Neue Verpackung, alter Kern oder außen hui und innen pfui? - Enricos Reisenotizen

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Neue Verpackung, alter Kern oder außen hui und innen pfui?

Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei.

Das NIG, das neue Institutsgebäude, war früher die Heimat der Publizistikstudenten. Eigentlich war es zur Zeit meines Studiums schon nicht mehr ganz neu … 

Meine Studentenzeit war eine wunderschöne Zeit, die ich sehr genossen habe. Frei vom täglichen Schulbetrieb konnte man sich damals noch viele seiner Vorlesungen selbst aussuchen, musste nicht auf irgendwelche Punkte und Mindeststudienzeiten Rücksicht nehmen, sondern konnte einfach mal drauf losstudieren, sich ausprobieren, Neues kennen lernen.

Das NIG - Neues Institutsgebäude - galt zu meiner Zeit als moderne Architektur. Außen sieht es (wieder) gut aus oder?
Das NIG - Neues Institutsgebäude - galt zu meiner Zeit als moderne Architektur. Außen sieht es (wieder) gut aus oder?

Aber das ist lange her. In der Zwischenzeit hat sich im Studentenleben viel geändert, meiner Meinung nach nicht unbedingt zum Besseren, aber das ist eine andere Geschichte. Dennoch – als ich unlängst durch die Innenstadt schlenderte – musste ich einfach wieder die Stätte meines damaligen Wirkens besichtigen.

Auch der Eingangsbereich ist viel schicker als früher - durchaus gelungen
Auch der Eingangsbereich ist viel schicker als früher - durchaus gelungen

Das Gebäude, wenn es auch zu meiner Zeit als architektonisch „neu" in der Gestaltung galt, war aber damals (sprich vor gut 40 Jahren) nicht mehr das Neueste. In der Zwischenzeit wurde es (mehrfach?) renoviert und die Publizistik ist längst über verschiedene Gebäude zerstreut. Wenn ich mich richtig erinnere ist die Renovierung der Außenfassade noch gar nicht so lange her und so wollte ich mir einfach einmal das Innere ansehen – wenn es außen schon so prächtig geworden ist, erwartete ich, dass auch das Innere – zumindest in renovierten Glanz – erstrahlen würde. 

Aber dann holt mich die Vergangenheit ein ...
Aber dann holt mich die Vergangenheit ein ...

Zu aller erst: Den Schrecken meiner Studienzeit – den Paternoster – gibt es nicht mehr. Damit werde ich nun nie mehr erfahren, was wirklich passiert, wenn man im letzten Stock in der Kabine bleibt und die Runde nach unten fährt bzw. vor dem Keller nicht aussteigt. Ich gebe ja gerne zu: das Ein- und Aussteigen war nicht immer leicht und ich möchte nicht wissen, wie viele Stöckel und vielleicht auch verstauchte Knöchel dem Paternoster geschuldet waren im Laufe seiner Zeit. Immerhin galt er ja schon zu meiner Zeit als Auslaufmodell und nicht mehr den Vorschriften entsprechend. Aber jetzt habe ich ihn doch vermisst: hätte man ihn doch wenigstens zu Museumszwecken am Leben erhalten. Er hat einfach zum NIG dazu gehört.

Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei. Aber wir wissen, wer bezahlt, schafft an ...
Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei. Aber wir wissen, wer bezahlt, schafft an ...

Am meisten war ich aber über die Möblierung der Gänge überrascht. Ich wage zu behaupten: Hier stehen noch dieselben (ja richtig!Nicht die gleichen!) Sitzbänke wie vor 40 Jahren und mehr. Auch die Wandverkleidungen scheinen sich ebenso wie das Stiegengeländer und die Treppenaufgänge seit damals nicht verändert zu haben.

Neu sind hier nur die Kaffeeautomaten und die Mülltrennung. Ok. Auch die Poster an den Wänden ...
Neu sind hier nur die Kaffeeautomaten und die Mülltrennung. Ok. Auch die Poster an den Wänden ...

Da ich meinen Besuch während der Sommerferien abgestattet habe, konnte ich leider keinen Blick in die Hörsäle werfen, aber ich fürchte fast auch hier hat sich ebenso wenig geändert wie in den Computerräumen, wobei ich hoffe, dass sich wenigstens die Gerätschaften an heutige Verhältnisse angepasst haben und keine Lochkarten und kein SPSS mehr vorhanden sind.

Auf diesen Bänken habe ich bereits vor mehr als 40 Jahren gesessen ...
Auf diesen Bänken habe ich bereits vor mehr als 40 Jahren gesessen ...

Erfreulich ist aber die Gegend: Es gibt sie noch – die Cafés aus meiner Zeit. Wie oft sind wir wohl im Café Maximilian gesessen und haben diskutiert: über Politik, die Vorlesung, die Professoren, die Noten – eben über Gott und die Welt. Auch das Votivcafé gibt es noch und auch diesen beiden werde ich jetzt mal einen Besuch abstatten und eine Melange genießen.

Das Café Maximilian - dort habe ich mit Kollegen schon einige
Das Café Maximilian - dort habe ich mit Kollegen schon einige "Stunden" zugebracht ...

Außerdem muss ich noch erkunden, ob es unseren bevorzugten Rückzugs- und Pausenplatz zwischen den Vorlesungen noch gibt: das Café im NIG. Die Topfengolatschen und Zimtschnecken waren dort einmalig und legendär, aber es könnte glatt sein, dass dies der (neuen?) Mensa zum Opfer gefallen ist – die gab es nämlich vor 40 Jahren noch nicht.
Auf jeden Fall werde ich im Herbstsemester weiter „recherchieren", wer weiß was und wen Bekanntes/Bekannten ich am NIG noch aus längst vergessenen Zeiten antreffen werde.

Und das Votiv - früher immer ein bissl nobler und ein bissl teurer ..
Und das Votiv - früher immer ein bissl nobler und ein bissl teurer ..
Wenn ich es auch für die derzeitigen Studenten bedauere, war es doch ein schöner Ausflug in die Vergangenheit. Und wer weiß – vielleicht sehen wir uns ja bald wieder: So ich doch noch das Studium Generale beginne und dann vielleicht wieder in einem der Hörsäle im alten/neuen NIG sitze …

Das war die Photo & Adventure 2019 in Wien
Fünf Tage sind nicht genug!

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