Enricos Reisenotizen

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Ein LIKE für LAIBACH

Ein LIKE für LAIBACH

In fast jedem k.k. Reiseführer wurde Laibach „gemütlich" genannt. Ersetzen Sie das durch „chillig" und Sie haben die aktuelle Beschreibung für die slowenische Hauptstadt gefunden – nach Meinung der Touristen. Viele Laibacher selbst sehen das mittlerweile ein wenig anders… 

 Warum chillt Laibach?

Vielleicht finden wir Antworten in der Geschichte der Stadt? Immerhin bauten sich schon die Vorfahren der heutigen Ljublačanov im Laibacher Moor schmucke Pfahlbauten. Später saßen hier die Römer (nicht mehr auf Pfählen) und im Mittelalter entstand eine slawische Siedlung an der Ljubljanica, der Laibach. (Der letzte Name dieses Flusses. Er bringt es als Karstbach, der immer wieder in irgendeinem Felsenloch verschwindet, auf insgesamt sieben Bezeichnungen.) Als Laibach taucht die Siedlung im zwölften Jahrhundert auf, als ihre Bewohner bereits fleißig mit Franken und Italienern handelten. Belegt sind aus dem Mittelalter Schiffsrennen mit Volksfestcharakter auf der Laibach – unser erster Beleg für das chillige Leben in der Stadt am Fluss. Auf dem alten Marktplatz tanzten die Einwohner um eine große Linde, den slawischen Baum. Was unter den Pflanzen die Linde, ist unter den (Fabel-)Tieren der Lindwurm. Der Laibacher Lindwurm, heute meist Drache genannt, wurde der Legende nach von Jason (der mit dem goldenen Vlies und Medea) auf seiner Rückreise vom Schwarzen Meer getötet, quasi im Vorbeifahren.

Die Bedeutung der Stadt am Schnittpunkt von Innerkrain, Unterkrain und Oberkrain wuchs. Sie löste Krainburg-Kranj als Zentrum des Landes Krain, also Inner-, Unter- und Oberkrain zusammen, ab. Im fünfzehnten Jahrhundert wurde sie Bischofssitz, zu Beginn des sechzehnten suchte sie ein schweres Erdbeben heim. Das sollte ihr Ende des neunzehnten Jahrhunderts noch einmal passieren. Dazwischen durchlebte Laibach die typische Geschichte einer südlichen österreichischen Provinzhauptstadt mit Türkengefahr und Religionsstreitigkeiten, Besuch der Franzosen, nationale Kalamitäten und den langsamen Aufbruch in die Moderne. Da erwirbt man eine gehörige Portion Gelassenheit, somit unser zweiter Beleg für die Laibacher Lässigkeit.

Die Geschichte geht weiter im Buch "Unterwegs in Altösterreich. Kakanische Reisen von Siebenbürgen bis Triest",

www.verlag-berger.at

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