Kobersdorf at his best! - Enricos Reisenotizen

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Kobersdorf at his best!

Schloss-Spiele Kobersdorf, Foto © Kultur Betriebe Burgenland, David Anselngruber

Heuer brilliert das Ensemble rund um Intendant Wolfgang Böck in Kobersdorf mit dem „Mädl aus der Vorstadt" von Johann Nestroy.

Es ist mir ja schon ein wenig peinlich und manche werden es mir vielleicht als Lobhudelei auslegen, aber ich liebe Kobersdorf und auch heuer wieder alles, was der Herr Intendant mit seinem Team auf die Bühne gebracht hat.

Intendant Wolfgang Böck begrüßt gut gelaunt sein Publikum
Intendant Wolfgang Böck begrüßt gut gelaunt sein Publikum

Und so muss ich wieder von einem herrlich spielfreudigen und ausgezeichneten Ensemble berichten, das uns einen wunderbar unterhaltsamen Abend, der nur von ganz wenigen Regentropfen begleitet wurde, beschert hat.

Die größten Wolken zogen auch diesmal schnell vorbei (Foto © Kultur Betriebe Burgenland, David Anselgruber)
Die größten Wolken zogen auch diesmal schnell vorbei (Foto © Kultur Betriebe Burgenland, David Anselgruber)

Wolfgang Böck muss wirklich einen ausgezeichneten Draht nach oben zum Wettergott besitzen. Die dunklen Wolken zogen an Kobersdorf vorbei und so begrüßte der sichtlich gut gelaunte Chef der Schlossspiele sein Publikum und schon ging es los…

Katharina Stemberger und Marina Margaritta Colda (Frau von Erbsenstein und ihr Stubenmädchen)
Katharina Stemberger und Marina Margaritta Colda (Frau von Erbsenstein und ihr Stubenmädchen)

Das Mädl aus der Vorstadt ist wirklich einer der besten Nestroys, den ich bis jetzt gesehen habe:
Eine wunderbare Frau von Erbsenstein, gespielt von Katharina Stemberger, die auch eines der – früher berüchtigten – „Gstanzeln" singt, die die jeweils aktuelle politische Lage kommentieren und dessen Text, sehr klug, pointiert, mit äußerst feiner Klinge und ausgezeichneter Stimme vorgetragen wurde.

Marina Margaritta Colda, Katharina Stemberger,Markus Weitschacher, Wolfgang Böck und Wolf Bachofner (Foto © Voglhuber)
Marina Margaritta Colda, Katharina Stemberger,Markus Weitschacher, Wolfgang Böck und Wolf Bachofner (Foto © Voglhuber)

Allerdings hege ich den leisen Verdacht, dass – zumindest an unserem Abend – viele im Publikum den Anspielungen nicht ganz folgen konnten oder es waren lauter Kurzfans im Publikum. Schade! Dennoch – ich werden versuchen an den kompletten Text zu gelangen und diesen hier zum Nachlesen gerne ergänzen …

Katharina Stemberger und Wolf Bachofner (Foto © Wolfgang Voglhuber)
Katharina Stemberger und Wolf Bachofner (Foto © Wolfgang Voglhuber)

Herrlich in Spiellaune auch Wolf Bachofner als Kauz, der Spekulant, der wunderbar köstlich in der Vorstadt (die er ja eigentlich nie betritt) dann doch anzutreffen ist. Obwohl in seinen TV-Rollen eher als „gemütlicher Typ" eingesetzt, gibt er hier einen wunderbar durchtriebenen Spekulanten, der sich weniger um den Ruf seiner Nichte, als um sein Geld sorgt, keinem amourösen Abenteuer in der Vorstadt abgeneigt ist und zu guter Letzt fürchten muss, dass seine Machenschaften öffentlich werden.

Die beiden Freunde: Schnoferl und Gigl
Die beiden Freunde: Schnoferl und Gigl

Markus Weitschacher gibt einen wunderbar – sorry, für den Ausdruck – tollpatschigen Verehrer von Frau Erbsenstein, den Herrn von Gigl, der schon vor der Verlobung weiß, dass er diese Frau eigentlich nicht heiraten möchte, hat er sich doch gerade in das – nicht standesmäßige – Vorstadtmädl, Michaela Schausberger als Thekla, die Stickerin, verliebt. Allein seine Angst vor seiner zukünftigen Verlobten und das gute Zureden seines Freundes Schnoferl – Wolfgang Böck – lassen ihn nicht sofort flüchten.

Rauch, Beess, Rupp, Schausberger, Stemberger, Haritzer, Weitschacher, Böck (Foto © Vogus)
Rauch, Beess, Rupp, Schausberger, Stemberger, Haritzer, Weitschacher, Böck (Foto © Vogus)

Und der Herr Intendant ist wieder so richtig in seinem Element: Aufdeckerarbeit ist ihm ja, wie er auch im Programmheft schreibt, aus seinen Rollen, unter anderem in der Krimiserie Trautmann, bekannt. Als Winkelagent Schnoferl ist er daher so richtig in seinem Element: so kann er listig den Kriminalfall um den Einbruch beim Spekulanten Kauz klären, die Ehre von Theklas Vater wieder herstellen, seinen Freund Gigl mit Thekla zusammenbringen und schließlich schaut es zum Schluss dann so aus, als ob er doch noch mit seiner geliebten Frau von Erbsenstein zusammen kommen würde.

Rupp, Rauch, Böck Beess und Gutstein (Foto © Voglhuber)
Rupp, Rauch, Böck, Beess und Gutstein (Foto © Voglhuber)

Böck ist witzig, nachdenklich, pointiert – einfach in ganz großer Spiellaune. Man merkt dem ganzen Team an, das Spiel macht ihnen Spaß und das überträgt sich einfach auch auf das Publikum.

Wolf Bachofner, Karl Ferdinand Kratzl, Wolfgang Böck, Markus Weitschacher (Foto © Stefan Smidt)
Wolf Bachofner, Karl Ferdinand Kratzl, Wolfgang Böck, Markus Weitschacher (Foto © Stefan Smidt)

Sehr gut hat mir auch nicht nur die gesangliche Leistung, sondern auch das Spiel von Marina Margaritta Colda, die Nannette, das Stubenmädchen darstellt, gefallen. Mit eigenem Flair wie immer Karl Ferdinand Kratzl als Knöpfel. Die Näherinnen Sophie Gutstein, als Peppi, Laura Rauch als Rosalie und Sabrina Rupp als Sabine glänzen mit ihren Darstellungen – ob in der Näherei oder im Lustgarten von Kauz – es ist immer eine Menge Action.
Bühne und Licht von Erich Uiberlacker ebenso formidabel wie die Kostüme von Gerti Rindler-Schantl und die Inszenierung von Beverly Blankenship.

Intendant Wolfgang Böck mit Regisseurin Beverly Blankenship und Festivaldirektor Mag. Thomas Mersich (Foto © Kultur Betriebe Burgenland, David Anselgruber)
Intendant Wolfgang Böck mit Regisseurin Beverly Blankenship und Festivaldirektor Mag. Thomas Mersich (Foto © Kultur Betriebe Burgenland, David Anselgruber)

Zum Schluss noch ein Wort zur Musik und Christopher Haritzer: Grandios! Egal ob mit der Harmonika oder als „Fliege" oder „Gelse"(?) mit der Klarinette – einfach herrlich die Auftritte.

Im Hintergrund die
Im Hintergrund die "Fliege" Christoph Haritzer

Dazu das wunderbare Schloss, ein Gläschen Sekt im Burggraben, Herz was willst du mehr?

Wolfgang Böck und Thekla, Michaela Schausberger (Foto © Stefan Smid)
Wolfgang Böck und Thekla, Michaela Schausberger (Foto © Stefan Smid)

Was soll ich also noch viel erzählen? Für uns war es wieder ein toller Sommer-Festspiel-Abend. Schaut euch das an – Wer noch keine Karten hat: am 2.8.2019 gibt es noch eine Zusatzveranstaltung mit einigen Restkarten ….

In der Vorstadt ...
In der Vorstadt ....
Das Mädl aus der Vorstadt von Johann Nestroy

Schloss-Spiele Kobersdorf
Schloss Kobersdorf
7332 Kobersdorf, Prof. Martha Bolldorf Platz 1 (ehemals Schlossgasse 1)

Weitere Infos und auch Ticketbestellung unter http://www.schlossspiele.com/index.php/kartenservice.html

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