besser zu ertragen, aber er verhindert nicht das Gestochen werden. Berechnungen sprechen von 5 Promille, die man im Blut haben müsste, damit es der Blutsauger auch mitbekommt – und diesen Selbstversuch sollte man aus Gesundheits- und Überlebensgründen tunlichst unterlassen.

Vor manchen Arten der Stechmücken muss allerdings gewarnt werden - Prof. Dr, Horst Aspöck
Vor manchen Arten der Stechmücken muss allerdings gewarnt werden - Prof. Dr, Horst Aspöck

Damit bin ich zwar nicht ganz versöhnt, aber doch ein wenig besser auf die kleinen Biester zu sprechen. Und das nächste Mal wenn es wieder surrt oder die diversen Dippel jucken, werde ich einfach an das Gedicht von Wilhelm Busch denken, dass Prof. Dr. Horst Aspöck zitierte:

Fortuna lächelt, doch sie mag

nur ungern voll beglücken,
schenkt sie uns einen Sommertag
schenkt sie uns auch die Mücken.

Wilhelm Busch
Die Oberösterreicher waren in Wien
Ein Ausflug mit den Fotofüchsen

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