Türkei - Enricos Reisenotizen

Enricos Reisenotizen

Reisen, Reisen, Reisen, andere Länder und Menschen kennen lernen. Wir berichten über unsere ganz persönlichen Reiseerlebnisse und laden Sie ein mit uns neue Destinationen zu entdecken

Die meisten zieht es in die Türkei zum Baden im Meer oder zum Party machen. Dabei hat das Land auch ein riesiges kulturelles Erbe und wahre Naturschätze. Verpassen Sie nicht, auch diese zu sehen ...

Çavuşin liegt an der Verbindungsstraße zwischen Avanos und Göreme. Es ist nur ein kleiner Ort, der auch in der Hochsaison nicht ganz so stark von Touristen überlaufen ist und daher auch nur wenige Souvenirläden am Beginn des Weges auf das Aussichtsplateau und der Johanniskirche besitzt.

Essen muss der Mensch – auch wenn er sich auf einer Urlaubsreise befindet. Wenn es dann noch gut schmeckt, umso besser: Am letzten Tag waren wir noch gemeinsam zu Mittag im Denizim Park.

Denizim Park, Foto © www.denizimpark.com

Der Denizim Park ist, wie der Name schon sagt, eigentlich mehr als nur ein Restaurant. Hier kann man essen, die Kinder können spielen, es gibt Pony reiten und einiges mehr. Bei unserem Besuch war man mit Reisegruppen ziemlich ausgebucht, um nicht zu sagen: voll. Damit alle möglichst schnell zu ihren nächsten Besichtigungen aufbrechen konnten, gab es für alle ein vorbestelltes Menü und keinen Zutritt zum Buffet (leider). Aber zur Ehrenrettung des Restaurants muss gesagt werden: Es gab zwei Hauptspeisen zur Auswahl, es wurde wie am Laufband schnell serviert und auch wieder abgeräumt und das Essen war durchaus schmackhaft.

Denizim Park, Foto © www.denizimpark.com

Denizim Park will mehr sein als ein Restaurant. Das Restaurant möchte ein ganz spezieller Ort in einer ganz speziellen Umgebung sein, seinen Gästen mehr bieten als ein „normales" Restaurant: hier kann der Besucher – so er möchte – mit seiner Familie den ganzen Tag verbringen und die Vergnügungs- und Freizeiteinrichtungen nutzen.

Denizim Park, Foto © www.denizimpark.com

Im Denizim Park können Sie Frühstück bekommen oder zu Mittag und am Abend essen, hier werden Seminare, Hochzeiten, Verlobungen, Cocktail-Partys und Abschlussfeiern veranstaltet. Eine eigene Organisation kümmert sich darum, die besonderen Wünsche der Gäste zu erfüllen und sicher auch jener der Reiseveranstalter.

Denizim Park, Foto © www.denizimpark.com

Besonders Eltern mit Kindern werden diesen Ort zu schätzen wissen. Findet man einen Platz im Nomadenzelt können die Kleinen in der Nähe in der Wiese herumtollen, größere können auch auf den Spielplatz gehen, man kann Ponny reiten, oder die Kaninchen und die Enten beobachten. Es gibt einen Miniclub und vieles mehr, das den kleinen Gästen sicher Spaß macht und damit auch den Eltern einen entspannten Besuch ermöglicht.

Denizim Park, Foto © www.denizimpark.com

Fazit: Sicher kein First Class Restaurant, aber ein Restaurant mit freundlicher, schnell und effizient arbeitender Bedienung, reicher Auswahl am Buffet und hervorragenden Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten für die kleinen Gäste.

Denizim Park, Foto © www.denizimpark.com

Eigentlich ein ideales Urlaubsrestaurant. Als einzig störend könnte man dabei die Größe empfinden. Das machen aber wieder die vielen Spielmöglichkeiten für die Kinder wett. Wer hierher essen kommt sollte, vor allem in der Hochsaison, Kinder mögen und gegenüber einer gewissen Lautstärke abgehärtet sein. Die entwickelt sich ganz automatisch – egal ob durch Kinder oder viele Reisegruppe. Das gilt allerdings nur für das „Nomadenzelt" – man kann aber auch auf einige andere Essplätze ausweichen….

Denizim Park, Foto © www.denizimpark.com

Zumindest den Flughafen der Stadt kennen viele Türkei-Urlauber, aber die Stadt? Dabei bietet sie eine wunderschöne Altstadt, einen tollen Wasserfall und Rundfahrten mit „Piraten"booten, und einiges mehr… Auch bei unserer Kappadokientour war der Flughafen von Antalya der Start und das Ende der Reise. Wir hatten allerdings Glück und damit noch fast eineinhalb Tage, um uns auch ein bisschen in der Stadt umzusehen. Und das sollte man, es lohnt sich. Aber fallen Sie bloß nicht gutgläubig auf jeden Iman herein….

Antalya - Hadrians Tor

Geschichte

Die Umgebung von Antalya war, ebenso wie Perge, schon um früh besiedelt. Schon 4.500 v.Chr. kamen in die Ebene zwischen Anaya und Antalya die Hethiter aus dem Kaukasus und aus Mesopotamien. Vom 9. bis zum 7. Jahrhundert v.Chr. wanderten Griechen und Trakier ein; es erfolgten weitere Städtegründungen. Schließlich kam die Gegend um Antalya zum lydischen Königreich, zu den Persern und 336 v.Chr. kam Alexander der Große ins nah gelegene Perge. Das Gebiet um Antalya wurde in der Antike Pamphylia genannt, was so viel wie „sehr fruchtbar" bedeutete.

Blick auf Antalyas Wahrzeichen

Die Stadtgründung von Antalya erfolgte um 135 v. Chr. durch Attalos II. von Pergamon, der für sein Herrschaftsgebiet einen Hafen brauchte und somit auch gleich eine Stadt dazu gründete. Auf ihn soll auch ihr erster Name, Attaleia zurückgehen, später wurde sie auch Atalia und Adalya genannt. Nach seinem Tod übernahmen die Römer die Herrschaft über die Stadt und bauten die Stadt und den Hafen weiter aus, auch um von hier aus die Seeräuber bekämpfen zu können. 130 nach Chr. kam Hadrian zu Besuch in die Stadt, das Hadrian-Tor erinnert noch heute daran, und half die Entwicklung der Stadt zu beschleunigen.

Am Weg zum Hafen

Auch der Apostel Paulus und sein Begleiter Barnabas besuchten die Stadt, die in byzantinischer Zeit sogar Bischofssitz wurde. Im 8. Jahrhundert wurde die Stadt neu befestigt, um arabischen Angriffen besser Widerstand leisten zu können. 860 eroberte eine arabische Armee die Stadt. Während der Kreuzzüge war Antalya oft Zwischenstation, 1149 flohen Kreuzfahrer hierher. 1085 gelang türkischen Seldschuken die Eroberung der Stadt, die später wieder byzantinisch wurde. Doch auch dann wechselten die Herrscher ständig: 1214 eroberten die Seldschuken die Stadt und 1415 die Mongolen, danach zogen die Osmanen in die Stadt ein. Wenn auch die goldenen Zeiten der römischen Herrschaft vorbei waren, in denen Antalya ein Handelsdrehpunkt der Karawanen war, entwickelte sich die Stadt doch stetig weiter und lebte hauptsächlich vom Handel mit Früchten.

Blick auf die Stadtmauer

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bereits auch der wichtige osmanische Schriftsteller Evilya Ҫelebi, der bei seinen Reisen sogar Wien und Buda besuchte und dessen Werk 2013 zum Weltdokumentenerbe erklärt wurde, Antalya. Er erzählt in seinen Memoiren, dass die Altstadt von Antalya innerhalb der Stadtmauern in vier Bezirke gegliedert ist, aber außerhalb dieser noch an zwanzig weitere Bezirke besiedelt sind. Er zählte an die dreitausend Häuser und behauptet, dass der Hafen sogar eine Schiffsflotte von Zweihundertschaften beherbergen könnte. Ende des Ersten Weltkrieges wurde Antalya kurzzeitig von italienischen Truppen besetzt, durch die Staatsgründung durch Kemal Atatürk wurde die Besetzung aber relativ schnell wieder aufgehoben. Seit 1970 entdeckte der Tourismus Antalya und mit ihrem Flughafen hat sie sich als zentrale Drehscheibe – vor allem der Flüge aus Deutschland und Österreich – etabliert. Heute besitzt die Antalya an die 1.5 Millionen Einwohner und durch den Tourismus gibt es auch kaum Arbeitslosigkeit in der Region. Dadurch hat sich die Stadt auch enorm ausgedehnt: 70% der Gebäude sind nicht älter als 20 Jahre (2014) eher noch jünger.

Eine Regenschirm-Parade

Sehenswürdigkeiten

Planen Sie genügend Zeit für Ihren Ausflug nach Antalya ein, es gibt einiges zu sehen. Vielleicht beginnen Sie oberhalb des alten Hafens. Dort sehen Sie zuerst ein großes Atatürk-Denkmal. Von dort können Sie schon einen ersten, wunderschönen Ausblick auf das Meer und den Hafen genießen. Außerdem sehen Sie bereits eines der Wahrzeichen der Stadt, das Sie auch nach wenigen Metern erreichen können.

Yivli Minarett (das kannellierte Minarett)

Das Yivli Minarett, das Wahrzeichen von Antalya, ist ein seldschukisches Monument aus dem 13. Jahrhundert, das Sultan Alaeddin Kaykubat I. in Auftrag gegeben hat. Gebaut auf einem quadratischen Steinblock hat es seinen Namen nach den acht Halbzylindern aus Ziegelstein und den türkisen Keramikverzierungen, die das Minarett so einzigartig machen. Das Oberteil war mit Fließen und hellblauen, quadratischen Mosaiksteinen verziert. Das Minarett ist 39.62 Meter hoch und 92 Stufen führen zur Spitze. Über Jahrhunderte diente es außerdem der Schifffahrt zur Orientierung. Das Minarett wurde 1955 und 2010 restauriert.

Yivli Minarett

Die Gıyaseddin Keyhüsrev Medrese

Die Gıyaseddin Keyhüsrev Medrese

Eine Medrese oder Madrasa ist seit dem 10. Jahrhundert die Bezeichnung für eine Schule in der islamische Wissenschaften unterrichtet werden. Zu den Unterrichtsfächern gehören islamische Rechtswissenschaften, sowie die Überlieferung der Aussprüche und Handlungen des Propheten Mohammed, arabische Sprachlehre und Koranwissenschaften, in einigen Schulen werden auch andere Wissenschaften wie Logik und Mathematik unterrichtet. Meistens wird eine Medrese üblicherweise durch eine fromme Stiftung finanziert, wobei es dem Stifter dabei zusteht, über das Lehrprogramm sowie die Anzahl der Studenten, Lehrer und anderen Bediensteten zu bestimmen.

Antalya

Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Medrese, deren Portal und Altar Meisterwerke der Steinmetzkunst sind, gehörte zum Hauptkomplex der vom Seldschuken-Sultan Alaeddin Keykubat errichteten Yivli Moschee und war damals eine Hochschule für Theologie und Wissenschaft. Diese Medrese wurde nach der Yivli Minarett Moschee genannt, weil sie im Innenhof der Moschee stand. Gebaut wurde sie von Atabey Armağan in der Periode des Seldschuken-Sultans Gıyaseddin Keyhüsrev von 1239 bis 1240. Das Gebäude wurde leider komplett zerstört, nur das Portal und Spuren des Fundaments blieben erhalten.

Antalya

Der Rahmen der niedrigen Eingangstür wird von Halbsternen und Dreiecken auf beiden Seiten gesäumt. Der Bogen ist mit zickzack-förmigen Steinen verbunden. Über der Tür befindet sich in einer Nische an der Spitze des Bogens eine Inschrift, die auf den Baumeister hinweist. Ein weiterer Satz bedeutet: Der einzige Herrscher ist Gott. Der Bau dieser heiligen theologischen Schule wurde vom Großen Sultan beauftragt, dem Schatten Gottes in der Welt, Gıyaseddin Keyhüsrev, dem Sohn von Keykubat …

Der Hafen

Blick vom Schiff auf einen Teil des Hafens

m Hafen finden Sie viele Rundfahrtsboote, die ihre Touren anbieten. Man segelt einmal auf das Meer hinaus und dann entlang der Küste wieder zurück. Die Stimmung an Bord ist ausgelassen, es wird oft getanzt und gesungen. Wir waren fast mit einem kleinen Discoschiff – wenn auch am Nachmittag – unterwegs. Wer es lieber ruhiger mag, sollte sich vielleicht von den „Piratenschiffen" à la Pirates of the Caribbean fernhalten.

Pirates of the Caribbean im Hafen von Antalya

Wenn Sie die Atatürk-Straße entlang gehen, werden Sie auf viele Figuren stoßen, die am Gehsteig entlang der Straße bis zum Hadrian Tor stehen. Schauen Sie sich nur um, es sind einige tolle Gestalten dabei. Sie erinnern ein bisschen an die „Merkwürdigen Statuen" in Bratislava.

Die Figuren von Antalya

Das Hadrians-Tor

Hadrians Tor

Es ist der Zugang zur Altstadt von der Atatürk-Straße aus. Das Hadrians Tor, gebaut 131-132 zu Ehren des römischen Kaisers Hadrian, war das Ende der Straße die von Side, Aspendos und Perge nach Antalya führte. Hadrian betrat Attaleia durch dieses Tor, als er die Städte von Pamphylia besuchte. Es ist auf vier Sockeln erbaut, drei Torbögen und Ornament-verzierte Pfeiler schmücken das Tor. Eigentlich ist der Bau weniger ein Stadttor, sondern hat mehr den Charakter eines römischen Triumphbogens. Die beiden Türme links und rechts der Torbogen stammen aus verschiedenen Zeiten: der linke stammt noch aus der römischen Zeit, der rechte soll unter dem Sultan Keykubat erbaut worden sein. Es gibt zwei Inschriften auf den Stützbalken des Tores, die Hadrian gewidmet sind. Sie sind in vergoldeten Bronzebuchstaben ausgeführt und nun im Berliner und im Oxforder Museum zu sehen. Eine Inschrift besagt, dass die Heilige Lucia die Kosten für den Turmbau übernahm. Die Bastion auf der rechten Seite des Tors wurde in der Seldschuken-Periode renoviert, wie eine Inschrift beweist. Das Hadrians-Tor wurde 1961-1962 noch einmal renoviert.

Die Altstadt von Antalya und ihre Häuser

Das Alp Pasa Hotel mit Museum in der Altstadt

Obwohl viel zerstört wurde, sind noch immer viele Häuser, die an vergangene Zeiten erinnern, oft behutsam renoviert wurden und heute als Hotels und Pensionen den Gästen jenen Luxus bieten, von dem der Sultan nur träumen konnte. Als ein gelungenes Beispiel kann man das Hotel Alp Pasa anführen, dass schon durch einen kurzen Blick in den Garten bzw. Vorhof überzeugt. Hier wurde während der Renovierungsarbeiten unter anderem eine historische Zisterne entdeckt. Ein kleines Museum wurde mit den Funden direkt im Hotel eingerichtet, größere Teile wurden aber ins Antalya Museum gebracht und können dort besichtigt werden. 1972 wurde auch das Gebiet der Altstadt unter Denkmalschutz gestellt.

In der Altstadt

Wenn Sie die alten Häuser betrachten, werden Sie bemerken, dass man beim Bau der Häuser mehr an die Wärmeisolierung als an Kälte gedacht hatte. In erster Linie wurde Stein und Marmor – vor allem im Eingangsbereich – verbaut, um sich so eine angenehme Kühle in den Sommermonaten zu erschaffen. Oft wurden diese Räume dann auch als Vorratskammern benutzt. Viele der Häuser sind dreistöckig gebaut, oft sind auch Holzaufbauten zu sehen.

In der Altstadt

Heute ist die Altstadt mit ihren vielen Hotels, Pensionen und Restaurants ein beliebtes Vergnügungsviertel. Große Teile der Altstadt sind Fußgängerzone oder haben ein nur geringes Verkehrsaufkommen, man kann also ohne Probleme „um sich schauend" durch die Straßen wandern. Da Antalya aber an einer Steinküste liegt, muss man sich auf ein „Auf und Ab" und teilweise Stufen steigen gefasst machen.

Es geht bergauf und bergab

Kesik Minarett und die Krokut Moschee

Kesik Minarett und die Krokut Moschee

Bei seinem Altstadtspaziergang kommt man auch am Kesik Minarett vorbei, das römische, byzantinische, seldschukische, osmanische und hellenistische Zeiten erlebte. So wurde es zuerst als römischer Tempel verwendet und später im 6. Jahrhundert AD in eine Basilika mit drei Schiffen und einem rechteckigen Grundriss umgebaut, im 7. Jahrhundert – während der arabischen Invasion – erlitt die Kirche großen Schaden, wurde im 9. Jahrhundert repariert und im 11., 13. und im 14. Jahrhundert erweitert. In der Selcuk-Periode zur Moschee umgewandelt, wurde das Gebäude – als Antalya unter die Herrschaft Zyperns von König Peter I. kam, wieder zur Kirche, um in der Zeit von Prinz Korkut, Sohn des Sultans II. Beyazid, wieder in eine Moschee umgewandelt und mit einem Minarett mit einem Einzelbalkon in der nordwestlichen Ecke ergänzt zu werden.

Kesik Minarett und die Krokut Moschee

Die Verzierungen auf dem Portal spiegeln die architektonischen Besonderheiten der osmanischen Zeit im 15. Jahrhundert wider. Bei einem Feuer 1896 wurde das Gebäude zum größten Teil zerstört. Zuvor war die Moschee als Korkut oder als Freitagsmoschee bekannt, nach dem Feuer, dem das Oberteil der Moschee zum Opfer fiel, wurde sie auch „verkürzte" Moschee genannt.

Karakaş Cami Moschee

Karakaş Cami Moschee

Sie liegt gegenüber dem Hadrian Tor und mit ihr verbindet uns eine typische „Touristengeschichte". Auf unserem Weg zum Eingang in die Altstadt gaben wir uns – schon durch das viele Fotografieren – als typische Touristen zu erkennen. Es war daher nicht verwunderlich, dass uns neben vielen Verkäufern der diversen Geschäfte auch ein Mann in recht gutem Deutsch ansprach und uns fragte, ob wir nicht die Moschee von innen sehen möchte. Er sei der Iman und er würde sie uns gerne zeigen. Natürlich waren wir hoch erfreut und interessiert.

Karakaş Cami Moschee

Der Iman führte uns in den Vorhof, zeigte uns die Waschgelegenheiten, und bat uns schließlich am hinteren Hof um eine kleine Spende, da er arme Kinder – inzwischen schon an die 20 – hier in der Moschee durchfüttern müsse. Selbstverständlich spendeten wir gerne. Als er dann nochmal etwas forsch nachfragte, ob es nicht etwas mehr sein könnte, wurde ich zum ersten Mal ein bisschen skeptisch und verweigerte eine weitere Spende, aber da hatten wir eigentlich schon ganz gut in die Tasche gegriffen. Er führte uns in den Vorhof zurück und erklärte uns, dass er nun schnell nach Hause gehen würde, um den Schlüssel zu holen.

Karakaş Cami Moschee

Wir sollten eine Runde durch die Altstadt machen, in einer halben Stunde wäre er zurück und dann könnten wir auch das Innere sehen. Gesagt getan – wir kehrten etwas später zurück und siehe da, die Moschee war offen. Wir blickten vorsichtig herum, versuchten nichts falsch zu machen und hielten Ausschau nach unserem Iman. Plötzlich erschien ein anderer, um einiges besser gekleideter Mann, der uns im besten Vorarlbergisch fragte, ob er uns vielleicht helfen könnte. Als wir ihn nach dem Iman fragten, und ihm sagten, dass dieser uns versprochen habe, uns das Innere zu zeigen, konnte er sein Grinsen kaum zurückhalten. Dann stellte er sich als der „richtige" Iman der Moschee vor, erklärte uns, dass hier ein Betrüger sein Unwesen trieb, dem schon einige Touristen auf den Leim gegangen waren und bot uns an, die Moschee zu besichtigen.

Karakaş Cami Moschee

Erst danach fiel mir auf, was an „unserem" Iman alles nicht gepasst hatte: seine herunter gekommene Kleidung, die schlechten Zähne, dass er keinen Schlüssel bei sich hatte, dass er uns auf der Straße angesprochen hatte und einiges mehr.

Karakaş Cami Moschee

Die Moschee ist übrigens auch im Inneren sehr schön und der „wahre" Iman sehr nett. Schuhe ausziehen, keine kurzen Röcke und Ärmel und Respekt zeigen, dann kann man sie gerne – außer zu Gebetszeiten – besichtigen. Der „Vorarlberger" ist sehr nett und hilfsbereit. Lassen Sie in schön von den zwei Österreicherinnen grüßen …

Lara

Antalya

Lara ist ein weitgehend neu gebauter Stadtteil, der mit vielen Hotels mit Meerblick auf sich aufmerksam macht, aber auch mit traumhaften Wohnungen; auch hier Meerblick inklusive. Unser Reiseführer meinte: es ist der Stadtteil der reichen Frauen – und das kam so. Unter der Regierungszeit von Kemal Atatürk wurde es auch Frauen erlaubt, ein Erbe anzutreten. Antalya war zu dieser Zeit noch viel kleiner und die Menschen lebten hauptsächlich von der Landwirtschaft. Felder, die weiter landeinwärts lagen, waren daher viel wertvoller als jene nahe beim Meer, da hier das Grundwasser häufig salziger war und daher der Ertrag der Felder nicht so hoch. Also versuchten die Männer damals, den Frauen vor allem die Felder nahe dem Meer anzudrehen.

Antalya

Doch dann entwickelte sich der Tourismus in der Region immer stärker. Hotels wurden gebaut, Zimmer vermietet, die Nähe eines Grundstückes zum Meer, der Ausblick zum Meer wurde immer wertvoller. Und so kam es, dass in Antalya oft die Frauen reicher als ihre Männer sind, und Lara gilt – auch durch die Nähe des Strandes – als jener Stadtteil, der besonders viele Frauen reich gemacht hat.

Der Düdenpark und die Düden Wasserfälle

Der Düdenpark

Antalya ist reich an Parks und Grünflächen. Der Düdenpark und die Düden-Wasserfälle sind beides sehenswert und die Wasserfälle sind ein Symbol der Stadt Antalya. Das Wasser kommt aus der Quelle aus Kırkgöz, sie fließen rund 20 Meter runter und ein zweiter Wasserfall vom Duden findet seinen Weg zum Lara Beach, wo er 40 Meter hinab in das Meer hinunter stürzt.

Der Wasserfall im Düdenpark

Der Recep Bilgin Park

Antalya

Der Park liegt oberhalb der Altstadt und bietet einen schönen Ausblick auf das Meer, den man auf vielen Sitzgelegenheiten genießen kann. Schöne Spazierwege führen durch den Park und mehrere Brunnen spenden Frische im Sommer. In den vielen Restaurants kann man die eine oder andere türkische Spezialität genießen. Auf dem Weg vom Uhrturm zum Antalya Museum kommt man am Atatürk Denkmal und am Atatürk Kultur Park vorbei

Antalya

Das archäologische Museum von Antalya

Das Museum gilt als eines der führenden Museen der Türkei und liegt unweit vom Atatürk Park. Neben Athen hat das Museum von Antalya eine der bedeutendsten Sammlungen antiker Kunst. Ausgestellt sind gut erhaltene Stücke vom Neolithikum, Bronzezeit, aber auch griechische, römische und osmanische Funde. Besonders eindrucksvoll ist die Göttergalerie aus Perge, die Galerie der Kaiser, sowie die vielen Sarkophage und Mosaike. Außerdem sind der Silberschatz von Aspendos und Side und der Goldschatz der Byzantiner ausgestellt.

200 km südlich von Ankara, fast im geographischen Zentrum Anatoliens liegt auf etwa 1.200 m Meereshöhe, Konya, die Hauptstadt der türkischen Provinz Konya, die siebent-größte Stadt der Türkei und eine der konservativ-islamischen Hochburgen des Landes.

Geschichte

​Konya gehört zu den ältesten Siedlungen der Erde: Funde aus der Altsteinzeit, der Jungsteinzeit, dem Chalkolithikum und der frühen Bronzezeit beweisen, dass sich im Stadtgebiet und seiner unmittelbaren Umgebung bereits im prähistorischer Zeit Menschen angesiedelt hatten. Schon 7000 v.Chr. hatten sich Menschen hier niedergelassen, weshalb Konya auch als Wiegestätte mehrerer Zivilisationen gilt.

Blick vom Hotel von Konya

​Der ursprüngliche Name Ikonion, der bereits seit dem 4. Jahrhundert v.Chr. nachgewiesen werden kann, ist wahrscheinlich eine hellenisierte Form eines luwischen (anatolischen) Namens. In der griechischen Zeit gehörte die Stadt meist zu Phrygien, zumindest lassen darauf die Ausgrabungen im Zentrum der Stadt am Aladdin-Hügel darauf schließen. 25 n.Chr. wurde es zeitweise der römischen Provinz Galatien zugerechnet bzw. dem östlich angrenzenden Kappadokien oder den Südregionen Pisidien bzw. Pamphylien. Unter der römischen Herrschaft siedelte der römische Kaiser Claudius hier Veteranen an und die Stadt wurde in Claudiconium umbenannt. Früh kam sie auch mit dem Christentum in Berührung: so gilt die Stadt als Geburtsort der Heiligen Thekla und wird in Zusammenhang mit Paulus in der Bibel erwähnt.

Blick vom Hotel von Konya

​Die Seldschuken eroberten im 11./12. Jahrhundert die Region und die sogenannten Rum-Seldschuken gründeten in Anatolien ein unabhängiges Sultanat, dessen blühende Hauptstadt seit Kılıç Arslan I. Konya war. Sie brachten den Obst- und Gemüseanbau in das Land, schufen Bewässerungsanlagen und brachten den Handel in Schwung: Russische Pelze, Kobalt, Seide, Baumwolle, Sklaven und Pferde wurden gegen Edelsteine, Gold und Silber gehandelt. Getreide, Tuch und Waffen kamen aus dem Westen, Gewürze, Zucker, Moschus und Aloesaft aus Ägypten und Mesopotamien. Die Stadt wurde mit einer Stadtmauer mit 108 Türmen geschützt, die im 19. Jahrhundert abgerissen wurde.

Eingang zur Aladdin Moschee

1190 wurde Friedrich Barbarossa auf dem Dritten Kreuzzug in die Schlacht von Ikonion verwickelt, die er – trotz hoher Verluste – zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Nach dem Untergang der Rum-Seldschuken 1307 herrschten die Karamiden über Konya, 1442 standen die Osmanen unter Murad II- vor den Toren Konyas und eroberten es. Die Stadt blieb bis Ende des Ersten Weltkrieges Teil des Osmanischen Reiches. Seit 1923 ist Konya ein Teil der Türkei.

Konya

Konya

Konya

In der osmanischen Zeit war Konya ein bedeutendes religiöses Zentrum. Nach dem Verbot der Sufiorden durch Kemal Atatürk entwickelte es sich zur Hochburg der islamisch-konservativen Opposition. Die Stimmanteile der islamischen Parteien sind hier landesweit immer unter den Höchsten.

Sehenswürdigkeiten

Konya gilt als eine islamische Kulturmetropole, die sich auch kulturell stark von anderen Großstädten unterscheiden. Hier war die Wirkungsstätte des persischen Dichters und Gelehrten Mevlana Dschalal ad-Din Muhammad Rum, der als Begründer des bekannten Sufi-Ordens verehrt wird und dessen Grabmal hier in der Stadt liegt. Das Grabmal war früher in einem Kloster des Ordens untergebracht, das jedoch von Atatürk geschlossen wurde, auch der Orden und der Tanz der Sema wurden verboten. Das Kloster wurde in ein Museum umgewandelt, das heute als die Sehenswürdigkeit der Stadt gilt und von vielen Anhängern des Sufismus, aber auch Touristen besucht wird. Wer mehr über Mevlana und seinen Orden wissen möchte, findet dies hier auf www.enricosreisenotizen.eu.

Das Mevlana Museum

Das Mevlana Mausoleum, das heute als Museum genutzt wird, war ursprünglich der Rosengarten des Palastes von Alaaddin Keykubat. Dieser schenkte ihn Mevlanas Vater, dem „Sultan der Gelehrten" Bahaeddin Veled und als dieser 1231 starb, wurde er dort beigesetzt. Als sein Sohn, Mevlana, am 17. Dezember 1273 verstarb, ließ dessen Sohn Sultan Veled auf Wunsch vieler Anhänger seines Vaters an Mevlanas Grabstätte ein Mausoleum errichten. Die Derwische waren kein in sich geschlossener Orden, der nur mit einem Stück Brot und einer Jacke unter Gottes Willen lebte, sondern ihre Türen standen immer für alle offen: egal ob sie dem Orden angehörten oder nicht. Auch der Aufnahmeritus war ein ganz spezieller: Wollte jemand in den Orden aufgenommen werden, so musste er mindestens 18 Jahre alt sein. Seine Ausbildung begann mit einer 18-tägigen Probezeit, die dann in eine 1001-tägige Dienstzeit in der Küche des Ordens überging. Erst dann war er dem Orden zugehörig.

Das Mevlana Museum

In den Derwischklöstern wurden aber neben der religiösen Lehre auch schöne Künste wie Musik, Poesie (Gedichte), Kalligraphie, Buchbinderei, Miniatur, Vergoldung gelehrt und die Derwische darin ausgebildet. Deswegen galten die Mevleviklöster auch siebenhundert Jahre lang als Konservatorium und Akademie für die Schönen Künste.
1925 ordnete Kemal Atatürk die Schließung des Klosters an, seit 1926 wurde es unter dem Namen „Konya Âsâr-ı Âtîka Museum" (Konya-Museum für antiquarische Werke) für Besucher wieder geöffnet. So wird von einem Besuch Atatürks folgendes berichtet: Der hohe Gast las die Rubai (ein persischer Vierzeiler in Reimform) beim Niyaz-Fenster: „Oh, du Allmächtiger, der du mit deiner Heiligkeit ein strahlendes Licht gibst. Sonne, Mond und Sterne sind deine Sklaven. Alle Türen wurden geschlossen, damit der seltsame Liebhaber keinen anderen Weg, außer jenen zu dir, finden kann." Nachdem er die Worte gelesen hatte, meinte Atatürk: „ Oh Mevlana, du hast die Wahrheit gesagt. Deshalb wurde dein Grabmal nicht geschlossen, sondern als Museum eröffnet."
Das Museum wurde auf einem Gelände von 6500m2 errichtet. In den letzten Jahren wurden Flächen an der Nord- und Ostseite verstaatlicht und ein Rosengarten mit einer Fläche von 12.000m2 geschaffen. Das Museum ist mit Mauern aus geschnittenen Steinen umgeben.

Eingang ins Mausoleum

Auf der westlichen Seite befindet sich das frühere Tor der Derwische, das heute von den Besuchern des Museums genutzt wird, das Tor auf der Südseite – das Tor der Schweigenden (Hâmûşân Tor) – führt auf den Friedhof. Weitere Tore sind auf der Nordseite (Ҫelebiyan Tor) und auf der östlichen Seite das Küstahan Tor. Nachdem der Rosengarten angelegt wurde, baute man noch zwei weitere Eisentore in nördlicher und östlicher Richtung.

Im Hof

Vom Haupteingang des Museums gelangt man in den mit Travertin belegten Hof. 1934 wurden hier Grabsteine entfernt und durch Rosenbeete und Spazierwege ersetzt. Im Hof befinden sich außer dem Şadırvan (Moscheebrunnen), den Yavuz Sultan Selim erbaut hat, auch der Sel Sebil und das Şebi Arus Bassin, in das die Besucher Münzen werfen und auf die Erfüllung ihrer dabei gedachten Wünsche hoffen. Im Hof befinden sich auch die Eingänge zu den Derwischzellen, die in einer Reihe angeordnet sind. Vor dem Tor des Mausoleums befindet sich ein kleiner Eingangshof, der durch eine marmorne Eingangstür mit Eisengitter mit geometrischen Motiven und mit Schutzgitter aus Messingguß verziert ist. Von hier aus gelangt man über das Tor des Mausoleums zum Museum. Das Tor des Mausoleums ist aus Walnussholz gefertigt und in der Kündekari Technik gestaltet. Das Tor ist mit geometrischen und floralen Motiven verziert und auf den Füllungen der Torflügel steht ein Doppelvers des Sohns Mevlanas, des Sultan Veled: „Oh Bewerber, gib dir alle Mühe meinen Rat zu akzeptieren und stelle deinen Kopf auf die Schwelle des Richtigen."

Der Şadirvan (Moscheebrunnen)

Leider wurde der Moscheebrunnen gerade renoviert

Der Brunnen wurde 1512 im Auftrag des osmanischen Herrschers Yavuz Sultan Selim erbaut. Sultan Mehmet III. und Sultan Abdülaziz sorgten für seine Renovierung. Die Einträge dafür findet man auf der südlichen Seite des Brunnens. Das Wasser des Brunnens kommt aus Dutlu und wird dem Kloster geschenkt. Auch heute braucht das Museum keine Gebühr für das Wasser zu bezahlen. 1932 brach die obere Abdeckung des Brunnens ein und wurde erst 1990 nach Originalplänen wieder aufgebaut.

Das Şeb-i Arus Bassin

Im Hintergrund das Şeb-i Arus Bassin

Wann das Bassin, das sich gegenüber dem Eingang zur Küche befindet, gebaut wurde, ist unbekannt. Das Brunnenrohr mit dem Drachenkopf, durch das das Wasser in das Bassin fließt, stammt aus seldschukischer Zeit. Früher tanzten die Derwische um dieses Bassin die Sema (den Tanz der Derwische) am Todestag von Mevlana. Heute werfen die Besucher Münzen in das Bassin und hoffen auf die Erfüllung ihrer Wünsche.

Der Sel Sebil

Der Sel Sebil Brunnen

Der Sel Sebil genannte Laufbrunnen befindet sich heutzutage vor den Derwischzellen. Früher war er vor der Fachbibliothek aufgestellt. Auf der Stirnseite befindet sich ein Sarkophagdeckel aus römischer Zeit, dessen Wasserbecken in mystischer Ordnung gereiht sind.

Die Küche

Eingang in die Küche

Vom Hof aus gelangt man auch in die Küche an der Südwestecke des Museums. Sie wurde 1584 repariert, als die Derwischzellen erbaut wurden. Früher zweistöckig erhielt sie bei einer Renovierung 1867 ihr heutiges Aussehen. Die Eingangstür ist aus Holz mit zwei Flügel, danach befindet sich links der Platz für den Derwisch-Bewerber und rechts die Kochstelle. Essplatz und Tanzboden sind etwas erhöht, darunter befindet sich ein Kellergeschoss, das als Speisekammer diente. Die Küche war, wie schon erwähnt, ein wichtiger Platz für alle Bewerber – hier entschied sich, ob sie in den Orden aufgenommen wurden oder nicht. Standen am Ende der drei Tage seine Schuhe in Richtung der Straße, wurde seine Bewerbung nicht akzeptiert und er musste den Orden verlassen.

Die Kochstellen in der Küche

Vor den Kochstellen im Freien wurden die Toten des Derwischordens gewaschen: So begann das Leben eines Derwisches in der Küche und wurde in der Küche beendet.

Die Derwischzellen

Die Derwischzellen

1584 wurden die, an der westlichen Seite des Museums vorhandenen, Derwischzellen vom osmanischen Sultan Murat III. erbaut. Die Bauinschrift befand sich über dem Eingangstor des Museums, wurde aber 1928 in die Sektion für Inschriften übersiedelt. Insgesamt sind es 18 Zellen, jede mit einer eigenen Kuppel ausgestattet, alle haben einen Schornstein in rechteckiger Form. Jede Zelle hatte auch eine eigene Feuerstelle. Heute sind sie mit Möbeln aus der Region ausgestattet und man kann verschiedene historische Gegenstände der Mevlana Derwische sehen: Händlerspangen, die die Derwische an ihren Hüften trugen, wenn sie zum Einkaufen gingen, Bettlerschalen, die sie auf Reisen mitnahmen, Stützkissen, die die alten Derwische benutzten, Hackmesser, die sie als Schutzbeil benutzten, Posttaschen für die Kommunikation zwischen den Klöstern, Musikinstrumente, Schreibutensilien und vieles mehr.

Im Museum

Der Tilavet Raum

Der Raum ist mit einer kleinen Kuppel überdacht, die ebenso wie die Kuppelübergänge mit Verzierungen bedeckt sind. Der Tilavet Raum wurde zur Zeit der Derwische als Zimmer zum Rezitieren des Korans genutzt. An den Wänden sind Schrifttafeln ausgestellt, die von den berühmtesten Kalligraphen des osmanischen Reiches geschrieben wurden: Yesarizade Mustafa Izzet, Hamid, Hulusi, Pakize. Auch die goldene Relieftafel, die von Sultan Mahmud II. beschrieben wurde und die Schrifttafeln mit Mevlana-Kopfbedeckung sind sehenswert. An beiden Seiten der Silbertür befindet sich jeweils ein Gebetsteppich aus Gördes und an der nördlichen Wand steht ein Holzschrank aus der seldschukischen Zeit in Kündekari Technik.

Die Silbertür

Über diese Silbertür gelangt man von Tilavet Raum zum Huzûr-ı Pir-Saal des Mausoleums. Die Silbertür wurde 1599 von Hasan Pascha, dem Sohn von Sokullu Mehmet Pascha errichtet, wie auf den Türfüllungen vermerkt ist. Sie hat zwei Flügel und die Holztür ist versilbert.

Huzûr-i Pir (Saal des Mausoleums)

Durch die Silbertür sind wir nun in den Saal des Mausoleums gekommen. Der Saal wird von zwei Kuppeln und von einer „Post Kubbe" benannten Kuppel überdacht. Im Süden befinden sich die Sarkophage von sechs Horasonsoldaten. Sie liegen auf einer Plattform, die höher als der Boden ist. Auf einem hohen Wall, der den Saal im Osten und Süden umgibt, befinden sich die Gräber der Verwandten Mevlanas und Gräber von hohen Würdeträgern des Ordens. Einige davon sind mit Fliesen verziert, einige sind durch hölzerne Grabplatten geschützt, davon sind mehrere mit Inschriften versehen. Es gibt 60 Stück dieser Grabschutzplatten, an den Kopfseiten der Männer-Grabmale sind Derwischmützen (Sikke – Filzkopfbedeckung) aus Wolle angebracht. Diese fehlen bei den Frauen. Auf den Grabschutzplatten befinden sich diverse, mit Gold und Silber geschmückte Stoffe, die in Bursa hergestellt wurden und die osmanische Sultane dem Kloster geschenkt hatten. Als das Kloster in ein Museum umgewandelt wurde, wurden die Decken und Stoffe entfernt. Die im Jahre 1926 gelegten Abdeckungen wurden erst 2002 ausgetauscht: Die neuen Abdeckungen der Gräber wurden durch das Ministerium für Kultur beim Olgunlasma-Institut in Ankara in Auftrag gegeben.

Niyaz-Fenster

Eine Legende erzählt, dass der osmanische Sultan Yavuz Sultan Selim vor seinem Feldzug nach Ägypten vor diesem Fenster gebetet habe. Die Wände auf der Südseite der Gräber sind mit Celi Schriften und Pflanzen- bzw. Blumenschmuck verziert. Diese Schriften aus der frühen osmanischen Zeit zeigen große Ähnlichkeiten mit Schriften, die sich in der Ulu Moschee und in der Alten Moschee in Edirne befinden. Auf der anderen Seite hängen Öllampen aus Silber und Eier von Kamelvögel, die angeblich Spinnengewebe verhindern können. An der Nordseite des Silbertors neben den Gräbern der Horason-Soldaten befindet sich eine Tafel, auf der eine der Weisheiten Mevlana geschrieben steht: „Sei wie du tatsächlich bist, oder sei wie du scheinen willst." Außerdem ist daneben ein Nisan-Schlüssel, der für den Ebu Sait Bahadir Han gemacht worden ist, ausgestellt. Der Schlüssel ist aus Gold und Silber auf Bronze und war in der Zeit des Klosters mit April-Regen gefüllt und darauf wurden Gebete gesprochen. Dann tauchte man die Spitze von Mevlanas Turban darin ein und anschließend wurde der Schlüssel unter den Gläubigen herum gereicht, um ihnen Heilung zu bringen.

Das Mausoleum von Mevlana

Der seldschukische Wesir Emir Pervane und einige andere scheuten keine Kosten und erbauten über dem Grab Mevlanas ein Mausoleum mit einer kegelförmigen und mit Keramikfließen verzierten Kuppel. Als Architekt wurde Bedrettin aus Tebriz beauftragt. Die Höhe der grünen Kuppel beträgt 25 Meter. Das Mausoleum wurde auf vier Elefantenfüßen, so die Bezeichnung für die gewaltigen Säulen, errichtet, der Außenkörper des Grabmals ist mit geschnittenen Scheiben und Fließen verkleidet. 1962 wurde das Grabmal bei einer Renovierung mit Fließen aus Kütahya bedeckt. Die Elefantenfüße, die innere Kuppel und die Südwand sind im Stil von Mala Kari gebaut und mit goldenen Malereien auf Gips geschmückt. Die Dekoration des Grabmals stammt aus der Zeit des osmanischen Sultans II. Bayezid und wurde im Jahre 1926 restauriert. Neben Mevlana wurde sein Sohn Sultan Veled, der 1312 verstarb, bestattet. Die Verstorbenen liegen in der Grabkammer, die sich unter dem Grabmal befindet. Sehenswert sind die Marmorplatte, die das Grabmal ziert und die Satin-Decke, die über den Grabplatten liegt und mit Gold und Silber bestickt ist. Sie ließ der osmanische Sultan Abdülhamid II. anfertigen. Auf die Kopfseiten der Grabschutzplatten wurden zwei Sikken aus Wolle (Kopfbedeckung der Mevlana-Derwische) gelegt.

Hölzerne Grabschutzplatte

Auf dem Grab von Mevlanas Vater befindet sich eine hölzerne Grabschutzplatte (Sanduka), die eine Höhe von 292 cm aufweist. Sie sieht aus, als ob sie aufgerichtet steht. Die Legende besagt, dass sich die Grabplatte aufrichtete, als Mevlana neben seinem Vater begraben wurde, um den Respekt zu zeigen, den ihm sein Vater für sein großes Wissen zollt. Doch die Grabschutzplatte wurde eigentlich für Mevlana gebaut. Sie ist aus Nussbaumholz hergestellt, zeigt die schönsten Motive und Techniken des Holzhandwerkes aus der seldschukischen Zeit und enthält ausgewählte Doppelverse aus Rubaien und Liebesgedichten. Es ist nicht bekannt, wann die Platte von Mevlanas Grab entfernt und auf das Grab des Vaters gelegt wurde, aber als Mevlanas Sohn Sultan Veled neben seinen Vater bestattet wurde, wurde keine zweite Grabschutzplatte gebaut, sondern es wurde eine Grabschutzplatte aus Marmor für beide Gräber gebaut. Mit der Errichtung des Mausoleums entstand hier das Zentrum des Derwischordens. Im Laufe der Zeit wurde immer wieder zusätzliche neue Gebäude herumgebaut und reiche Geschenke für das Mausoleum übergeben, wie z.B. die an Eisenstangen hängenden Silber-Öllampen aus dem 17. Jahrhundert von Ali Pasha oder der mit 16 Armen ausgestattete Kerzenhalter aus Silber und Bronze, der nach der Eroberung von Zypern dem Kloster geschenkt wurde. Die Öllampen an beiden Seiten der Grabschutzplatten sind ein Geschenk von Farah Diba, der Ehefrau des Schahs von Persien.

Der Silberkäfig

Der Silberkäfig befindet sich zwischen der Grabschutzplatte von Mevlana und dem Empfangsplatz. Er wurde 1597 von Maraş Mirî Miranı Mahmud Pascha beauftrag, die Ausführung übernahm ein Meister namens Kalemkâr Ilyas. An der Stirnseite stehen die 32 Doppelverse des Gedichts von Şair Mani. Der Käfig ist mit pflanzlichen Verzierungen und großen Blättern und rosettenförmigen Medaillons geschmückt.

Die Silberschwelle

Vor dem Grabmal von Mevlana am unteren Teil des Silberkäfigs befindet sich eine mit Silber verkleidete Treppe mit zwei Stufen. Es ist nicht bekannt, wann und von wem diese Treppe erbaut wurde, die Mevlani nannte sie „Miracı Sim Paye". In der Zeit des Klosters küssten und berührten die Mevlana-Derwische mit ihren Gesichtern diese Schwelle. Bei den Feierlichkeiten zu Mevlanas Tod wird es den Besuchern erlaubt, nach dem Vorlesen des Gebets in der Sterbestunde von Mevlana diese Schwelle zu küssen. Die Postkuppel vor dem Mausoleum wurde im 16. Jahrhundert gebaut, der Architekt ist allerdings unbekannt. Der von der Kuppel hängende Kristall-Kronleuchter ist eines der schönsten Werke, die im Museum zu sehen sind.

Die Semahane

Der große, runde Saal, in dem die Derwische ihren Tanz, die Sema aufführen wird Semahane genannt. Diese wurde in der Zeit des Osmanischen Sultan II. Selim erbaut. An der östlichen und nördlichen Seite gibt es zwei Versammlungshäuser, die Mahfel genannt werden. Vor der zweiten Etage der Mahfel wurde ein Wandschirm aus Holz aufgestellt um so Logen für Frauen und Männer abzuteilen. In der ersten Etage nahmen die Männer, in der zweiten Etage die Frauen Platz, um der Sema zuzuschauen. Auf der Nord-Ostseite der Semahane befindet sich das Lobpult (Naat) aus Holz, das mit geometrischen Kreuzen in der Ajourstickerei geschmückt ist. Die Kuppel und die Kuppelkreuze stammen aus dem 16. und 18. Jahrhundert. An den Wänden finden sich Verzierungen von Mahup, einem Künstler aus Konya, die aus dem Jahr 1856 stammen. In den Vitrinen können Sie Filzkopfbedeckungen, Minarettspitzen aus Messing, eine Robe von Mevlanas Sohn, ein magisches Hemd, auf das Gebete geschrieben sind, Musikinstrumente und vieles mehr aus der Klosterzeit sehen.

Mescit (Die kleine Moschee)

Man nimmt an, dass Sultan Selim II. die Mosche gleichzeitig mit der Semahane erbauen ließ. Der Namenszug über dem Eingangstor wurde 1928 gelöscht. Die kleine Moschee hat außer dem Haupteingangstor noch weitere Tore: über das Ҫerağ-Tor kann man zum Mausoleum gelangen, über ein anderes kommt man zur Semahane. Die Kuppel, die Übergänge zur Kuppel und die Wände sind mit Malereien verziert. Auch die aus Holz hergestellte Muezzin-Loge hat Verzierungen, die Gebetsnische aus Marmor ist zweifarbig, das Rednerpult aus Stein. Die Schutzgitter sind mit geometrischen Mustern versehen. In einer Vitrine, die sich in der Mitte der kleinen Moschee befindet, wird der heilige Bart des Propheten ausgestellt. Dieser wurde 1956 im Mausoleum des Seldschukensultans im Innenhof der Alaeddin Moschee in Konya gefunden. Der heilige Bart befindet sich nun in einer Glasglocke, die mit historischen türkischen Stoffen eingewickelt ist und in einem mit Perlmutt beschichteten Kästchen liegt. Außerdem sind hier sehr wertvolle Kalligraphen und Teppiche ausgestellt. Der älteste Koran im Museum ist eine Koransure über die Jungfrau Maria (Meryem Suresi), die im 9. Jahrhundert auf Gazellenleder in Kufi-Schrift geschrieben wurde. Zusammen mit diesem Werk sind auch der größte Koran, der aus dem 16. Jahrhundert stammt, und ein Standard-Koran ausgestellt. In weiteren Vitrinen befinden sich noch viele sehenswerte Ausstellungsstücke.

Die Sektion für Inschriften

Auf der Nordseite neben dem Ҫelebiyan Tor sind die Inschriften der zerstörten Denkmäler von Konya ausgestellt, die am Anfang des 19. und 20. Jahrhundert zerstört wurden.

Das Mausoleum von Eflaki Dede

An der Ostseite des Museums befindet sich das Mausoleum von Eflaki Dede, der die Taten von Mevlana aufgeschrieben hat. Ein großer Teil des hofförmigen Mausoleums wurde zerstört.

Mausoleum von Hürrem Pascha

Das Mausoleum von Hürrem Paşa befindet sich in östlicher Richtung der Küche. Es ist ein Werk aus der klassischen osmanischen Zeit, achteckig, die Kuppel mit Blei verkleidet. Nach der Inschrift über dem Eingangstor wurde es 1529 von Wesir Ibrahim Pascha für Hürrem Pascha, den Generalgouverneur von Karaman gebaut. In dem Mausoleum befinden sich die Marmorgräber von Hürrem Pascha und Hacı Bey.

Mausoleum von Sinan Pascha

Das Mausoleum befindet sich in der südlichen Richtung im Garten des Museums. Der achteckige Bau wurde mit geschnittenen Steinen errichtet. Die Inschrift über dem Eingangstor sagt aus, dass es 1574 für Sinan Pascha, den Generalgouverneur von Karaman gebaut wurde. Im Mausoleum befindet sich eine Grabschutzplatte aus Marmor.

Mausoleum von Fatma Hatun

Das Grabmal der Fatma Hatum befindet sich in südlicher Richtung im Garten des Museums. Es weist ebenfalls eine achteckige Form auf und wurde aus geschnittenen Steinen 1585 gebaut. Fatma Hatun war die Tochter des Generalgouverneurs von Karaman, Murat Pascha. Die Grabschutzplatte wurde ebenfalls aus Marmor gefertigt.

Mausoleum von Hasan Pascha

In östlicher Richtung neben der Fachbibliothek liegt das Mausoleum von Hasan Pascha im Garten des Museums, das ebenfalls achteckig aus geschnittenen Steinen gebaut wurde. Laut der Inschrift wurde es 1573 für Hasan Pascha, den Generalgouverneur von Karaman gebaut. Bemerkenswert ist, dass sich in diesem Mausoleum keine Grabschutzplatte befindet. Der Bau wurde in der Zeit des Derwischordens als Bibliothek verwendet, auch heute noch werden hier handschriftliche Werke des Museums aufbewahrt. Eine zweite Tür des Mausoleums führt ins Museum hinein.

Mausoleum von Mehmet Bey

​Das Mausoleum wurde auf vier Säulen mit einer darüber liegenden Kuppel gebaut und ist auf allen vier Seiten offen. Es befindet sich in östlicher Richtung neben der Fachbibliothek. Einer der am Boden des Mausoleums liegende Grabstein gehört zu Mehmet Bey, der 1534 gestorben ist.

Die Überreste des Seldschuken Landhaus

Das Seldschuken Landhaus

In Konya finden sich noch viele Zeugnisse aus der Zeit der Seldschuken-Herrschaft. Die Überreste des Seldschuken Landhauses liegt am Weg zur Alaeddin Moschee am Fuße des Alaeddin Hügels.

Medresen und Museen

Medrese mit dem dünnen Minarett, Museum für Stein- und Holzarbeiten

Einige Medresen (Koranschulen) im Stadtzentrum von Konya stammen noch aus der Zeit der Anatolien-Seldschuken und stehen unter Denkmalschutz. Die Karatay Medrese wurde 1955 in ein Museum für Fliesen umgewandelt. Die Innenseite und die Kuppel der Medrese sind mit ornamentalen Fliesen geschmückt. Im Museum werden Materialien und Gegenstände aus Fliesen oder Gips ausgestellt, die bei Ausgrabungen des seldschukischen Palastes von Kubad Abad gefunden wurde.

Medrese mit dem dünnen Minarett, Museum für Stein- und Holzarbeiten

Eine weitere Medrese, die ursprünglich der Hadith-Wissenschaft (die sich mit richtungsweisenden Sprüchen und Taten Mohammeds beschäftigt) gewidmet war, wurde in ein Museum für Bildhauerei umgewandelt. Hier werden Adler, Sphinxe, Drachen und Marmorplatten, die mit Aufschriften mit Prägetechnik verziert sind, ausgestellt.

Die Alaeddin Moschee und der Alaeddin Hügel

Aufgang zu Alaeddin Moschee und Alaeddin Hügel

Im Zentrum von Konya, auf dem Alaeddin Tepesi (Alaeddin Hügel) steht die größte Moschee Anatoliens, die vom Seldschulken-Sultan Alaeddin Keykubat erbaut wurde. Beim Bau wurden Materialien aus der byzantinischen und römischen Zeit verwendet. Bemerkenswert sind die aus Holz gefertigte Kanzel und die Gebetsnische, die mit Fliesen ausgelegt ist. Ob das Grabmal wirklich für Şemseddin aus Tebriz, den engen Freund Mevlanas, gebaut wurde, ist fraglich und konnte noch nicht bewiesen werden. Genießen Sie am Alaeddin Hügel die wunderbaren Blumenbeete und machen Sie eine kleine Pause in einem der vielen Teegärten (Ҫaybahçe).

Ein Meer aus Blumen

Sehenswert sind auch noch die Hacı-Veyiszade-, die Iplikci- und die Şerafettin-Moschee. Viele sind im osmanisch-seldschukischen Stil erbaut und mit türkischen Fliesen in den Innenräumen geschmückt.

Catalhöyük

Südöstlich von Konya wurde eine Siedlung aus der Jungsteinzeit gefunden, die oft als älteste Siedlung der Menschheit bezeichnet wird und die in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. In Catalhöyük wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit Landwirtschaft betrieben, man verteidigte sich gemeinsam gegen Angriffe wilder Tiere, es wurde bereits Feuer benutzt und eine Esskultur entwickelt.

Der Seldschukische Turm

Der Seldschukische Turm

Der 2006 fertiggestellte Selçuklu Kulesi steht für das moderne Konya und ist mit 163 Metern das höchste Gebäude in Zentralanatolien und das elfthöchste Hochhaus in der Türkei (Stand 2014). Er hat 42 Stockwerke und die beiden oberen Stockwerke drehen sich um die eigene Achse. Hier kann man in allen Preislagen nach Herzenslust shoppen

Selçuk Üniversitesi

Konya ist auch Universitätsstadt. Die Selçuk Universität besteht aus 16 Fakultäten, einer Fremdsprachenhochschule, einem staatlichen Konservatorium, drei Gesundheitshochschulen, 25 Berufshochschulen, vier Instituten, zwei Sporthochschulen und 13 Forschungs- und Entwicklungszentren. Mit mehr als 85.000 Studenten ist sie zahlenmäßig die größte Universität der Türkei (Stand 2014).

Konya

Seit 2012 ist Konya mit einer Hochgeschwindigkeitsbahn mit Ankara verbunden. Die staatlich-türkische TCDD braucht für die Strecke Konya Ankara rund 90 Minuten.

Schon bei unserer Ankunft in der Türkei waren wir in einem Maya World Hotel und waren begeistert – auch das Melissa Garden kann man wärmstens empfehlen.

Maya World Belek Melissa Garden

Das Hotel ist sehr schön, modern ausgestattet und man fühlt sich wohl. Allerdings liegt es nicht direkt am Strand, sondern 1,5 km abseits vom Meer. Für richtige Strand- und Meeresurlauber vielleicht eine etwas zu große Entfernung. Auf der anderen Seite gibt es in den Ferienanlagen ja auch genügend Menschen, die nie ins Meer, sondern immer nur in den Pool baden gehen.

Zimmer im Maya World Belek Melissa Garden

Das Hotel verfügt über einen Außenpool mit Wasserrutschen, bietet aber auch einen privaten Zugang zum Strand und Golf-Freunde sollten auch auf ihre Rechnung kommen: in der näheren Umgebung gibt es immerhin 11 Golfplätze und der nächste ist nicht einmal 200 Meter entfernt.

Maya World Belek Melissa Garden

Wer Wasserski oder Windsurfen mehr schätzt, kann dies am Privatstrand des Hotels ausprobieren.

Zimmer im Maya World Belek Melissa Garden

Das Personal ist freundlich und das Essen – wir haben das Abend- und das Frühstücksbüffet probiert – ist einfach traumhaft. Es war eine wirklich reiche Auswahl an den verschiedensten türkischen Spezialitäten, aber auch der internationalen Küche vorhanden, man wusste gar nicht wo man zuerst anfangen sollte. In einem separaten Raum vor dem Speisesaal gibt es einen Grill, der auch noch allerlei Köstliches zaubert. Aber allein mit den Vor- und Nachspeisen hätten wir unseren Hunger mehr als Stillen können und es war wirklich einiges Köstliches dabei.

Maya World Belek Melissa Garden

Die Zimmer sind funktionell und eher – bis auf den Fernseher – modern eingerichtet. Vielleicht für einen langen Aufenthalt ein wenig klein, aber auch da wird man sich ja eher weniger am Zimmer aufhalten. Jedes Zimmer verfügt aber auch über einen möblierten Balkon und im ganzen Hotel gibt es kostenfreies WLAN.

Maya World Belek Melissa Garden

Sollte das Wetter einmal nicht mitspielen, kann man sich in den komplett ausgestatteten Spa-Einrichtungen verwöhnen lassen, die wir leider nicht ausprobieren konnten. Im Wellnesscenter finden sich auf jeden Fall Dampfbad, Türkisches Bad, Hammam und man kann diverse Spezialmassagen buchen.

Maya World Belek Melissa Garden

Alles in allem, ein nettes Hotel, für eine kurze Aufenthaltsdauer geradezu ideal. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es im Sommer bei voller Belegung in und um den Pool (und dorthin ging unser Balkon) auch in den Nachtstunden ziemlich laut werden könnte. Als Zwischenstopp bei unserer Rundreise aber voll ok.

Maya World Belek Melissa Garden

Warum wir dann allerdings für die nächste Nacht nochmals übersiedeln mussten, haben wir alle nicht ganz verstanden, aber so ist das nun einmal auf Kaffeefahrten… 

Maya World Belek 
07100 Belek, Akınlar Mh. Deniz Cd. Dinler Bahçesi Karşısı, Antalya
Tel: + 90 242 324 8351
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
http://www.mayahotels.com.tr/Maya-World-Belek/de

Das Viersternhotel in Antalya hat eine ausgezeichnete Lage, – egal ob man an den Strand oder in die Altstadt will.

Cender Hotel

Es ist ein moderner Bau, der auf den ersten Blick schon ein gewisses „Wow" beim Gast hervorruft. Alle Räume haben Seeblick, Balkon, Klimaanlage, Satelliten-TV, Brandmelder und Safe. Im Badezimmer warten Dusche und Haarfön auf den Gast.

Cender Hotel

Das Hotel hat vier Restaurants, vier Bars und ein Pub und drei Konferenzräume mit einer Kapazität von 20 bis 300 Teilnehmern. Außerdem ist das Hotel mit einem Schwimmbad, einem Türkischen Bad, einer Sauna, einem Dampfbad, einem Fitnessraum und einem Jakuzzi ausgestattet. Für die kleinen Gäste gibt es ein eigenes Kinderbecken. In der Lobby des Hotels ist der Internet-Zugang mit WLAN möglich. Außerdem steht den Gästen eine Parkgarage zur Verfügung.

Cender Hotel

Wir waren also bei der Ankunft ziemlich beeindruckt. Nach dem – freundlichen – Check-in ging es mit dem Lift hoch hinauf und wir bezogen unser Zimmer. Bei der Vergabe der Zimmerschlüssel hatten wir ein ganz besonderes Glück: wir haben ein Eckzimmer bekommen. Großartig! Nicht nur ein wunderbarer Ausblick auf den Strand, sondern auch ein ganz komfortables Zimmer mit einer wunderschönen, runden Sitzecke. Vielleicht nicht ganz praktisch, da die Sitzecke auf Kosten der „Staumöglichkeiten" geht, auf der anderen Seite aber schon beeindruckend. Auch der Balkon war beeindruckend – groß, rund und schön – mit wunderbarem Ausblick auf das Meer. Komischerweise gab es – weder auf unserem Balkon, noch auf den Nachbarbalkonen Sessel oder Liegestühle. Drei Plastikstühle waren allerdings im Zimmer vorhanden.

Blick vom Hotelzimmer

Dann wartete die nächste Überraschung auf uns: sowohl in unserem Zimmer, wie auch in den Baderäumen unserer Mitreisenden fehlten die Duschköpfe. Für ein Vierstern-Hotel nicht unbedingt eine Empfehlung. Vorgewarnt von unseren Mitreisenden duschten wir mit Vorsicht, manche unserer Reisegruppe hatten zuvor schon in einem Wasserstrahl gestanden, der von der Decke wieder zurückgespritzt war und sie daher einer unfreiwilligen Kopfwäsche unterzogen wurden.

Blick auf den Pool

Die nächste Enttäuschung – und vielleicht die größte – wartete aber beim Abendessen auf uns.

Cender Hotel – Am Balkon ein Teil unserer tollen Reisegruppe

Der Tisch, der für uns reserviert war, lieblos gedeckt. Auf dem Tisch standen bereits verschiedene Flaschen alkoholfreie Getränke, Mineralwasser, Bier, Wein mit Preiskärtchen davor. Wollte man etwas davon trinken, musste man zu einer schlecht gelaunten Dame am Eingang des Speisesaals pilgern, die nach Bezahlung dann den entsprechenden Bon aushändigte. Dann zurück zum Tisch, dem Kellner den Bon übergeben und wenn man Glück hatte, brachte dieser dann nach einer mehr oder weniger langen Wartezeit das Gewünschte.

Im Zimmer des Cender Hotels

Das Essen war in Buffetform. Normalerweise liebe ich Buffets – man hat eine große Auswahl und kann sich so mit kleinen Häppchen durch die verschiedenen Spezialitäten kosten. Hier gab es weder eine große Auswahl noch waren es Spezialitäten. Auf der ganzen Reise, in jedem Hotel oder Restaurant haben wir hervorragend gegessen – hier nicht. Es kann schon einmal vorkommen, dass einem das eine oder andere Gericht nicht schmeckt, Gusto und Ohrfeigen sind ja verschieden, wie es so schön im Sprichwort heißt, aber dass mir gar nichts schmeckt, kommt eigentlich fast nie vor – im Cender Hotel war es so.

Ausblick vom Hotelzimmer

Auch den Wein, der nicht unbedingt zu der billigsten Sorte vom Preis her zählte, kann man nicht zu der Kategorie Qualitätswein rechnen und für die Qualität stimmte das Preis-Leistungsverhältnis keinesfalls.

Zimmer im Cender Hotel

Es war eine Massenabfertigung der Gäste. Da der Lärmpegel in diesem großen Saal auch relativ hoch war, verließen alle bald den Saal. Das wurde auch vom Personal unterstützt, da keiner nach weiteren Wünschen fragte und auch keine Speisen am Buffet nachgelegt wurden. Auch die „Bonverkäuferin" schloss bald ihre Kassa und verließ ihren Verkaufsplatz, womit es dann auch unmöglich war, noch ein Bier oder ein Glas Wein zu trinken. Das war aber kein Problem, auch wir waren froh, die Massenausspeisung rasch wieder zu verlassen…

Blick auf den Outdoor-Pool

Schade. Die Außenansicht des Hotels ist genauso hervorragend wie die Lage. Möglicherweise wechselt das Personal (und die Duschköpfe) in der Hauptsaison. Aber dennoch: Freundlichkeit und eine komplette Ausstattung der Zimmer sollte auch in der Nebensaison möglich sein.

Im Zimmer des Cender Hotels

Leider war das unsere letzte Nacht in der Türkei – nochmals schade, dass uns diese jetzt so in Erinnerung bleibt. 

Cender Hotel
07100 Antalya, Gençlik Mah. Işıklar Cad. No: 42
Tel: 90 242 243 43 04
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.cenderhotel.com.tr

Ein Hotel gleich neben einem großen Einkaufszentrum – das ist Kundenservice. Wenn die Tourteilnehmer allerdings schon zu erschöpft sind, nutzt es auch nix … Nach einer längeren Autofahrt kommen wir in Konya und damit im Özkaymak Hotel an.

Özkaymak Hotel in Konya.

Das Hotel verfügt über einen Innenpool, ein Türkisches Bad und eine Sauna. Die Zimmer sind geräumig und verfügen über Klimaanlage, TV und eine Minibar. Das Bad ist mit einer Dusche oder einer Badewanne und einem Haarfön ausgestattet. Im Fitnesscenter kann man trainieren oder sich eine wohltuende Massage gönnen. Zimmerservice, Wäsche- und Bügelservice, Geldwechsel und Autovermietung runden das Angebot ab.

Das Restaurant im Özkaymak Hotel in Konya

In der Teras Bar & Restaurant im letzten Stock des Hotels kann man die Aussicht über Konya genießen und auch gleich einen Blick auf eines der größten Einkaufszentren der Stadt werfen. Hier kann man sich zu Mittag oder am Abend während der Hauptsaison mit À la carte-Gerichten verwöhnen lassen. Bei unserer Kappadokienreise gab es allerdings ein vorbestelltes, aber sehr wohlschmeckendes Menü. Ein ausgezeichnetes Süppchen, eine wohlschmeckende Blätterteigvorspeise, fantastische Köfte und eine Art Creme Brulée zum Abschluss. Ausgezeichnet.

Köfte im Özkaymak Hotel in Konya

Die Zimmer sind etwas dunkel aber dafür sehr groß. Die Ausstattung und das Design sind vielleicht ein bisschen „altertümlich" und ein bisschen plüschig, aber es ist alles sauber und auch die Freundlichkeit des Personals ist ok. Es ist vielleicht nicht das überschwängliche Entgegenkommen, das man oft in Hotels entgegengebracht bekommt, aber es passt.

Özkaymak Hotel in Konya

Das Essen ist gut und auch das Frühstücksbuffet ist gut und reichlich.

Ein Süppchen zum Abendessen

Sollten Sie nicht mit einer Reisegruppe ins Özkaymak Hotel kommen und am Flughafen von Konya, der 14 km vom Hotel entfernt ist, ankommen, können Sie den kostenpflichtigen Shuttleservice nutzen. Parkplätze für ihr Auto sind gratis vorhanden.

Die Bar im Özkaymak Hotel

Das Mevlana-Rumi-Museum liegt weniger als 10 Autominuten entfernt und wenn Sie in Konya sind, sollten Sie nicht versäumen diesem einen Besuch abzustatten. Es ist sehenswert!

Die Aussicht auf das Einkaufszentrum

Özkaymak Konya Hotel
42030 Konya, Nalçacacı Caddesi 92
Tel: +90 332 237 87 20
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
http://www.ozkaymakotels.com/en/konya-otel/index.html

Die Türkei ist nicht nur für ihre Teppichmanufakturen bekannt, sondern auch für Leder und Schmuck. Klarerweise werden daher auf einer „Kaffeefahrt" auch eine Lederfabrik und ein Schmuckgeschäft besucht. Da der Preis der Reise unter anderem auch durch diese Unternehmen gesponsert wird, ist auch in deren Geschäften ein Besuch vorgesehen. Manchmal lohnt es, manchmal nicht …

Der Schmuck

Zuerst geht es in die Schmuckabteilung. Eine hervorragend Deutsch sprechende Lady präsentiert das Unternehmen, das seit 1955 besteht und von einer armenisch-türkischen Familie gegründet wurde. Beide Familien hatten ihre Geschäfte zuerst im geschlossenen Bazar von Istanbul, seit 2008 gibt es auch die Filiale in Antalya. Während sie weiter erzählt, warum man hier so günstig Schmuck kaufen kann (staatliche Förderung, tax free, günstige Löhne) können wir den Meistern beim Verarbeiten und Fassen der Steine zuschauen. Schmuck wird hier auch gleich gereinigt oder neu gefasst – kostenlos. Nach Erklärungen über die verschiedenen Goldarten und Karat werden wir in den Schauraum geführt, wo schon die Verkäufer, die allesamt hervorragend Deutsch sprechen auf uns warten. Mein Durchgang ist rasch beendet, da ich einfach mit dieser Art von Schmuck nicht viel anfangen kann, ob er nun günstig war oder nicht oder ob die Verarbeitung einwandfrei war, entzieht sich daher meiner Kenntnis, auch hätte ich dafür nicht das notwendige Wissen um dies beurteilen zu können. In einem weiteren Nebenraum erholen wir uns bei einem Cola und warten auf die anderen. Allerdings ist unsere Reisegruppe sehr widerstandsfähig – auch im Schmuckgeschäft hat anscheinend niemand etwas gekauft.

Das Leder

Die Empfangshalle von Naturel in Antalya

Weiter geht es zur nah gelegenen Firma naturel. Naturel ist ein sehr großes Unternehmen, das nicht nur einige Verkaufsräume in der Türkei besitzt, sondern auch in Griechenland und Dubai. Der Shop in Antalya besitzt eine Verkaufsfläche von 10.000m2, der Besucher kann aus 20.000 Produkten wählen. Und immerhin werden hier an die 200 Menschen beschäftigt. Die Verkaufsshow beginnt mit einer Modeschau, in der wirklich sehr schöne Modelle gezeigt werden. Da wir Ende April unterwegs sind, lockt man uns mit Winter-Ausverkaufspreisen. Jeder kann die verschiedenen Modelle gleich probieren und sollte zumindest fühlen wie weich das Leder ist, wie gut verarbeitet.

Ist doch ein schönes Stück! Und wie fühlt sich das Leder an?

Einige von uns werden beim Ausverkauf der Winterjacken schwach. Sie sind doppelseitig zu tragen und sehen wirklich toll aus. Auch einige Jacken schauen sehr schön aus und das Leder ist wirklich ganz weich. Gott sei Dank gibt es die Jacken, die mir vom Schnitt oder der Farbe her gefallen nicht meine Größe – und für ein Jäckelchen, für das ich zwischen 500 und 1000 Euro bezahlen müsste, möchte ich schon dass es mir wie angegossen passt.

Bei Naturel in Antalya

Im Verkaufsraum werden wir dann wieder von gut geschulten Verkäufern umgarnt. Es gibt nicht allzu viele verschiedene Schnitte, diese Modelle aber dann in den unterschiedlichsten Farben. Dennoch hier werden auch mit unserer Gruppe Geschäfte gemacht. Während ich den Jacken widerstehen kann, wartete im Erdgeschoss eine weitere Herausforderung auf mich: Taschen! Große, kleine, schwarze, braune, und in vielen anderen Farben und Schnitten. Jetzt war es um mich geschehen – nach etlichem Gustieren, sah ich sie: meine Traumtasche, die ich schon lange gesucht hatte. Elegant, aber doch sportlich, nicht zu groß und nicht zu klein und in einer braun-gräulichen Farbe, die man zur eleganter Businesskleidung (sehr selten), wie auch zu Jeans (häufig) auch tragen konnte. Optimale Größe für all die vielen Utensilien, die Frau eben in einer Tasche verstauen muss.

Hier wird gleich nach der Modeschau probiert …

Und – ausgesprochen wohlfeil! 90 Euro empfand ich als echte Mezzie. Gekauft.

Eine kleine, aber feine Modeschau erwartete uns

Am Parfumstand konnte ich dann auch dem Lieblingsparfum meiner Tochter nicht widerstehen und auch das war eigentlich ein Schnäppchen. Fazit: Kaffeefahrt gelungen, Umsatz gemacht und ich hatte auch zwei Einkäufe getätigt, von denen ich mich auch heute noch nicht über den Tisch gezogen fühle. Eine echte Win-Win-Situation. Auch der Rest unserer Reisegruppe zeigte sich mit den Einkäufen zufrieden. Natürlich muss man bei den Einkäufen aufpassen und teilweise ist es schwierig, die Verkäufer sind hervorragend geschult, und in manchen Geschäften muss man handeln, da der Preisnachlass ja schon miteinberechnet wurde und nicht jedem (mir nicht) liegt das. Aber all das weiß der Konsument, wenn er sich auf eine Kaffeefahrt in die Türkei begibt. Und wir sind doch angeblich alle verantwortungsvolle und selbstbestimmte Konsumenten, oder?

Bei Naturel in Antalya

Naturel Shop Antalya
Sinan Mah. Anso Sok. 463
Altınova, Antalya
Tel: + 90 242 321 4888
www.naturelgroup.com

Die Karawansereien könnte man vielleicht mit unseren Poststationen vergleichen. Reisende konnten hier ihre Tiere versorgen und übernachten. Aber Karawansereien waren noch mehr …

Karawanserei Öresin Han

Das Wort Karawanserei kommt aus dem Persischen, wird aber auch heute noch in vielen Sprachen verstanden. Die ersten „Gebäude" entstanden bereits im 10. Jahrhundert in Zentralasien. Im 13. Jahrhundert erstellten die Seldschuken ein großes Netz an Karawansereien in Anatolien. Der Abstand zwischen den einzelnen Karawansereien betrug um die 40 km und entsprach damit der Strecke, die eine Karawane in einem Tag zurücklegen konnte. Sie waren ursprünglich wahre „Luxushotels": verfügten über Werkstätten, Ärzte kümmerten sich um kranke oder verletzte Reisenden, es gab Bäder, Küchen, Tee- und Kaffeestuben. Auch für die Unterhaltung war gesorgt: Musikkapellen spielten für die Gäste. Meistens befand sich seitlich des Eingangstores ein Betraum, die größeren hatten auch eine kleine Moschee im Innenhof. Später unter osmanischer Herrschaft wurde es spartanischer: Nun mussten Matratzen und Decken, Koch- und Essgeschirr mitgebracht werden. Aber immerhin waren die Dienstleistungen an den Karawanenstraße kostenlos.

Karawanserei Öresin Han

Der Grundriss der Karawanserei entsprach meist einem Quadrat oder Rechteck, seltener wurde im Achteck gebaut. Sie hatte einen großen Innenhof, um den arkadengesäumte Gebäude standen. Während im Erdgeschoss die Ställe für die Tiere und Läden waren, wurden die Reisenden im Obergeschoss untergebracht.

Karawanserei Öresin Han

Karawansereien waren massive Wehranlagen mit steinernen Mauern und eisenbeschlagenen Toren. Hier konnte man sicher übernachten, die Tiere verpflegen und Lebensmittel für die Weiterreise einkaufen. Große Karawansereien dienten auch als Warenlager und Handelsplatz. Erst im 20. Jahrhundert verloren sie ihre Funktion.

Karawanserei Öresin Han

Die Öresin Han Karawanserei gehört zu einer Gruppe von gut erhaltenen Gebäuden, die auch auf der Unesco Liste angeführt sind. Bis vor kurzem nahm man an, dass die Öresin Han im dritten Quartal des 13. Jahrhunderts gebaut worden war. Doch bei der Renovierung 2007 wurde eine Inschrift entdeckt, die das Datum 1188 angibt.

Karawanserei Öresin Han

Das Portal zeigt nach Südosten und die Karawanserei verfügt über einen großen Saal mit fünf Gängen, die durch ihre ungewöhnliche Anordnung auffallen. Die Halle ist 727m2 groß. Obwohl das Gebäude vor der Renovierung schon sehr verfallen war, beeindruckten die architektonischen Proportionen, die Verarbeitung und vor allem die Zwickel der Kuppel. Das Portal und ein Teil der Kuppel lagen in Trümmern. Lange Jahre wachte der Bau, obwohl verfallen, stolz und würdevoll über die einsame Strecke, die früher eine wichtige Verbindungsstrecke der Seldschuken war. Heute führt die Straße von Aksaray nach Nevşehir, die Karawanserei liegt ca. 12 km östlich von Aksaray.

Karawanserei Öresin Han

Nach der Renovierung, die 2010 abgeschlossen wurde, eröffnete man in der Halle ein Restaurant und einen Souvenirshop. Auch wir legten in der Karawanserei einen Zwischenstopp ein, um einen türkischen Café zu trinken, die Halle zu besichtigen und auch das eine oder andere Souvenir zu kaufen. Damit hat das Gebäude eigentlich die gleiche Funktion wie früher: Reisenden einen Ort zum Rasten und Ausruhen zu bieten.

Blick auf die „Vulkanberge“

Perge war eine der bedeutendsten Städte in der Vergangenheit, 60-70.000 Menschen lebten hier und wenn man die Hauptstraße entlang geht, kommt man nach wie vor aus dem Staunen kaum heraus. Wenige Kilometer von Antalya, einem der wichtigsten, touristischen Zentren der Türkei liegt die Stadt Perge, deren Besuch sich auf jeden Fall lohnt.

Perge – Das Römische Tor

Die ersten Spuren von Perge stammen aus dem 4. Jahrtausend vor Christi und wurden auf dem Tafelberg gefunden. Bereits um 2000 v.Chr. soll auf dem Hügle eine luwische Siedlung namens Paragawana (hochgelegene Burg) existiert haben. Obwohl sich für die hethitische Zeit bisher nur wenige archäologische Zeugnisse finden ließen, nimmt man an, dass der in einem Staatvertrag von 1235 v.Chr. erwähnte Ort Parcha/Parha mit Perge gleichzusetzen ist.

Perge – Das hellenistische Tor

Auch die Legende, dass zwei Teilnehmer des Trojanischen Krieges – die Seher Kalchas und Mopsos – die Stadt gegründet haben, gilt als umstritten. Erwiesen ist allerdings, dass die Stadt unter dem Einfluss von Rhodos stand und offenbar auch engen Kontakt zu Zypern pflegte.

Perge

Im 7. Jahrhundert gelangte Perge unter lydische Herrschaft, dessen legendärer König Kroisos 547 v. Chr. gegen die Perser zog, um nach der Prophezeiung des Orakels von Delphi „ein großes Reich zu zerstören" – nicht ahnend, dass damit sein Reich gemeint war. Perge kam durch diese Niederlage unter den Einfluss von Persien und blieb es bis zum Eintreffen von Alexander des Großen.

Perge – Therme

Die Stadt ergab sich freiwillig dem Feldherren, der sich hier auch einige Zeit aufgehalten hat, – nach seinem Tod (323 v.Chr.) übernahm sein General Antigonos die Stadt, die aber bald danach unter seleukidische und ptolemäische Herrschaft und wurde schließlich dem römischen Reich eingegliedert und 73/74 wurde Perge sogar die Hauptstadt der Provinz Lycia et Pamphylia. Die Lage der Stadt war damals ideal: durch den Fluss Kestros (Aksu Ҫayı) war Perge mit dem Meer verbunden und trotzdem für Feinde gut versteckt. Heute ist vom Fluss nicht mehr viel übrig, durch Versandung ist er zu einem Bach geschrumpft und damit für die Schifffahrt unbrauchbar geworden.

Perge

Einen wichtigen Sohn der Stadt sollten wir auf keinen Fall vergessen, anzuführen: um 262 v.Chr. erblickte Apollonius das Licht der Welt, der – später ein Schüler des Archimedes – zahlreiche Theorien über Kegel und Ellipsen, sowie den „Kreis des Apollonius" aufstellte.

Perge

Auch das wichtigste Heiligtum der Stadt soll nicht vergessen werden: die „Pergische Artemis", die allerdings bis heute nicht gefunden werden konnte. Unter römischer Herrschaft kam es zuerst zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung, allerdings wurde die Stadt um 80 v.Chr. vom römischen Prokonsul Gaius Verres geplündert, der eigentlich die Stadt gegen Piraten verteidigen sollte.

Perge

In Perge entstand auch eine der ältesten christlichen Gemeinde in Kleinasien. Auch Paulus und Barnabas haben die Stadt vermutlich im Jahre 53 n.Chr. besucht, wie in der Apostelgeschichte erzählt wird.

Perge - Basilika

56 n.Chr. zerstörte ein großes Erdbeben die ganze süd- und westanatolische Küste, die Ortschaften wurden nur teilweise wieder aufgebaut. Ab dem 7. Jahrhundert häuften sich die Überfälle der muslimischen Piraten und die Einwohner von Perge übersiedelten nach Antalya, deren Stadtmauern einen besseren Schutz boten.

Perge

Die Stadt geriet in Vergessenheit und erst 1835 entdeckte der französische Reisende Texier das Theater der Stadt wieder. 1946 begann man mit systematischen Ausgrabungen, bei denen heutzutage auch eine Kooperation zwischen der Universität Istanbul und Gießen besteht. Viele der gefundenen Kunstwerke sind im Museum von Antalya zu sehen. Zwei der wichtigsten Gebäude liegen außerhalb der Stadtmauern. Das Theater und da Stadion.

Perge

Das Theater

Das Theater aus dem 3. Jahrhundert hatte 14.000 Sitzplätze und gehörte zu den größten seiner Art und war früher ganz mit Marmor verkleidet. Die Hälfte des Bühnengebäudes ist in voller Höhe erhalten, man sieht noch einige Teile der früheren Ausstattung mit Marmor—Friesen und Reliefs, aber auch Wandverkleidungen und die Statuen in den Nischen sind sehenswert. Die Reliefs zeigen unter anderen den Kampf der Giganten und einige Kentauren. Von den obersten Sitzreihen hat man einen prächtigen Rundblick über die gesamte Ausgrabungsstätte und die Umgebung. Ursprünglich war hier noch eine Arkadengalerie. Leider ist das Bühnenhaus bis auf das Erdgeschoss zerstört.

Perge

Das Stadion

Wenn man vom Theater in Richtung Stadt wandert, kommt man am Stadion vorbei, das einst das größte in Kleinasien war. Dieses hatte 12.000 Sitzplätze und an die 50 Gewölbe, in denen Geschäfte untergebracht waren, über die man aber auch Zugang zum Stadion hatte. Im 34 Meter breiten und 234 Meter langen Stadion in Hufeisenform fanden neben den Wagenrennen auch noch die verschiedensten Sport-Wettkämpfe statt, wie Boxen, Speerwerfen, Laufen. Da die Kämpfer die Wettkämpfe mehr oder weniger nackt austrugen, war den verheirateten Frauen das Zuschauen bei den Kämpfen verboten. Im 3. Jahrhundert wurde die offene südliche Seite zugebaut, um das Gebäude auch für Gladiatorenkämpfe nützen zu können.

Das römische Tor

Perge

Man betritt die antike Stadt durch das römische Tor, das relativ einfach ausgeführt ist

Das hellenistische Tor

Perge - Hellenistisches Tor

Das hellenistische Tor ist schöner gearbeitet und wird von weiteren zwei Toren flankiert. Es wird auch Paulustor genannt, da angeblich der Apostel Paulus durch dieses Tor die Stadt bei seinem Besuch betrat.

Die Süd-Therme

Perge

Geht man die breite Straße entlang, gelangt man auf der linken Seite zur Süd-Therme, die eines der besterhaltendsten Gebäude in Perge ist. Sie ist im Vergleich zu anderen Thermen aus Pamphylien größer und monumentaler gestaltet. Der Thermenkomplex bestand aus mehreren Räumen: dem An- und Auskleideraum (Apodyterium), dem Kaltbad (Frigidarium), dem Warmbad (Tepidarium), den Heißbad (Caldarium) und einem Sportraum (Palaestra).

Perge - Südtherme - Die Heizung

In einigen Räumen kann man noch heute die Bodenheizung sehen. Auch die früheren unterirdischen Warmwasserleitungen kann man noch erkennen. Außerdem ist auch noch das Gymnasion (Räume für die Bildung) erhalten. In diesem, wie auch in den anderen Räumen wurden viele Skulpturen gefunden, die heute im Museum von Antalya zu sehen sind. Die Therme wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. gebaut und war mit Umgestaltungen bis in das 5. Jahrhundert in Verwendung. Das Baden war meistens kostenlos, da reiche Römer, Kaiser, Feldherren oder Politiker die Eintrittskosten für ein ganzes Jahr oft bezahlten. Außerhalb des Bades gab es Restaurants und andere Lokale.

Der Plan der Therme

Die Straße zur Akropolis

Perge - Straße zur Akropolis

Beeindruckend ist die etwa 20 Meter breite von Säulen geschmückte Straße die zur Akropolis und dem Brunnen der Akropolis führt. In der Mitte wurde sie durch eine Wasserleitung geteilt, links und rechts waren früher Geschäfte

Der Brunnen der Akropolis

Perge - Der Brunnen der Akropolis

Der 75 x 75 Meter große Baukomplex besteht aus einem quadratischen zentralen Platz, der von Säulengalerien und Geschäftsräumen umgeben war. Der Komplex, der früher als Agora interpretiert wurde, besaß eine Funktion als Macellum, ein Verkaufsplatz für exklusive Lebensmittel und wurde in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. erbaut. Es hatte jeweils einen Eingang an den vier Seiten. Die an der Nord- und Westseite befindlichen Geschäfte öffnen sich entweder nach innen oder nach außen zur Straße hin. Die Geschäfte an der Ostseite hatten dagegen keine Verbindung mit der Straße, an der Südseite waren die Geschäfte zweistöckig. Die Galerien waren mit Bodenmosaiken geschmückt. Im Zentrum der Anlage gab es eine rundliche Struktur, deren Funktion umstritten ist. Manche meinen, dass dies der Rundtempel der Glücksgöttin Tyche gewesen sein könnte.

Die Markthalle (Agorá)

Die Markthalle von Perge

Der 75 x 75 Meter große Baukomplex besteht aus einem quadratischen zentralen Platz, der von Säulengalerien und Geschäftsräumen umgeben war. Der Komplex, der früher als Agora interpretiert wurde, besaß eine Funktion als Macellum, ein Verkaufsplatz für exklusive Lebensmittel und wurde in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. erbaut. Es hatte jeweils einen Eingang an den vier Seiten. Die an der Nord- und Westseite befindlichen Geschäfte öffnen sich entweder nach innen oder nach außen zur Straße hin. Die Geschäfte an der Ostseite hatten dagegen keine Verbindung mit der Straße, an der Südseite waren die Geschäfte zweistöckig. Die Galerien waren mit Bodenmosaiken geschmückt. Im Zentrum der Anlage gab es eine rundliche Struktur, deren Funktion umstritten ist. Manche meinen, dass dies der Rundtempel der Glücksgöttin Tyche gewesen sein könnte.

Der Plan der Markthalle

Die Nekropole

Nekropole von Perge

Hinter den Thermen beim Westtor liegt die Nekropole. Die wichtigsten Sarkophage und Statuen befinden sich im Archäologischen Museum von Antalya.

Der Tafelberg oder die Akropolis

Der Tafelberg im Norden wird seit 1890 als Akropolis bezeichnet (Karl Graf Lanckoronski), auf die die Hauptstraße der Stadt direkt hinführt. Auf dem 90 Meter hohen und ungefähr 700 Meter breiten Plateau mit steilen Flanken wurden Funde entdeckt, die zeitlich bis an das Ende des 5. Jahrtausends v. Chr. zurückreichen. Ab dem 3. Jahrtausend vor Chr. kann man eine ununterbrochene Abfolge der Siedlungsschichten feststellen. Die anfänglich am Akropolis-Hügel gegründete Stadt wurde in hellenistischer Zeit nach Süden in Richtung Ebene erweitert und mit Befestigungsanlagen umgeben. Seine prachtvollste Zeit hatte die Stadt unter den römischen Kaisern, viele der heute noch erhaltenen Gebäude stammen aus dieser Zeit.

Plan von Perge

​Viele Türkei-Urlauber kennen ihn – den obligatorischen Besuch in einer Teppichknüpferei. Bei unserer Kaffeefahrt gehört er auch dazu und diesmal ist er sogar recht lehrreich ausgefallen. Fast bei jedem Ausflug, den man bei seinem Urlaub in der Türkei bucht, wird man „verschleppt": in eine Teppichknüpferei, um mit freundlichen Worten begrüßt und natürlich auf ein Glas Apfeltee eingeladen zu werden. Beim letzten Besuch sind wir mit zwei Teppichen wieder nach Hause gefahren, diesmal wollten wir das verhindern – aber wir sind auch diesmal wieder nur ganz knapp an einem Kauf vorbeigeschrammt.

In jeder Teppichmanufaktur wird eine reiche Auswahl an unterschiedlichen Teppichen angeboten

Man muss es den Türken ja lassen. Sie sind ausgezeichnete Verkäufer! Natürlich muss man nichts kaufen, aber die Teppiche sind ja schön, die Leute ausgesprochen freundlich, und die Lebensgeschichten der Mitarbeiter zum Teil bedauernswert. Ob die Teppiche wirklich günstiger sind, weiß ich nicht und kommt wahrscheinlich auf die jeweilige Fabrik an, die man besucht. Bezüglich Bezahlung und Transport, Versicherung und Lieferung, Zoll und was es sonst noch beim Austausch von Waren zwischen den Ländern geben sollte: alles geklärt, alles kein Problem, selbst ein kostenloser Kredit und Teilzahlung sind drin.

Ein wichtiges Motiv – Der Lebensbaum

Auf die Qualität kommt es an

Auf der Fahrt zur Teppichknüpferei werden wir auf das Ereignis von unserem Fremdenführer eingestimmt und lernen schon einiges über die Teppiche: Zwei Länder stehen besonders im Mittelpunkt der Geschichte der Teppichknüpferei: Persien (der heutige Iran) und die Türkei. In beiden Ländern ist Teppichknüpfen Tradition, die Teppiche sind Kunstwerke, einen Teppich auszuwählen und zu besitzen geht hier weit über die „banale" Bedeutung, die er in unseren Ländern hat hinaus.

Die reiche Auswahl an Farben

Der Knoten, wie er geknüpft wird und wie viele von ihm auf einen Quadratzentimeter passen sind das wichtigste Qualitätskriterium und auch der Unterschied zwischen dem persischen und dem türkischen Teppich liegt hier: der türkische Knoten ist ein Doppelknoten und daher gelten die türkischen Teppiche als besonders strapazierfähig. Wichtig für die Qualitätsbeurteilung sind natürlich auch die Materialien und wie sie gemischt werden: Wolle auf Wolle, Baumwolle auf Wolle, Seide auf Baumwolle, Seide auf Seide. Zwei Teppiche mit gleicher Größe und gleichem Muster müssen nicht gleich wertvoll sein: Entscheidend sind die Anzahl der Knoten, die Farbe und das Alter des Teppichs.

Das Geschäft mit der Tradition und den Touristen hilft vor allem den Frauen

Früher war die Teppichknüpferei in vielen Dörfern der Türkei verbreitet, heute gibt es sie nur mehr in wenigen. Die meisten jungen Dorfbewohner wollen in die Stadt, da sie sich dort ein besseres Leben erwarten. Inzwischen befürchtete man, dass die Kunst des Teppichknüpfens ausstirbt. Um das Handwerk wieder zu beleben, wurden daher an wichtigen Tourismuspunkten (wie Ephesos, Pamukkale, Antalya) Teppichmanufakturen gegründet und dann auch noch regelmäßige „Wettbewerbe" für Knüpfereien veranstaltet. Vier Familien haben sich in der Türkei besonders verdient gemacht, errichteten die Verkaufsstellen und brachten die Knüpfarbeiten auch wieder in die Dörfer zurück. Die Entwicklung begann in der Mitte der 80er Jahre. Seit 20 Jahren gibt es nun auch eine Gewerkschaft für Knüpferinnen und damit wurden die Rechte und Arbeitsbedingungen für die Frauen viel besser. In der Türkei gibt es keine Kinderarbeit und auch die Akkordarbeit wurde abgeschafft.

Die Designerin erzählt über das Knüpfen.Wer will, kann es selbst versuchen.

Die von uns besuchte Teppichknüpferei unterhält Dependancen in fast 1000 Dörfern in einem Umkreis von 500km. In jedem Dorf gibt es ein Knüpf-, Farb- und ein Designatelier, die Arbeitszeit beträgt in der Regel 40 Stunden, wird mehr gearbeitet, werden auch hier Überstunden bezahlt. In allen Einrichtungen gibt es eine Küche, wo man sich sein Essen während der Mittagspause kochen kann. Hat eine Knüpferin 20 Knoten geknüpft, muss sie eine Pause machen, die Löhne sind fix, es gibt 6 Monate Schwangerschaftsurlaub und 20 Tage Urlaub im Jahr. Die Teppichknüpferei beschäftigt an 12.000 Knüpferinnen, 1000 Designerinnen und 500 Fachmeister.

In der Teppichmanufaktur

80% der Knüpferinnen arbeiten an Baumwollteppichen, der Rest sind Seidenknüpferinnen, die auch einen ca. 50% höheren Lohn erhalten. Nach 30 Arbeitsjahren kann man in die Rente gehen. Diese Arbeitsmaßnahmen bewirken nicht nur eine Verbesserung der Teppichqualität, sondern auch eine Verbesserung der sozialen Stellung der Frau. Plötzlich hatten diese eine soziale Absicherung, verdienten ihr eigenes Geld, sind unabhängiger und selbstbewusster geworden. Bei einer Führung durch eine gute Teppichknüpferei werden sie nicht nur Tee angeboten und einen Teppich nach dem anderen gezeigt bekommen, sondern auch über die Herstellung, die Geschichte und die Qualitätskriterien einiges Interessantes erfahren.

Die Seidenfaden-Herstellung

Die Herstellung der Seidenfäden

Das ist aber noch nicht alles und so wurden wir auch noch in die Seidenfaden-Herstellung eingeführt. Nach der Verpuppungszeit von 2-3 Wochen sucht man die Anfangsfäden um den Seidenfaden abzurollen. Während Fäden von männlichen Seidenraupen ungefähr 200 Meter lang sind, liefern die weiblichen 500 Meter, wobei die Anfangsfäden für Krawatten, Unterwäsche, etc genommen werden. Seidenfäden sind sehr stabil und fest: „Das Leben des Menschen hängt an einem seidenen Faden" – das Sprichwort stammt aus dem 2. Weltkrieg, in dem die Fallschirme der Soldaten aus Seide gefertigt wurden. Legenden erzählen, dass in früherer Zeit selbst Marmorsäulen mit Seidenfäden geschnitten wurden.

Der Besitzer der Teppichmanufaktur stellt uns seine Firma vor

Der Besitzer der Teppichmanufaktur studierte in Istanbul Teppichwissenschaft und ist heute auch staatlich anerkannter Sachverständiger. Er spricht ausgezeichnet Deutsch und erklärte uns anschließend auch noch die Motive verschiedenster ausgestellter Teppiche und dann ging es ab in den Verkaufsraum.

.. verkaufen, verkaufen, verkaufen


Ein netter junger Mann erzählte uns von den Knüpferinnen, von der Stiftung der Firma ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen und zeigte uns dann noch einen Teppich, auf dem der „Hoça" abgebildet war. Meine Mutter war hingerissen und wenn wir noch einen Platz gefunden hätten, wo wir den Teppich in ihrem Haus untergebracht hätten, dann wäre das Geschäft sicher zustande gekommen. So aber verließen wir das Geschäft als letzte, doch etwas zum Ärger unseres Reiseführers und des Verkaufspersonal die Teppichknüpferei. Es war ein schlechter Tag für die Teppichknüpfer – unsere ganze Reisegruppe war standhaft geblieben, kein einziger hatte sich einen Teppich gekauft. Besichtigung und Erklärungen waren allerdings sehr interessant und der Besuch dadurch sicher lohnenswert – und vielleicht schaffen wir das nächste Mal schon vor dem Abflug in die Türkei Platz für einen neuen Teppich.

Natürlich gehört zu einer „Kaffeefahrt nach Kappadokien" auch eine Folkloreveranstaltung und all das, was man den Touristen als kappadokische Folklore verkaufen möchte. Schnell ist da von Bauchtanz die Rede und besonders die Herren der Reisegruppen freuen sich auch schon auf die Darbietung.

Kappadokischer Abend

Nachdem wir das Programm wegen des Wetters einigermaßen umgestellt haben, geht es nach dem Tanz der Derwische flott zum Abendessen und dann Abfahrt zum kappadokischen Abend. Es wird touristisch. Das merkt man schon beim Eintritt in ein riesiges Restaurant, in dem gerade an langen Tischen noch schnell einige Reisegruppen verköstigt werden. Wir werden gleich weiter in den „Nachtclub" gebracht – ein Gewölbe, das ebenfalls Platz für viele Reisegruppen bietet.

Kappadokischer Abend

Auch für Verpflegung wird gesorgt – so gibt es einige Teller mit Obst, Weiß- und Rotwein und antialkoholischen Getränken an jedem Tisch. Am besten gefallen uns die Etiketten: Auf Ihnen wird mittels Icons erklärt, dass bei Konsumation Autofahren verboten ist und dass auch Schwangere sich nicht ein Gläschen einschenken sollten. Leicht verständlich für jedermann/jedefrau.

Die Warn-Icons auf der Weinflasche

Dann beginnen auch schon die Vorführungen. Tänzerinnen und Tänzer zeigen zum Teil akrobatische Vorführungen, meist zu sehr lauter Musik, die in den Gewölben leider sehr stark hallt. Der Wein, Raki und auch das Bier, das alles laufend nachgebracht wird, sorgen dafür, dass die Stimmung immer besser wird. In einer Pause beginnen schließlich Betreuerinnen einer Reisegruppe zur Musik mit zu singen und zu tanzen und ihre Gäste zu animieren, das Gleiche zu tun. Wie immer bei solchen Veranstaltungen finden sich auch hier einige Männer, die sich für ein paar schmachtende Blicke zum Esel machen, zur Gaudi der restlichen Zuschauer. Die Stimmung ist am Höhepunkt. Allerdings kann man sich nicht einmal mehr mit seinem Nachbarn unterhalten, es dröhnt einfach zu laut in dem Gewölbe.

Kappadokischer Abend

Die Tänzer und Tänzerinnen erscheinen wieder und es beginnt der Höhepunkt des Abends: Der Bauchtanz. Danach gibt es noch einen weiteren Tanz mit männlicher Begleitung, die türkische Fahne wird als letzter Höhepunkt gefeiert. Dann ist es aus und vorbei, wir verlassen doch etwas erschöpft die Veranstaltung.

Kappadokischer Abend

Es war – vielleicht neben den noch kommenden „Einkaufsbesuchen" – der schwächste Programmpunkt unserer Reise. Dies lag aber ganz bestimmt nicht an der folkloristischen Darbietung. Die Tänzer und Tänzerinnen gaben ihr bestens, teilweise war es richtig toll. Eher lag es am Veranstaltungsort. Das Personal nicht übermäßig freundlich, alles hatte den Flair einer Massenabfertigung (was es ja auch war). Ein Gewölbe mit fürchterlichen akustischen Eigenschaften für die Musik, das aber auch eine Unterhaltung gänzlich unmöglich machte. Nach einer halben Stunde begann der Kopf nur so zu dröhnen. Die Geräuschkulisse wuchs ins Unerträgliche. Die „Tanz- und Gesangeseinlage" der Touristen mehr als nur peinlich. Wein und Raki sicher nicht in der besten Qualität – was aber auch nicht verwunderlich ist, wenn man den Konsum einiger Gäste verfolgte (= ist ja dabei und gratis…). 

Eigentlich schade. Es hätte mit Bauchtanz und einigen wirklichen Folklore-Darbietungen ein netter Abend werden können. 

Hier noch einige Impressionen:

Jelaluddin Rumi, so der richtige Name Mevlanas, wurde am 30. September 1207 in Balch, Chorasan (im heutigen Afghanistan) geboren und zählt zu den drei größten Mystikern in Anatolien. Der Name Mevlana ist eigentlich ein Ehrentitel und bedeutet so viel wie unser Herr, unser Meister. 

Bereits sein Vater, Muhammad Bahaeddin Walad (Veled) ist ein berühmter Gelehrter, dem der Titel „Sultan der Gelehrten" verliehen wird. Eifersüchteleien, politische Quereleien, aber auch die Auseinandersetzung mit den Mongolen, veranlassen den Vater Mevlanas Balch 1211 zu verlassen, um nach Mekka zu pilgern. Eine Legende besagt, dass eines Tages Staatsbeamte an seine Tür klopfen, um ihm den Torschlüssel zur Burg zu übergeben mit dem Hinweis, dass nicht zwei Sultane auf einem Sessel oder zwei Löwen in einem Wald leben sollen. Veled versteht die Aufforderung und macht sich mit seiner Familie auf den Weg. Wahrscheinlicher ist jedoch die Variante, dass er den Überfall der Mongolen unter Dschingis Khan vorausahnt. Schließlich tötet der Choresm-Schah einige Kaufleute der Mongolen, so dass ein Racheakt zu erwarten ist. Mevlana ist am Beginn der Reisefünf oder sechs Jahre alt.
In Nişabur trifft die Familie auf einen bekannten Sufi, Ferideddin Attar, der bereits damals von Mevlanas Kenntnissen und Intelligenz beeindruckt ist. Die Familie reist nach Bagdad weiter, erfüllt ihre Wallfahrtspflicht in Mekka und Medina und kommt schließlich über Damaskus nach Anatolien, das damals von den Rum-Seldschuken beherrscht wird. Daher auch der Beiname Rumi. 

In Laranda, dem heutigen Karaman, stirbt Mevlanas Mutter – ihr Grab ist heute als Aktekke Moschee bekannt, auch einer seiner Brüder kommt hier ums Leben. Hier befinden sich noch die Gräber von 21 anderen Mitgliedern der Familie.
Mevlana heiratet Gevhur Hatun, die wie er ein Flüchtling aus dem Osten ist. Die Familie zieht weiter nach Konya. 

Zwei Jahre lebt und predigt Baha Veled in Konya, dann stirbt er und wird im heutigen Grab im Rosengarten des Alaedin Keykubat begraben. Sein Grab schmückt kein Grabmal (Tube), da sich Mevlana dagegen ausspricht: schließlich könne man kein schöneres Grabmal als das Himmelsgewölbe selbst bauen.

Mevlana und Şems treffen aufeinander

Ein Jahr nach dem Tod seines Vaters kommt Burhaneddin Sewyyid, ein gottesgläubiger Wissenschaftler und Mystiker und Freund seines verstorbenen Vaters nach Konya und beeinflusst Mevlana.
1244 macht er die Bekanntschaft von Muhammed ŞemseddinTebrizi (Şems/Schems). Nach einem Disput, ob der Prophet Mohammed oder Bistamlı Bayezit der Größere sei, schließen sich die beiden sechs Monate lang in einer Zelle ein. Nach dieser Frist sind die beiden echte Freunde, aber diese Zeit trennt Mevlana von seinen Vorlesungen und vom Volk. Mevlana verbringt mit seinem neuen Freund den ganzen Tag und erfährt von ihm die Tiefe seiner wissenschaftlichen Lehre. Mit der Freundschaft zu Şems ändert sich aber sein ganzes Leben. Mevlana hat bereits große Berühmtheit erlangt und lebt und handelt wie es sich für einen gestandenen und hoch angesehenen Gelehrten gehört. Doch mit der Freundschaft zu Şems verändert sich ab 1244 sein Leben von Grund auf und damit auch sein Verhalten. Şems selbst ist ein Schüler des großen Hadschi Baktasch Wali, der zur gleichen Zeit lebt und eine starke Persönlichkeit mit großen spirituellen Fähigkeiten ist. Die spirituelle Bindung der beiden Freunde ist zeitweise so stark, dass Mevlana der Welt entsagt und sich ganz den Geheimnissen des Freundes verschreibt. Şems heiratet Kimya Hatun, die Adoptivtochter von Mevlana und bindet sich so noch mehr an die Familie. Einigen Menschen ist jedoch die tiefe Freundschaft zwischen den beiden ein Dorn im Auge. Eines Nachts wird Şems getötet und in einen Brunnen geworfen. Bei Untersuchungen des Mausoleums von Şems wird festgestellt, dass es tatsächlich über einen Brunnen errichtet wurde.

Begrüßung der Mevlana Familie durch den Seldschuken Sultan am Eingang von Konya

Nach dem Tod seines Freundes verfasst Mevlana immer wieder Gedichte, die seine große Trauer ausdrücken. Sein bekanntestes Werk heißt Mesnevi und umfasst 25.618 Doppelverse. In ihm erzählt Mevlana seine Ideen, Anschauungen und Ereignisse seines Lebens in Form einer Geschichte. Einige der schönsten mystischen Verse, die jemals geschrieben wurden sind darin zu finden. 

Nach dem Tod von Şems freundet sich Mevlana mit Selahassin Zerkubi an. Die Legende erzählt, dass er eines Tages an dem Goldschmiedeladen von Selahaddin vorbeiging und sich so am Hämmern, das aus dem Laden drang begeisterte, dass er begann die Sema zu tanzen. Da kam Selahaddin aus dem Geschäft und tanzte mit Melvana. Zehn Jahre währt die Freundschaft bis Selahaddin 1258 stirbt und neben Mevlanas Vater begraben wird. Nach seinem Tod soll Mevlana folgende Worte geschrieben haben: „Für dich wurde das Herz mit Blut gefärbt; wimmern Vernunft und Seele."
Danach wählt Mevlana Ḉelebi Hüsameddin als seinen Nachfolger, es ist auch ihm tief verbunden.
Am 17. Dezember 1273 verstarb Mevlana in Konya und wurde hier auch begraben.

Das Grabmal von Mevlana

Mevlana war nicht nur unter den Mohammedanern beliebt, sondern auch unter den Christen und Juden, die damals gemeinsam in den Städten lebten. Er wurde im Rosengarten an der Kopfseite seines Vaters begraben. Einer Legende nach hat seine Katze nach seinem Tode nichts mehr gegessen und getrunken und ist so nach sieben Tagen ebenfalls gestorben. Sie wurde von seiner Tochter in ein Grabtuch gelegt und an seiner Seite in einem Grab in der Nähe des Mausoleums in einem kleinen Sarkophag begraben. Diese Geschichte stimmt allerdings nicht. Die Inschriften des Sarkophags wurden analysiert und es stellte sich heraus, dass darin ein kleines Mädchen begraben liegt. Die Freunde und Anhänger von Mevlana sehen aber seinen Tod nicht als Abschied, sondern als eine Liebesnacht mit seinem Gott – an diesem Tag hat er seinen Gott wieder gefunden – deshalb wird diese Nacht auch als Hochzeitsnacht (Şeb-i Arus) bezeichnet.

Hier finden Sie einige weise Sätze von Mevlana, die zum Nachdenken anregen:

„Gebe dich entweder so wie du bist, oder sei so wie du dich gibst."
Mevlana wollte, dass die Menschen immer hoffnungsvoll waren, für ihn bestand immer
und jederzeit Hoffnung:
„Unser Orden ist kein Orden der Hoffnungslosigkeit;
und hast du hundert Mal geschworen
und deine Eide gebrochen,
komm, komm wieder, komm …" 

Auch die Bestattungszeremonie von Mevlana wurde ein Dialog zwischen den Religionen. Zu seinem Begräbnis waren Menschen aller Religionen gekommen, auch Juden und Christen. Da so viele Menschen anwesend waren, verlangten die Muslime, dass die Angehörigen aller anderen Religionen gehen sollten, doch diese sagten: „Mevlana war eures Glaubens, doch wir haben durch ihn auch vieles über Moses und Jesus erfahren. Wir bleiben."

Die sieben wichtigsten Ratschläge Mevlanas für die Menschen:

1. Sei wie das Wasser bei der Großzügigkeit und beim Unterstützen anderer
2. Sei wie die Sonne bei Mitleid und Barmherzigkeit
3. Sei wie die Nacht beim Verschleiern der Fehler anderer
4. Sei wie ein Leichnam bei Zorn und Heftigkeit
5. Sei wie die Erde bei Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit
6. Sei wie ein Meer wo Toleranz gebraucht wird+
7. Sei so wie du (in Wahrheit) bist, oder sei (in Wahrheit) so wie du dich gibst.

Mevlana

Die Lehre Mevlanas

Mevlana sieht in der Liebe die Hauptkraft des Universums und dieses als Harmonisches Ganzes, in dem jeder Teil in einer Liebesbeziehung mit allen anderen steht. All das ist wiederum einzig und allein auf Gott gerichtet und nur durch seine Liebe kann alles Bestand haben. Daher kann auch der Mensch, der ein Teil dieses Ganzen ist, nur die Harmonie mit sich selbst und Gott erreichen, wenn er lernt, Gott zu lieben. Diese Liebe wird ihn dann dazu befähigen, nicht nur seine Mitmenschen, sondern alles von Gott Geschaffene zu lieben. Gott durch Liebe näher zu kommen, ist für Mevlana, wie für die meisten Sufis, der Weg zur wahren Erfüllung.
Die Einzigartigkeit Mevlanas besteht aber in seiner Fähigkeit seine Gedanken und seine Lehre in Poesie auszudrücken. Sprachgewandt beschrieb er die Freude Gott näher zu kommen und die Trauer von Gott getrennt zu sein. Wie andere mystische Dichter bezeichnet er Gott als den Geliebten und die menschliche Seele auf ihrer Suche nach Gott als die Liebende. 

Nach seinem Tod wurde Mevlana in einem Mausoleum in Konya beigesetzt, das dem Orden bald als Versammlungsort diente. Das Mausoleum ist seit dem das Wahrzeichen der Stadt und dient bis heute als Wallfahrtsort gläubiger Muslime und Anhänger Mevlanas aber auch als besuchenswerte Sehenswürdigkeit vieler Touristen. 1925 verbot Atatürk öffentliche religiöse Handlungen, womit auch der Mevlevi-Orden und die Sema betroffen waren. Das Mausoleum, das von der Regierung in ein Museum umgewandelt wurde, verlor aber dennoch nie an Bedeutung. Für die Besucher ist es heute noch Brauch, kleine Amulette in Form des Grabmals zu kaufen. 

Das Jahr 2007 erklärte die UNESCO zu Ehren seines 800. Geburtstages als das Jahr von Rumi-Balkhi. Rumi, wie er in den USA genannt wird, ist der meistverkaufteste Poet in den Staaten.

Hier zum Abschluss noch ein Gedicht von Mevlana:

„Wer von Lieb´ nicht Farbe hat,
Ist bey Gott nur Stock und Stein.
Liebe lockt aus Steinen Wasser,
Liebe glättet Spiegel rein.
Gauern krieg´risch, Gläub´ge friedlich;
Krieg und Friede weicht der Liebe.
Liebe thut des Herzens Mund auf
Und verschlinget beyde Welten. Wie ein Löwe ist die Liebe,
Ist bald Fuchs, bald Leopard.
Nur die Liebe hilft der Seele
Aus des Körpers finstrem Kerker.
Lieb´ ist Anfangs nur Verwirrung,
Seele und Vernunft sind irr.
Bey Tebrisi ist mein Herz,
Ostwind! Grüß ihn unverweilt." (Divan´e Shams´e Tabrizi) 

Weitere Informationen über Mevlana, die Derwische und die Sema finden Sie auf http://mevlana.net. Die Website ist in englischer Sprache.

Göreme ist eigentlich der Name eines kleinen Ortes und doch gilt es heute als das touristische Zentrum der Region. Hier finden Besucher alles, was ihnen in den Sinn kommt, vom Hotel über Restaurants bis hin zu Diskotheken. Ja, hier ist auch Party machen angesagt. Ruhesuchende sind somit gewarnt …

Open-Air Museum Göreme

Göreme ist aber auch der Ausgangspunkt zum berühmten Kirchental, in dem sich eine Felsenkirche an die nächste reiht und den Besucher durch ihre Fresken beeindruckt. Leider können wir vom Innenleben der Kirchen kaum Fotos bringen, da in allen Kirchen Fotografieren verboten ist und leider auch viele Aufseher darauf schauen, dass das Verbot auch eingehalten wird. Planen Sie auf jeden Fall genügend Zeit für Ihren Besuch ein und kommen Sie gleich am frühen Morgen, denn es wird heiß in dem kleinen Tal und eine große Touristenmenge hat immer das gleiche Ziel, die berühmten Kirchen von Göreme zu sehen.

Open-Air Museum Göreme

Göreme wurde in byzantinischer Zeit Matiana genannt und erst in 1928 in Göreme unbenannt, wobei dies eine turkisierte Form des alten Namens Korama ist. Ursprünglich hieß nur das Gebiet um das Kirchental so, in den 80er Jahren wurde auch der Ort umbenannt, um es den Touristen leichter zu machen. Auch hier sind die Vulkanausbrücke und Wasserläufe schuld, die über mehrere Millionen von Jahren die typischen Gebilde aus Tuff formten.

Open-Air Museum Göreme

Die ersten Christen, die nach Kappadokien kamen, nutzten die Abgeschiedenheit hier um ein ruhiges, in sich gekehrtes Leben zu führen, aber auch als Versteck vor den Feinden. Ganze Wohnanlagen wurden in den Stein gehauen, aber auch viele Kirchen und Kapellen. Das alles geschah bereits im 4. Jahrhundert n. Chr., nachdem die ersten Christengemeinden in Kappadokien entstanden. Um 1100 entstanden die Yilanli und die Barbara-Kirche, ca, 1200 die Carikli Kirche. 1923/24 wurde Göreme schließlich von den letzten Bewohnern verlassen, in den letzten Jahren wurde es wieder aus den Dornröschenschlaf erweckt. 1957 erst entdeckte man die Johannes Täufer Kirche und ich bin mir sicher, es werden noch einige folgen. Leider sind viele Fresken in den Kirchen teilweise stark beschädigt, da sich niemand bis 1964 um diesen kulturellen Schatz kümmerte.

Open-Air Museum Göreme

Das Open Air Museum liegt südöstlich des Ortes Göreme. Im Prinzip könnte man zu Fuß vom Stadtzentrum aus gehen – es sind vielleicht 15 Minuten Gehweg, sollten Sie mit dem Auto kommen, gibt es einen großen Parkplatz für Busse und Privatautos. Wie zu erwarten finden Sie auch jede Menge Souvenirläden und Cafés am Weg zum Eingang des Open Air Museums. Der Besuch des Geländes ist kostenpflichtig. Achtung: Eine, der Kirchen liegt außerhalb des Museumsgeländes genau vis à vis des Parkplatzes. Die Eintrittskarte gilt auch für diese Kirche – verpassen Sie keinesfalls die Schnallen- oder Spangenkirche (Tokali Kilise) zu besuchen.

Saklı Kilise

Sehenswert ist aber auch die Versteckte Kirche. Sie ist über einen ca. 300 Meter langen Kletterpfad zu erreichen und liegt etwa 300 Meter vor dem Freilichtmuseum (von Avcılar aus) auf dem rechts liegenden Bergrücken. Mit viel Glück sehen Sie auch das Hinweisschild, das auf die Kirche hinweist, allerdings war sie so versteckt, dass sie erst 1956 durch einen Zufall wieder entdeckt wurde. Vom Eingang der Kirche, der in den Westhang des Hügels eingehauen wurde, kann man in das Zemi-Tal blicken. Der Kirchenbau wurde so sorgfältig in den Fels gearbeitet, dass man den Zugang eigentlich erst dann bemerkt, wenn man direkt davor steht. Die Fresken, der wahrscheinlich im 11. Jahrhundert gebauten Kirche, sind bemerkenswert gut erhalten und zeigen Bibelthemen. Allerdings wurde hier die Bibelgeschichte in die kappadokische Landschaft mit ihren Feenkaminen verlegt. Der Eintritt zur Kirche ist frei.

Tokalı Kilise

Die Tokalı Kilise ist der größte Felskirchenbau in der Region und besteht aus vier Teilen: der kleinen, einschiffigen Alten (Eksi) Kirche, der darunter liegenden Grabkirche, der Neuen (Yeni) Kirche und der nördlich davon liegenden Seitenkapelle. Wahrscheinlich wurde sie bereits im 10. Jahrhundert errichtet. Die Alte Kirche wirkt heute wie der Eingang zur Neuen Kirche, sie besteht aus einem einschiffigen Tonnengewölbe, die Apsis viel dem Bau der Neuen Kirche zum Opfer. Ein Bilderzyklus aus dem Leben Jesus Christus, der am rechten Flügel neben dem Eingang beginnt und sich dann – nur von den Gewölbevorsprüngen unterbrochen – an der ganzen Wand über den linken Flügel bis zum Eingang zurück zieht, schmückt die Wände und die Kuppel. Rechts sieht man die Maria Verkündigung, den Besuch Elisabeths, die Wasserprobe (der Beweis der Jungfräulichkeit Mariens) die Reise nach Bethlehem und die Geburt Jesu. 
Auf der linken Seite sind der Besuch der Weisen aus dem Morgenland, der Mord der unschuldigen Kinder, die Flucht nach Ägypten und die Ermordung des Zacharias dargestellt.

Tokalı Kilise

Im mittleren Abschnitt auf der rechten Seite sind die Verfolgung der Elisabeth, die Begegnung Jesu mit Johannes dem Täufer und die Predigt des Johannes, die Berufung von Johannes dem Täufer, die Taufe und die Hochzeit von Kana, auf der anderen Seite die Speisung der Fünftausend – das Weinwunder, das Brot- und Fischwunder, die Berufung von Petrus und Andrea, die Heilung des Blinden und Leprakranken und die Auferweckung des Lazarus zu sehen. 
Außen rechts folgen dann die Bilder der Reise nach Jerusalem, das letzte Abendmahl, der Verrat des Judas und Jesus vor Pontius Pilatus, die linke Seite zeigt Jesus auf dem Weg nach Golgatha, die Kreuzigung, die Kreuzabnahme, die Grablegung, die weinenden Frauen am leeren Grab, und die Auferstehung Jesu.
Zwei weitere Bilder darunter zeigen den Heilige, wie den Heiligen Hieron, Agaphi, Anastasia, Marina, Helena und andere.
Die Neue Kirche hat einen rechteckigen Grundriss mit einem Tonnengewölbe. An der Ostwand stehen vier mit Bogen verbundene Säulen, dahinter ein schmaler Korridor, der zu einer Apsis mit zwei Seitenapsiden führt. Links vom Eingang befindet sich ein kleines, durch Säulen getrenntes Seitenschiff. Zu sehen sind wieder Darstellungen aus dem Leben Christi, die dunkelblaue Farbe gilt als Besonderheit der Tokalı Kirche.
Übrigens: Den Namen (Schnallenkirche) verdankt sie dem schnallenartiken Dekor im Gewölbe.

Plan des Open-Air Museums (Plan von Wikipedia)

Die St. Basilius Kapelle

Gleich rechts nach dem Eingang befindet sich die St. Basilius Kapelle (Aziz Basil Şapeli). Der kleine Bau hat drei Apsiden, deren Fresken unter anderem den Namensgeber, den Heiligen Basilius zeigen, der im 4. Jahrhundert Erzbischof von Caeserea (Kayseri) war. In den Mulden im Vorraum wurden früher Tote bestattet. Die Kapelle ist sehr dunkel – es empfiehlt sich eine Taschenlampe mitzunehmen.

Die Apfelkirche (Elmalı Kilise)

Die Apfelkirche

Die Apfelkirche wurde Ende des 11. oder Anfang des 12. Jahrhundert geschaffen. Durch einen Tunnel gelangt man in die Kirche, deren Grundriss ein Kreuz darstellt und die aus einer großen Apsis und zwei kleineren Apsiden, über die sich eine Kuppel wölbt, die von vier Säulen getragen wird, besteht. Geometrische Motive und Kreuze sind auch hier wie in der Basilius Kapelle oder der Barbara Kirche auf unverputzten Fels aufgetragen. Der Name der Kirche stammt entweder von einer Apfelplantage, die hier früher beim Eingang war oder von einem Wandbild in der Kirche, in dem Jesus einen runden Gegenstand in der Hand hält und von dem manche meinen, dass es sich um einen Apfel handelt. Andere meinen es sei die Weltkugeln. 

Die farbenfrohen Fresken sind in einem ausgezeichneten Zustand, wurden aber leider während der ikonoklastischen (Bilderstreit) Periode zerstört und abgekratzt. Bemerkenswert ist die unter der Kuppel dargestellt Verkündigung. Weitere Darstellungen zeigen unter anderen die Deesis (http://orthpedia.de/index.php/Deesis) , die Geburt Christi, die Anbetung der Heiligen drei Könige, die Taufe, die Auferstehung des Lazarus von den Toten, die Reise nach Jerusalem, das Abendmahl, Jesus am Kreuz, die Frauen am leeren Grab, die Himmelfahrt Jesu aus dem Neuen Testament aber auch die Gastfreundschaft des Propheten Abraham und die Verbrennung der drei Jünglinge im Feuerofen aus dem Alten Testament.

Die Barbara Kirche

Die in den Südhang des Felsens gehauene Kirche stammt aus dem 11. Jahrhundert und hat einen kreuzförmigen Grundriss mit einer Haupt- und zwei Nebenapsiden. Die Mitte und der Ostteil sind überkuppelt, die Zentralkuppel mit einem Christusbild ausgemalt. Die übrigen Fresken widmen sich der Heiligen Barbara (im rechten Flügel), dem Heiligen Michael und Theodor oder zeigen geometrische Motive und Fabelwesen. Die Darstellung des Heiligen Georgs im Kampf mit dem Drachen ist besonders gelungen. Gemeinsam ist ihnen die rotbräunliche Farbe und dass sie direkt auf den Fels gemalt sind. Durch die aufgemalten Steinmuster wird der Eindruck erweckt, als sei die Kirche nicht in den Fels gehauen, sondern gebaut. Die Darstellungen wirken einfach, manchmal ein wenig unbeholfen, aber gerade das macht ihren besonderen Reiz aus.

Open-Air Museum Göreme

Die Schlangenkirche oder St. Onouphrios-Kirche (Yılanlı Kilise)

​Die Schlangenkirche, die ihren Namen wahrscheinlich wegen der Darstellung der Drachentöter –Georg und Theodorus – mit dem schlangenförmigen Drachen hat, stammt aus dem 11. Jahrhundert und unterscheidet sich von den anderen Bauten im Freilichtmuseum stark. Sie ist nicht überkuppelt und hat keine Säulen, sondern nur eine gewölbte Decke. Die Wände sind bemalt, im Kircheninneren befindet sich ein Grab, sodass angenommen wird, dass die Schlangenkirche ursprünglich als Grabkammer diente. Die Apsis wurde in die linke Längswand eingemeißelt, ist aber unvollendet. Beidseitig des Gewölbes kann man Bilder der in Kappadokien besonders verehrten Heiligen erkennen. Die Fresken links gegenüber dem Eingang zeigen Jesus mit der Bibel in der Hand.

Open-Air Museum Göreme

Im Westteil befindet sich die Darstellung der nackten, langhaarigen Onouphrios, die der Kirche ihren zweiten Namen gab, an ihrer Seite der Heilige Thomas und der Heilige Blasius mit einem Buch in der Hand, eine segnende Geste ausführend. Die Legende erzählt, dass Onouphrios im „leichten Gewerbe" gearbeitet hatte, aber mit der Zeit den Männern und ihren Annäherungen überdrüssig geworden war und so Gott um Hilfe bat. Er erfüllte ihren Wunsch, indem er ihr einen Bart wachsen ließ und ihr zu hässlichem Aussehen verhalf. Das Fresko zeigt daher ein halb weibliches, halb männliches Wesen. Onouphrios lebte, wie einige andere, der Religion stark verhaftete Einsiedler seit dem ersten nachchristlichen Jahrhundert in der ägyptischen Wüste, wo sie der Heilige Paphnutios im 4. Jahrhundert besuchte und ihr beim Sterben beistand.

Die Lagerräume

Die Lagerräume

Zwischen der Schlangenkirche und der Dunklen Kirche befinden sich drei miteinander verbundene Räume. Der erste ist ein Lagerraum, in dem man noch die Vertiefungen an den Wänden sieht, die für die Vorräte genutzt wurden. Der zweite Raum wurde als Küche genutzt, wie der Erdofen – Tandir – beweist. Der dritte Raum war der „Speisesaal". Links vom Eingang befindet sich eine steinerne Platte mit einer steinernen Sitzbank, die etwa 40-50 Personen Platz bot, wobei nicht klar ist, ob die Klostergemeinschaft wirklich so groß war oder ob hier auch Gäste bewirtet wurden. Rechts vom Eingang kann man noch eine Traubenpresse erkennen.

Die Dunkle Kirche (Karanlık Kilise)

Göreme Open Air Museum – Dunkle Kirche, Kuppelbild Christus Pantokrator, Foto: Karsten Dörre, Wikimedia Commons

Die Dunkle Kirche stammt ebenfalls vom Ende des 11., Anfang des 12. Jahrhunderts. Über eine gebogene Treppe an der Nordseite betritt man den rechteckigen, überwölbten Vorraum, an dessen Südseite ein Grab liegt. Das Kirchengewölbe hat einen kreuzförmigen Grundriss, eine Zentralkuppel, vier Säulen und drei Apsiden. Da das Licht nur durch ein einziges, kleines Fenster im Vorraum einfallen kann, wird sie auch die Dunkle Kirche genannt. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund für den guten Zustand der Farben der Fresken. Wahrscheinlich finden Sie hier die perfekteste Freskenmalerei in ganz Kappadokien. Der Vorraum und das Kirchengewölbe sind mit Szenen aus dem Alten und Neuem Testament reichlich geschmückt, unter anderem kann man hier wieder die Gastfreundschaft des Propheten Abrahams sehen, die Verbrennung der drei Jünglinge im Feuerofen, die Verkündigung, die Reise nach Bethlehem, die Heiligen drei Königen, ja nahezu die komplette Geschichte des Neuen Testaments sehen. Unter der Kuppel zählen die Fresken von der Taufe Jesu, der Verkündigung, dem Abendmahl, dem Überreichen der Geschenke der Heiligen Drei Könige, der Judaskuss, die Bilder der Evangelisten Markus und Johannes und der Kreuzigung zu den sehenswertesten.

Göreme Open Air Museum – Dunkle Kirche, Foto: Karsten Dörre, Wikimedia Commons

Für den Eintritt in die Dunkle Kirche muss extra noch einmal Eintritt bezahlt werden.

Die Katharinenkapelle (Azize Catherine Şapeli)

Die kleine Kapelle wurde im 11. Jahrhundert von einer Dame namens Anna in Auftrag gegeben und der Heiligen Katherina geweiht. Sowohl der Vor- als auch der Hauptraum weisen einen kreuzförmigen Grundriss auf. Der Hauptraum hat eine Zentralkuppel und ein Seitengewölbe. Im reliefgeschmückten Boden des Vorraums befinden sich neun Gräber, in den Seitenwänden zwei Grabnischen. Die Fresken im Hauptraum zeigen in der Apsis die Deesis dar, in den Medaillons sind die Heiligen Gregor, Basileos, Johannes Chrysostomos dargestellt, im Nordflügel an der Südwand sieht man den Heiligen Gregor zu Pferde und gegenüber die Heilige Katharina, Theodorus und andere Heilige. Die Malereien in den Kreuzarmen zeigen unter anderen Kaiser Konstantin und seine Mutter, die Heilige Helena. Von außen ist das kleine Kirchlein mit Blendarkaden verziert.

Open-Air Museum Göreme

Die Sandalenkirche (Carıklı Kilise)

Die Sandalenkriche ist die letzte der Kirchen vor dem Nonnenkloster. Früher führten Steinstufen zu ihrem Eingang, diese sind allerdings schon lange der Erosion zum Opfer gefallen und so muss man heute über eine Eisenleiter zur Kirche hinaufsteigen.

Open-Air Museum Göreme

Sie stammt aus der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert, hat drei Apsiden und wird von vier Kuppeln überwölbt. Die Fresken sind recht gut erhalten und zeigen den Kreuzgang und die Kreuzabnahme Christi, die Auferweckung des Lazarus, die weinenden Frauen am leeren Grab des Herrn, die Gastfreundschaft des Propheten Abraham, das Kind Jesus in den Armen seiner Mutter und die Reise Christi nach Jerusalem. Unter dem Himmelfahrtsbild finden sich zwei in den Stein gemeißelte Fußabdrücke, vielleicht eine Erinnerung an die Jerusalemer Himmelfahrtskirche, in der sich ein ähnlicher Abdruck befindet. Diese Fußabdrücke scheinen auch die Namensgeber der Kirche zu sein.

Das Nonnenkloster (Rahibeler Manastırı)

Blick auf das Nonnenkloster

Man nimmt an, dass das Nonnenkloster sechs bis sieben Stockwerke umfasste, die durch Tunnel miteinander verbunden waren. Die Gänge konnten bei Gefahr mit einem mühlensteinartigen Felsen verschlossen werden, wie sie auch in den unterirdischen Städten Verwendung fanden. In der ersten Etage befanden sich ein Speisesaal, eine Küche und einige weitere Zimmer, in der zweiten eine Kapelle. Die Kirche in der dritten Etage erreicht man durch einen Tunnel. Sie hat einen kreuzförmigen Grundriss und eine Kuppel mit vier Säulen und drei Apsiden. Bemerkenswert ist der Altarraum (Templon) der Hauptapsis, den man selten in den Kirchen von Göreme findet. Neben dem Jesus Fresko, das direkt auf den Felsen gemalt ist, findet man auch andere Abbildungen, die alle mit roter Farbe gemalt sind.


Es ist ein Riesenpalast, der hier auf seine Besucher wartet und man sieht auch hier gleich zu Beginn: man ist auf Reisegruppen spezialisiert.

Im Avanos Restaurant

Das Restaurant ist allerdings rund um einen Buffetraum in kleinere Räume unterteilt und wenn die Reisegruppen nicht alle zur gleichen Zeit ankommen, dann geht es hier eigentlich sehr gut und gesittet zu. Man merkt dem Personal zum Teil den Stress an. Kaum ist eine große Gruppe gekommen, wollen die Menschen schnellstens mit Getränken versorgt werden, damit ist schnell genug weiter für die nächsten geht. Kaffee am Tisch nach dem Essen einzunehmen, ist bei der großen Betriebsamkeit unmöglich, das geht nur im Vorhof, – die nächste Gruppe wartet ja schließlich schon. Einen Vorteil bringt iese Einteilung für die Raucher: Es ist eine der wenigen Orte, die wir besucht haben, an denen sie zum Café ein Zigarettchen rauchen konnten.

Im Avanos Restaurant

Doch nun zum Wesentlichen: dem Essen.

Die große Auswahl am Buffet

Das Buffet glänzt durch eine gute und reichliche Auswahl. Es gibt viele frische Salate, Couscous, landestypische Spezialitäten, Suppen und auch eine große Auswahl an Desserts. So sollte wirklich jeder nach seinem Geschmack seine Lieblingsauswahl zusammenstellen können. Schwierigkeiten können nur auftreten, sollten sich mehrere hungrige Reisegruppen unter Zeitdruck gleichzeitig einfinden. Die Reiseleiter versuchen dies zwar durch Koordination zu verhindern, manchmal treffen aber doch einige Gruppen zur selben Zeit ein. Dann allerdings kann es schon zu einem größeren Gedränge am Buffet kommen und auch die Versorgung mit Getränken und anschließend mit Kaffee funktioniert nicht ganz so reibungslos.

Die reiche Auswahl

Alles in allem ein Restaurant mit guter Buffetauswahl, das aber, trotz seiner schönen Einrichtung ein wenig den Eindruck der Massenabfertigung hinterlässt und es nicht schafft, Charme oder einen eigenen Charakter zu entwickeln. Eigentlich schade. Individualreisende werden sich hierher kaum verirren, dafür ist das Lokal auch nicht zu empfehlen. 

Und hier noch einiges an Auswahl mehr:

Die Auswahl kann sich sehen lassen
Große Auswahl
Auch die Auswahl an Gewürzen beeindruckt
Das Nachspeisen-Buffet

Avanos Restaurant
Avanos – Nevşehir, Cumhuriyet Mah. Kappadokien Cd. No:83
Tel: +90 384 511 48 48 75 44

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