Enricos Reisenotizen

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Es herbstelt ….

Farbenspiel am Marchfeldkanal

Corona bedingt ist Reisen nach wie vor nicht ganz so lustig wie in virenfreien Zeiten. Da ist es schön, wenn der Herbst gleich ums Eck seine ganze Farbenpracht entfaltet.

Auch in Virenzeiten muss man einmal raus aus der Wohnung und seine Seele in der Natur baumeln lassen. Wer wie ich in einem Außenbezirk Wiens – dem oft gescholtenen Floridsdorf – wohnt, hat die Qual der Wahl: Donauinsel? Bisamberg? Wasserpark? Marchfeldkanal?

Ausblick zum Bisamberg
Ausblick zum Bisamberg

Ich hab mich letzte Woche für den Marchfeldkanal entschieden und möchte euch nun mit vielen Bildern auf meinen Herbstspaziergang mitnehmen und euch dabei ein bisschen etwas über diesen „Kanal" erzählen.

Auch Radfahre sind am Marchfeldkanal unterwegs
Auch Radfahrer sind am Marchfeldkanal unterwegs

Zwischen Wien und Bratislava liegt der Gemüsegarten bzw. die Kornkammer Österreichs. Das Marchfeld gilt als DAS Gemüseanbaugebiet Österreichs, sogar der Tiefkühlkonzern Iglo weist in seiner Werbung auf seine Erbsen und seinen Spinat aus dem Marchfeld hin.

Ein Bankerl zum Rasten
Ein Bankerl zum Rasten

Es ist die größte Beckenlandschaft Österreichs, früher eine weite, einige Meter tiefe Meeresbucht, die in Jahrmillionen Jahren mit den Ablagerungen von Flüssen gefüllt wurde. Ob daher wohl meine (und vieler anderer Wiener) Sehnsucht nach dem Meer kommt?

Am Weg zum Kanal wachsen Feigen in einem Garten
Am Weg zum Kanal wachsen Feigen in einem Garten

Das Marchfeld ist aber auch eine der sonnenreichsten und niederschlagärmsten Regionen Österreichs und Landwirtschaft braucht Wasser. So bedrohte der hohe Wasserbedarf der Landwirtschaft den Grundwasserspiegel – man musste schon ein völliges Versiegen des Grundwassersees befürchten.

Mit dem Bau des Marchfeldkanalsystems wollte man dagegen ankämpfen und die Bewässerung der Landwirtschaft sicherstellen. Heute liefert die Donau an den fast 100 km langen Gewässerverbund 4000 bis 6000 Liter Wasser pro Sekunde.

Der Marchfeldkanal ist nur ein Teil des Bewässerungssystems, das an die 19 km lang ist. 40 Fischarten sind heimisch, die Vogelpopulation ist deutlich angewachsen und zahlreiche Rote-Listen-Pflanzen haben sich hier ebenso wie Biber angesiedelt. Für mich – wie für viele andere Floridsdorfer – ist er ein Naherholungsgebiet, das zu jeder Jahreszeit auf einen Spaziergang, zum Radfahren, Joggen oder Nordic Walken einlädt. Nun im Herbst ist er besonders bunt anzusehen.

Auf meinem Weg zum Kanal komme ich nicht nur bei der Schnellbahnstation Jedlersdorf vorbei, sondern auch bei der ÖBB, wo immer wieder alte, neue, reparierte oder noch zu reparierende Züge begutachtet werden können.

Hier landen auch alte und kaputte Züge
Hier landen auch alte und kaputte Züge

Ein Stückchen weiter gibt es Sonntag nachmittags Honig direkt vom Imker zu kaufen und wer innehalten will, kann im Gebetsgarten Platz nehmen und ein Gespräch mit seinem Herrgott oder der Jungfrau Maria suchen.

An Sonn- und Feiertagen kann man hier am Nachmittag Honig direkt vom Imker kaufen
An Sonn- und Feiertagen kann man hier am Nachmittag Honig direkt vom Imker kaufen

Neu sind im meinem Spazierabschnitt die kleinen Ziegen, die ich bei diesem Ausflug zum ersten Mal gesehen habe. Dafür haben sich am Wasser nur die Enten vergnügt, die Biber warteten anscheinend, dass es wieder ruhiger wird.

Ein Platzerl für die Andacht
Ein Platzerl für die Andacht

Einen kleinen Nachteil hat der Marchfeldkanal für die Erholungssüchtigen: Am Wochenenden und an Feiertagen sind viele Erholungssüchtige hier unterwegs. Leider ist der Weg nicht allzu breit und leider gibt es immer wieder zu schnelle Radfahrer oder Gruppen, die unbedingt nebeneinander fahren müssen. Auch jene, die einem beim Spazieren gehen mit Affenzahn überholen sind mir ebenso ein Gräuel, wie jene Hundebesitzer, die ihren Hund mitten am Weg sein Gackerl verrichten lassen und anscheinend kein Sackerl mithaben.

Aber diese Mitmenschen sind ja überall anzutreffen – und unter der Woche verteilt sich zumindest die Menge der Mitspazierer besser. Lasst euch daher auch dadurch nicht die Laune verderben und genießt die wunderbaren Farbenspiele der Natur, schaut entspannt den Enten zu und - vielleicht zeigt sich ja doch noch ein Biber.

Daher hier noch ein paar Impressionen von meiner kleinen Wanderung:
Corona, Corona …
Besuch im Nitsch Museum

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