Enricos Reisenotizen

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Vom Wasser zum Strom

Besuch im Kraftwerk Freudenau

Letztens war ein Instawalk zum Wasserkraftwerk Freundenau angesagt. Mit etwas Glück war ich angemeldet und konnte so die Riesenturbinen besuchen… 

Es ist das neueste Wasserkraftwerk des Verbunds und es ist Europas größtes Stadtkraftwerk. Seine Lage hatte auch zur Folge, dass vorab – im Jahre 1991 - eine Volksbefragungin Wien durchgeführt wurde, bei der sich eine große Mehrheit für das Kraftwerk ausgesprochen hatte.1992 wurde mit dem Bau begonnen, 1998 war das Kraftwerk fertig.

Blick auf das Modell des Kraftwerks Freudenau
Blick auf das Modell des Kraftwerks Freudenau

 Genaueres über die Bauweise und die Schwierigkeiten dabei erfahren wir gleich am Anfang der Führung. Im Besucherzentrum ist ein kleines Kino eingerichtet, in dem uns die Führerin alles Wissenswerte über den Bau erzählt.

Aufmerksam im Kino
Aufmerksam im Kino

Unter anderem erfahren wir auch, dass dies das erste Wasserkraftwerk ist, bei dem eine Fischwanderhilfe von Anfang an eingeplant war. Eigentlich hat man damit erst recht spät der Fische gedacht, oder? Bei der Führung wird aber auch erzählt, dass schlaue Fischlein auch die Schleusen benutzen, um das Kraftwerk zu überwinden …

Beim Kraftwerk Freudenau
Beim Kraftwerk Freudenau

Doch erst Wikipedia erinnert mich wieder an das Schiffsunglück der slowakischen „Ďumbier", die bei Hochwasser und starker Strömung die Schleusenöffnung nicht erreichte und durch eines der Wehrfelder gedrückt wurde, wobei acht Matrosen ums Leben kamen.

Eine Gedenktafel auf der Fußgängerbrücke soll noch heute an das Unglück erinnern, aber ich muss gestehen, diese hat sich vor mir versteckt – vielleicht finde ich sie beim nächsten Besuch.

Erster Stopp: Die riesige Halle
Erster Stopp: Die riesige Halle

Vom Kino geht es dann weiter in eine riesige Halle, in der Wartungen durchgeführt werden können. Man kommt sich gleich ganz klein und verloren vor und es wird zunehmen lauter.

Ein Turbinchen
Ein Turbinchen

Natürlich wurden vorher die üblichen Helme – hier ganz in Blau – ausgeteilt und ich muss feststellen, es ist gar nicht so einfach, Maske bzw. in meinem Fall Visier, Helm und meine Brille „unterzubringen" – irgendetwas ist immer schief oder passt nicht. Aber Corona und die Sicherheitsvorschriften im Kraftwerk wollen es nun mal so und daran halten wir uns auch tapfer. Punkt und aus.

Ja, ich weiß: ich hab schon besser ausgesehen
Ja, ich weiß: ich hab schon besser ausgesehen

Wir steigen unendlich viele (176 ? Oder waren es mehr?) Stufen hinab und kommen den Turbinen noch näher – hier ist es so laut, dass man kaum ein Wort der Erklärungen versteht. Sechs Kaplanturbinen arbeiten hier und sie zählen zu den größten in Europa. Alle 9 Jahre werden sie gewartet – und bei einer dieser Kontrollen wurde auch dieses Video aufgenommen (das man bei der Führung allerdings nicht sieht ;-) )

Also noch weiter hinunter bis wir schließlich unter den Turbinen und unter der Donau landen und einen Blick in den Kontrollgang werfen können.

This is not a boat
This is not a boat!

Wie immer macht sich bei mir ein bisschen ein beklemmendes Gefühl breit: es ist feucht, um nicht zu sagen nass und irgendwie finde ich, dass es sich nicht so gut anfühlt unter der Donau zu stehen. Trotz der Versicherung (kenne ich schon aus dem großen tschechischen Elektrizitätswerk Orlík – siehe https://ask-enrico.com/orlik), dass ein Wasserkraftwerk nie ganz dicht ist und all diese Tropfen überhaupt kein Anlass zur Besorgnis sind, ist es mir dann doch lieber all diese Stufen wieder hoch zu steigen.

Blick in die Turbine - schematisch halt
Blick in die Turbine - schematisch halt

Allerdings muss man sagen, dass an heißen Sommertagen die konstante Temperatur hier unten von 12°C schon verlockend sein kann. Vielleicht sollte man auch einen kleinen Weinkeller in den Räumlichkeiten einrichten, wer weiß?

Der Kontrollgang unter der Donau
Der Kontrollgang unter der Donau

Aber Spaß ohne – es geht im Gänsemarsch wieder die Treppen hoch und ich merke, dass sich meine Kondition schon wieder ziemlich verbesserungswürdig darstellt.

Zu guter Letzt besichtigen wir noch die verschiedenen Modelle, hören dass das Kraftwerk pro Jahr um die 1.093GWh Strom erzeugt und über 240.000 Haushalte mit Strom versorgen kann. Seit 2011 befindet sich in Wien-Freudenau auch die Zentralwarte, die alle neun Donaukraftwerke mit Ausnahme von Jochenstein steuert.

 Wir schauen uns noch ein bisschen um und schon sind die 90 Minuten, die die Führung dauert wie im Fluge vorbei.

Tipp: Es gibt eine App, die man bereits zu Hause downloaden kann und die mittels 3D die Geheimnisse hinter den Kraftwerksmauern zeigen soll. Die 3D-Brille gibt es gratis im Kraftwerk vor der Führung. Ich hab es versucht, war aber mit Smartphone, eigener Brille, 3D-Brille und Visier doch etwas überfordert und daher nur bei einer Stelle erfolgreich. Für all jene, die aber technisch versierter sind, kann dies sicher ein weiteres Tüpfelchen am „i" einer Führung sein. Also auf jeden Fall probieren.

An diesen Punkten sollte die 3D-App funktionieren und ins Innere blicken lassen
An diesen Punkten sollte die 3D-App funktionieren und ins Innere blicken lassen
Alles weitere über die Führung, die Preise und Termine findet ihr hier: https://www.verbund.com/de-at/ueber-verbund/besucherzentren/freudenau
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